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diese Briese werden vernichtet. Es ist nicht
zu vergessen, daß die Briefe unserer kriegsgesangenen
Kameraden die deutsche Zensur pas.
sieren. Diese läßt nur Briefe durch, in denen
erwähnt ist, daß die Gefangenen gut ausgehoben
sind. In Wirklichleit sind unsere Gesangenen
am Verhungern (crevent de faim)“.
Deutlich erkennbar steht hinter diesem Befehl
die wahrscheinlich sehr begründete Furcht vor
überhondnehmender Fahnenflucht aus dem fran
zösischen Heere. as Mittel, mit dem man
dagegen ankämpft, ist das alte. erprobte: die
Verleumdung Deutschlands.
Dee Krieg gegen England
Vernichtete Dampfer.
London, 25. April. Der Fischdampfer
„Fuchia“ traf gestern in Aberdcen ein mit der
Mannschaft des Fischdampfers „Envoy“ an
Vord, der von einem deutschen Unlerseeboot
am Mittwochabend an der Ostlküste beschossen
murde. Es ist unbekannt, ob der „Envoy“ ver
senkt wurde. (Z.)
London, 25. April. (Reuter.) Der schwedische
Dampfer „Ruth“ aus Gothenburg wurde
am Mittwoch 100 Meilen östlich von Firth
of Forth von einem deutschen Unterseeboot
torpediert und versenkt. Die Besatzung ist in
Leilh gelandet worden. (3.)
London, 25. April. Der englische Fisch
dampfer „St. Lawrence“ ist von einem deut
schen Untersecboot in den Grund geschossen wor
den. Von der Besatzung sind sieben Mann in
Wrisby eingetrofsen, zwei Mann sind ertrun
bere Die „Times“ berichten: Der Fischdampfer
Oueenstown“ landete in Grimsby fünf Mann
von dem Fischdampfer „St. Lawrence“, der
von einem deutschen Unterseeboot am Donners
tag an der Doggerbank versenlt wurde. Das
Unterseeboot beschoß das Schisf mittags, wor
auf beschlossen wurde, es auf ugeben. Zwei
Mann ertranken. Die Deutschen sprengten den
Fischdampfer durch hineingelegte Minen in die
Luft. (3.)
London, 25. April. Nach einer Meldung
von Lloyd ist der norwegische Dampser „Capriroi“
aus Bergen auf der Reise von Vallimore
nach Chrisliania gestern abend bei Tory
Island an der irischen Nordküste auf eine Mine
gestoßen und gesunken. Die Mannschaft wurde
gerettet. (3.)
Hartlepool im Luftbombardement.
Stockholm, 25. April. Der Schaden, den
die Zeppelinluftschisfe bei der Beschießung von
West-Hartlepool in der Stadt angerichtet haben,
sei austerordentlich groß und stehe in keinem Verhältnis
zu den offigiellen englischen Angaben,
sowohl was die Zerstörung der Gebäude wie
auch den Verlust an Menschenleben betreffe.
So sei beispielsweise die Zahl der bei dieser
Beschießung Verungluckten mit 60 angegeben,
während tatsächlich 500 Menschen getötet worden
seien. (3.)
Gegen die deutschen U. Boot-Mannschaften.
Kopenhagen, 25. April. Die „Nowoje
Wremia“ rät den Engländern, beim Fang deutscher
Unterseeboote den Grundsatz der Gefangennahme
der Besatzungen aufzugeben und sie einsach
ertrinlen zu lassen. Einesteils ersparten sich
die Engländer viele unnötige Scherereien, anderseits
erhielten diese „Sceräuber" dadurch
den verdienten Lohn. 35
Die Mißstimmung in England.
Zürich, 25. April. Der Londoner Mitarbeiler
der „Züricher Post“ stellt fest, datz
im Gegensatz zu den ersten Kriegsmonaten die
Opposition in England gegen die Regierung
wachse. Ueber den Häuptern der Minister balle
sich eine Gewitterwolke zusammen. (.3.)
Englischer Raub.
London, 25. April. Im Unterhause frug
Lord Charles Beresford, ob die Regierung für
jedes von deutschen Unterseebooten versenkte
englische Schiff ein interniertes deutsches Schiff
mit Beschlag belegen werde. Premierminister
Aequith erwiderte, die Regierung habe die
Frage erwogen. Sie habe beschlossen, dies vorläufig
nicht zu tun. Diese Entscheidung schließe
aber nicht eine neue Erwägung aus, wenn die
Umstände es erheischen. (3.)
s
InmsIerr.WlWM
Der amtliche österreichische Bericht.
WITB. Wien, 24. April. Amtlich wird gemeldet:
In den Karpathen stellenweise heftiger
Heschützkampf. Im Abschnitt des Uszolerpasses
Nach den Kämpfen kwischen Mass und Masel.
Unsere photographische Aufnahme zeigt aus
der Schlacht bei Pont-a-Mousson zurücllehrende
Infanterie-Regimenter auf der Landstraße an
Exzellenz v. Gebsattel (unten linls mit Stabsossizieren)
vorbeimarschierend. Er hatte die Rüclehr
seiner Truppen bier erwartet, um ihnen
seine Anerkennung für einen mulig und erfolgreich
ausgeführten Sturmangriff tuudzugeben.
während des Tages vereinzelte Vorslöße der
Russen, die durchwegs abgewiesen wurden. Nacht
angrisse des Feindes entlang der Turlaerstraße
und westlich dieser scheiterten neuerdings unter
großen Verlusten des Gegners. Die sonitige
Lage ist unverändert.
Leue —i n den Ratpathen.
W. J.8. Wien, 25. April. Amtlich miru
gemeldet: Au der Karpathensfront wurde
#im Orawatale bei Koslowma ein neuer éer-#olg
erzielt.
Nach tagelangem mit großer Jähigkeit
durchgeluhrten Sappenangriff ernürmten
unfere Truppen genern die hobe ourv,
Tücklich Kosloma. Gleichzeitig gelang es
den sich anschließenden deulschen Truppen,
an und westlich der Sträaße Raum näch
vorwärts zu gewinnen. Imn Summc wurden
652 Rufren gefangen.
durch die erslürmung der Boöbe Ourgy
und durch die eroberung des Imininrückens
anfangs Aprii n nunmehr der
feind von den verbundeten Truppen aus
der ganzen, selnmonaten zahe verteidigren
Stellung belderseis des Orawatales geworken.
In den übrigen Roschnitten der Karpaibhenfront
vereinzelt Geschütkampl.
Die Russen in Przemysl.
Kralau, 25. April. Ein hiesiges Blait
meldet aus Przemysl: Der Abtransport der
Gesangenen ist nunmehr brendet. Nur die Krauken
und Verwundeten bleiben noch in der Fesiung,
darunter 60000 Mann reguläres Militär.
127 österreichische Militärärzte wurden in der
Festung belassen. Tag und Nacht werden Le
bensmittel und Munition in die Festung bineingebracht.
An der Auskesserung der Besesti
gungen wird sieberhaft gearbeitet und besonders
sucht man die Südfront nach dem Sau zu
wieder in Stand zu setzen. Die Russen durcksuchen
den Fluß eifrig, da sie glauben. von
dem von den Oesterreichern darin ver#nk#en
Kriegomaterial noch etwas für sich retten zu
können. (3.)
Die Kämpfe in den Karpathen.
Wien, 25. April. Die Russen haben in
den letzten zwei Tagen ziemlich heftige Angrifse
gegen unsere nördlich von Ulzsok befindlichen
Stellungen gerichtet. An mehreren Stellen trieben
sie mit großer Entschlossenheit seche- bis
achtfache Reihen vor. Die Angriffe richteten
sich gegen unsere Stellungen am Uzsolerpaß
und an dessen beiden Seiten, wo das Iunsanterie-Regiment
Nr. 12 und die Honved-Regime uter
Nr. 22 und 24 standen, die trotz der verzwei
felien Angriffe des Feindes unerschütterlich unsere
Stellungen hielten und die Russen aus ihren
Schützengräben, die auf isolierter Höhe slanden,
zehnmal zurückschlugen.
Offensive der Oesterreicher in der
Bukowina.
Bukarest, 25. April. Die österreichische
Offensive an der Grenz: der Bukowina und
Galiziens nimmt ihren Fortgang. Oestlich von
Zaleszyli griffen die Oesterreicher russische Slellungen
auf dem rechten Ufer des Dujestr an und
zwangen die Russen zum Rückzuge über den
Fluß. Augenblicklich sollen heftige Kämpfe um
den Uebergang über den Duzjestr statlfinden,
an der Stelle, wo er sich mit dem Sereth vereinigt.
Ein heftiges Artillerieduell hat meilenweit
an den Ufern des Duzjestr entlang begonnen.
Die Oesterreicher bombardierten Uscieszko,
sowie aus schweren Geschützen die russischen
Stellungen weiter südlich in der Nähe
von Sinkow. Eingetreienes Hochwasser hat zahlreiche
der von den Nussen über den Dujestr geschlagene
Schiffsbrücken abgerissen, ein Umstand,
der die Bewegungen der russischen Truppen sehr
behindert.
Eine russische Komödie.
Petersburg, 25. April. Der Jar! —
Lemberg angekommen. Am Bahnh of Brody
begrüßten ihn der Oberbesehlshaber, (Hroßfürit
Nilolai Nikolajewitsch, mit seinem Stabe und
der Gel ilfe des Generalgouverneurs Galiziens.
Der Jar ließ sich über die kriegerischen Vor
gänge Vericht erstatten. fuhr mit dem Großfürsten
im Automobil in die Stadt, an deren
Eingang er vom Generalgouverneur Galiziens,
dem Grafen Bobrinsly, begrüßt wurde, und
begab sich dann in das Paiais des Generalgouverneurs.
Als die Menge sich vor dem
Palais ansammelie, trat der Zar auf den Valkon,
danlte für den lerzlichen Empfang und
rief: Hoch lebe das eine, unteilbare und mäch:
tige Nußland! Hurra! (3.)
□— .·□.
Nallen.
(Gegen Lügen.
VW.TB. Wien, 25. April. Bei der großen
Menge von Lugenmeldungen, die von den Fein:
den der Monarchie immer wieder verbreitet
werden, märe es vergebliche Mühe, sich auf
die Zurückweisung jeder einzelnen Erfindung ein.
zulassen. Immerhin sei ausdrücklich fesigenellt,
daß an der Meldung von einer Grenzüberschreitung
österreichisch ungarischer Truppen in Vall:
d'Agno kein wahres Wort il.
n
Die Türkel im Welftrieg
Dardar
D
2
er neuc Angrifsf auf die
ellen.
London, 25. April. Ak#quith erllärte im
Unlerhaus auf eine Anfrage des Lord Beres
sord, ein neuer gemeinsamer Angriff von Heer
und Flotte auf die Dardanellen würoc unter
Verantwortung der Regierung vorgenommen.
„Die Dummheit in den Dardanellenu“.
London, 25. April. Nach einer Privat
depesche des „Rott. Couram“ schreibt die „Morning-Post“
in einem „Die Dummdheit in den
Dardanellen“ betitelten Leitaufsanz, daß das
ganze Unternehmen ein unverfländliches Aben
leuer war, das man sich höchstens Bätte erlau
ben lönnen, wenn Ueberfluß an Mannschaft
und Schisssbedarf vorhanden gewesen wärc.
Beides sei nicht der Fall. Die Verantwortung
für das Mißlingen salle allein auf Churchill,
dessen Fehler darin benanden habe, die Bezwingung
der Dardanellen lediglich mit der
Flotte zuwege bringen zu wollen, was im Gegensatz
zu der in den sonstigen militärischen
Kreisen vorherrschenden Auffassung gestanden
habe. Wie erinnerlich, halte die „Morning-Post“
auch nach dem Fall von Antwerpen bef
lige Angrifse gegen Churchill gebracht. (Z.)
Die enslisgen Offiziersverl uste in
Mesopotamien.
London, 25. April. Durch die neuesten
Verluste und private Todesanzeigen erhökt sich
der englische Offiziersverlust bei Sloiba auf
132 Offiziere, darunter 5 Oberslen, 20 Majore
und 48 Hauptleute.
Der japanische Druck.
Lyon, 25. April. Der „Progreßz“ erfährt
aus Schanghai, daß der japanische Gesoandte
in Peking dem chinesischen Minister des Aeußern
eine dringliche Mitteilung überreichte, die auf
der gänzlichen Annahme der letzien revidierten
Vorschläge Japans besteht. Andernfalls würden
die Unterhandlungen sosfort abgebrochen.
D#enskäg, 77. Aprik 773173
Nelsiedene Nachrichlen.
Verlin, 25. April. Der 14 Jahre alte
Sohn des Spandauer Schneidermeisters Kresse,
der selbst im Felde steht, wurde heute in Spandau
eingesegnel. Der Knabe, der beim Spandauer
Pionier Bataillon Nr. 3 als Kriegefreiwilliger
steht, hat bereits mit dem Batoaillon in
Rußland an mehreren kleineren Gefechten, u. a.
bei Lodz. teilgenommen. Nach der Einsegnung
wird der Junge wieder an die Front gehen,
und zwar diesmal nach dem Weiten. (3.)
Berlin, 25. April . Ein Konsortium, dem
eine Reihe erster deulscher Banken und Bankfirmen
angehört, erwarb die Mehrheit der
Aklien der (beorg A. Jasmatzi A.-G. und der
z:zu ihrem Konzern gebörigen Cesellschaflen, und
setzte damit der Abhangigkeit dieses Konzerns
von dem bekannien, unter einglischem Einfluß
Ktehenden Trun ein Ende. Das deulsche Konsortium,
das nunmehr die Kontrolle der hercichneten
Unternehmu: igen haben wird, war bei
Ankauf der Aktienmehrbeit darauf bedacht, daß
ledwede Forderungen englischer Interessenten
un den Jasmatzilonzern nicht nur mährend der
Dauer des Krieges unbeglichen bleiben, sondern
erst geraume Zeit nach Friedensschluß ihre Abwidelung
erfahren. Der Gegenwert der Forderungen
bleibt in der Ozwischenzeit in deutschem
Gewahrsam. Durch Loslösung des Jasmatzjilonzerne
von dem Tabaltrust und durch Uebergang
der Kontrolle in deutsche Hände, eröffnet
iich die Aussicht auf Beseitigung der unerquickiicken
Verhälmisse in der deutichen Zigaretteninduitrie,
worunter ganz besonders di: mitileren
und kleineren Fabrilen zu leiden hatten.
Wien, 25. April. Ein Spital für über
10 00 Kranlenbellen wird in den nächsten Tagen
in Pardubin in Böhmen ecofinel. Es ist
das größte Militärfrital in Europa. Auf einer
Fläche von 31710000 Ouadratmeier find 321
Baracken erbaut. Von den Barad#en zu je 5)
Betten sind 20u10 fur Kranke und Verwundete,
125 für die Wohnräume der T Dienstmannschait,
Aerzie, O perationssäle, Apothsten. Telegraphen
und Postanstalten und andere Verwaltungs:
täume bestimmt. Das Spital joll gleichsam
ein Ouarantänespilal sein; all: Verwundeten
und Kranten sollen vorer't vdon den Schlachtseldern
dorthin Kebracht werden. zKeigt sich eine
anstedende Krankheit innert alb der Anftekkungsfrist,
so kommt der Besallene in die Krankenabteilung:
nach der Inkubationsfrint werden
die vorläufig dort umiergebrackten Soldalen
in andere Spiläler übergefuhrt. Durch die Errichtung
dieser Anstalt joll die Ausbreitung
von Insektionskrankheilen in der Zivilbevöllerung
Verhindert werden. (.J.)
Wien. 25. April. In der durch ihren Neichlum
an Kunnschäpen derubmten, dem Grafen
Wilczel gebôrenden Burg Kreupenstein in
Korneuburg bei Wien brach ein Schadenfeuer
aus, das in der Tischlerwerkstätte seinen Anfang
nahm. Dem Feuer fielen zum Opfer:
Ein Teil des Dachstuhles, das sog. orientalische
Jimmer, über 1% !# Kurfersliche, darunter einige
von Alörecht Dürer von unichätzbarem Wert,
und das sog. Vilderii zimmer mit wertvollen Gemälden.
Vieles durfle auch durch das Wasser
besck üdig: worden sein. Den iedenfalls sehr
Zroßen Gesamtschaden ab zuschaten, in vorläufig
unmöglich.
Wien, 25. April. Der Died eines von der
Unionbani an die Nationalbant fur Deutschland
in Verlin aufgegebenen 1.21000 Kronen entkaltenden
Wertpaletes hat sich selbst der Po
lizei gesielll. Er ist der Prager Obe rposloffizial
Michel. Der gestohlene Betrag in bie auf
einige hundert Kronen wirder beigebracht
worden
Hächener Neulpteiles
Kmünchen. 25. April. Der Schaumeister des
Kgl. Baucr. Acteranen und Kriegerbundes,
NRat Seleger, konnte vor einigen Tagen auf eine
jährige Dienitzeit in dieser Ekrennelle zurückblicen.
Der Jubilar genießt nicht nur megen
seiner gewisse mhaften Amisverwaltung, der
er sich mit auforfernder Hingade widmet, das
volle Vertrauen des Bunder, sondern auch wegen
seines liebenswurdigen und vornehmen
Wesens die aufrichtigsten umpathien weiter
Kreise. Er hat sich nicht nur ais Schatzmeister,
sondern auch als Mitglied des geschäfteleiten.
den Präsidiums große Verdienst: um den Bund
erworden, an dessen starler Organisation er
ron Aniang an latkraftigit milgearbeitet hot.
Das Staatsministerium des Innern sprach dem
Jukilar in einem Schreiben seine volle Anerkennung
für die langjährige, ##g: nereiche und
berantwortungsvoile Tatigleit im Dienste des
Bundes aus. Auch das Prasidium des Bundes.
ubermittelte dem Jubilar dier herzlichiten Glückwunsche,
ebenso zahlreich: Bundesvereine.
B#werische N#d#ctter.
Waldmünchen, 25. April. Infolge Verwechslung
zweier Arzneien hat sich die Tucharbeitere#frau
Howicka eine E** Krankheit
zugezogen, an deren Folgen sie star
Meitingen, 2 25. April. Das P enJ des
Oekonomen Stepperger ist zum Teil, der angebaute
Stadel mit den meisten Vorrälen niedergebrannt.
Bald darauf tebrte der Besiger
als Urlauber aus dem Felde zurück.