Contents : Rosenheimer Anzeiger. 61. Jahrngang (61)

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#Kummer  243

Das  Landgericht  urtellte  in  dem  gleichen  Sinne.
d  a  Huseen  lelen  begründet  auf  die  88  69
O.  im  Zusammenhange  mit  8.1
dur  m.  vom  2.  März  1915
und  bestünden  somit  zu  Rechl.  Der  Magistrat
sei  eiselloe  berechtigt  gewesen,  eine  derartige
Vorschrift  zu  erlassen,  auch  wenn  sie  nur  vorübergehend
  ist.

Gewerbeverein  Rosenheim.  Auf  die
auherordentliche  Generalversammlung  des  Allg.
bewerbevereins  am  Freitag,  22.  ds.,  abends
8  Uhr,  im  Cafe  Wendl  sei  nochmals  verwiesen.
Einschneidende  Beschlüsse  hinsichtlich  der  künftigen
  Gestaltung  der  geschäftlichen  Verhältnisse
verlangen  Bekteiligung  aller  gewerbl.  Kreise.

Milzbrandfälle.  Im  Jahre  1913  haben
  sich  in  Bayern  16  Erkrankungen  und  ein
Todesfall  an  Milzbrand  bei  Menschen  ereignet.
15  Erkrankungen  sind  nachweislich  oder  mit
Wahrscheinlichkeit  auf  berufliche  Beschäf  ftigung
zurüczuführen.  Von  diesen  Erkrankungen  entauf
  Landwirte,  landwirtschaftliche  Arbeiter
  u.  dgl.,  3  auf  Schlächter,  1  auf  Hausschlächter;
  in  Abdeckereien  hat  sich  ein  Erkrankungssall,
  in  Gerbereien  fünf  Erkrankungen  und
ein  Todessall  und  in  Bürsten=  und  Pinsel.

 

machereien  eine  Erkrankung  ereignet.  Die  Zahl

der  Erkrankungen  ist  gegenüber  dem  Vorjahre
mit  21  Erkranlungen  nicht  unerheblich  zurückgegangen.
  Die  Vermutung,  daß  der  auch  im
ganzen  Reichsgebiete  veobechtere  Rückgang  eine
Folge  der  Belehrung  der  Bevölkerung  über  die
dei  den  Notschlachtungen  und  beim  Hantieren
mit  Tierkadavern  bestehende  Milzbrandgefahr
sei,  ist  nicht  ron  der  Hand  zu  weisen.

Ein  dum  mer  Jungenstreich  wurde  in
Fürstätt  im  Gasthaus  zur  „Neuen  Well“  ausgeführt.
  Mehrere  Jungens  entzündeten  dort
eine  Patrone  bzw.  einen  sog.  „Frosch“.  Die  Explosion
  hatte  zur  Folge,  daß  etliche  Fensterscheiun

  zertrümmert  wurden.

Bunie  Chronik.

Oesterreichisches.  Oesterreich-Ungarns
verschiedene  Volksstämme  stehen  fest  zusammen,
um  ihre  heiligsten  Güter  gegen  die  Feindee  zu
verteidigen.  Der  Krieg  hat  geeint.  Eine  Statistik
  aus  den  letzten  Jahren  gibt  etwa  folgendes
  Bild  der  Verteilung  der  Bevölkerung  der
Donau-Monarchie  nach  Sprachen:  23  Prozent
der  Gesannböllerung  sind  deulsch;  davon  sind
über  9900  000  in  Cesterreich,  über  2  000  000
in  Ungarn,  über  20  000  in  Bosnien.  20  Prozent
  der  Bevölkerung  sind  Magyaren;  davon
leben  über  10000  in  Oesterreich,  über  10  Millionen
  in  Ungarn,  über  6000  in  Bosnien.  16
Prozent  der  Bevölkerung  sind  Tschechen  und
Slovaken;  davon  sind  über  6  Millionen  in
Oesterreich,  über  2  Millionen  in  Ungarn,  über
7000  in  Bosnien.  11  Prozent  der  Bevölkerung
sind  Kroaten  und  Serben;  über  700  000  bievon
  leben  in  Oesterreich,  sast  3  Millionen  in
Ungarn,  fast  2  Millionen  in  Bosnien.  10  Pront

  der  Bevölkerung  sind  Polen,  wovon  bei.
nahe  5  Millionen  zu  Oesterreich,  über  40  000
zu  Ungarn,  über  10  000  zu  Bosnien  gehören,
8  Prozent  der  Bevöllerung  sind  Ruthenen,
Prozent  sind  Rumänen,  2  Prozent  sind  —
wenen  und  1  Prozent  Italiener...  Zu  dieser
Verschiedenheit  der  Nationalitäten  lommt  auch
noch  die  Verschiedenheit  der  Konfession.  Wohl
sind  66  Prozent  der  Donau-Monarchie  römischkatholisch,
  aber  11  Prozent  sind  griechisch  und
armenisch;  9  Prozent  sind  griechisch-orientalisch;
8  Prozent  sind  Lutheraner  oder  Reformierte;
4  Prozent  sind  Jrraeliten  und  1  Prozent  sind
Mohammedaner.  Ein  buntes  Bild  von  Nationalitäten
  und  Konfessionen  und  Kulturen!

Der  lebendige  Tote.  In  den  „N.  T.
St.“  lesen  wir:  Im  Studiengebäude  in  Salzburg
  sind  eine  Anzahl  südländischer  Flüchtlinge
untergebracht.  Von  diesen  starb  ein  Mann,
werau  die  Leichenträger  erschienen,  um  ihn  in

die  Eichenale  zu  bringen.  Ueber  Befragen,
wo  sich  der  Verstorbene  befinde,  wurde  diesen
ein  Zimmer  angewiesen  mit  dem  Bedeuten,  „das
dritte  Bett  bei  der  Türe  hinein“.  Sie  traten
in  das  Zimmer  ein,  schritten  auf  das  ihnen  bezeichnete
  Bett  zu  und  entnahmen  diesem  einen
dort  liegenden  Mann,  um  ihn  in  den  Sarg
zu  legen.  Doch  wie  erstaunten  die  „schwa
Männer“,  als  beim  Verlassen  des  Zimmers  We
der  Türschwelle  der  von  ihnen  Getragene  plötzx
  i  reden  anfing  und  ihnen  zurief:  „Sakra
s  denn,  laht  mich  doch  schlafen.“  Der
t  Verstorbene  war  nicht  im  dritten,  sondern
  im  vierten  Bett  gelegen.

 

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KResenhelmer  Unzeiger

Der  Weltkrieg.

Die  englische  Ministerkrise.

London,  21.  Okt.  Die  Erkranlung  des
Ministerpräsidenten  brachte  eine  Pause  in  der
Krise,  die  infolge  der  jüngsten  Ereignisse  am
Balkan  im  Kabinett  entstanden  war  und  durch
den  Rücktritt  Carsons  beiannt  wurde.  Man
glaubt,  daß  zunächst  leine  weileren  Demissionen
slattfinden.  „Times“  und  „Morningpost“  versuchen

  trohdem,  Carsons  Abgang  als  ein  polilisches

  Ereignts  ersten  Nanges  hinzustellen.

Sie  rerhehlen  nicht  den  Wunsch,  daß  das  ganze

Koalitionslabinett  sallen  möge.  (3.)
Aufgerieben.

Innsbruck,  21.  Okt.  „Risvoglio“  berichlet,
daß  bei  einem  der  letzten  Angriffe  der  Jtaliener
  am  Isonzo  das  Korps  der  Venetianer
„Finanzieri“,  das  aus  20  Kompagnien  von  im
Kriegsdienst  ausgebildeten  Zollwächtern  bestanden
  hat,  völlig  aufgerieben  worden  ist.  Von
4000  Mann  sind  nur  mehr  300  übrig  geblieben.
Der  Oberst  des  Korps  ist  sofort  von  seinem
Kommando  entsetzt  und  vor  ein  Kriegsgericht
gestellt  worden.  Die  Italiener  hatten  diese
Truppen  besonders  für  den  Grenzdienst  ausgebildet.
  (3.)

Mißtrauen  innerhalb  der  Entente
gegen  Italien.

Lugano,  21.  Okt.  Die  ilalienische  Regierung
  scheint  mit  ihrer  Abschwenkung  ins  Lager
  des  Dreiverbandes  kein  sonderliches  Vertrauen
  erworben  zu  haben.  Französische  Blätter
sprechen  ungescheut  den  Verdacht  aus,  daß  die
Nichtbeteiligung  Italiens  an  dem  Balkanunternehmen
  auf  eine  deutsche  Bestechung  zurückzuführen
  sein  müsse.  Dagegen  verwahrt  sich  nicht
nur  das  „Giornale  d’Jlalia“  in  einem  feierlichen
Artilel,  sondern  auch  die  nationalistischen  Blätter
  insgesamt.  Sie  erklären,  Italien  solle  durch
das  neue  Balkanunternehmen  gezwungen  werden,
  durch  sein  Blut  die  Fehler  des  Vierverbandes
  gut  zu  machen.  In  diesem  Sinne  spricht
sich  auch  die  „Stampa“  aus,  die  der  englischen
Dipilomatie  schwere  Vorwürse  macht.  Inzuischen
hat  die  italienische  Regierung  einen  Tropfen
beruhigendes  Oel  in  Gestalt  der  Kriegserklärung
an  Bulgarien  geschütlet.  Der  „Secolo“  begrüßt
diese  als  den  ersten  Schritt.  Die  Kriegserklärung
  werde  das  Unbehagen  im  Lande  lösen
und  eine  gefährliche  Legende  zerstören,  nach  der
es  besser  gewesen  wäre,  neutral  zu  bleiben,  als
Krieg  zu  führen  und  isoliert  zu  werden.  Die
„Tribuna“  neunt  die  Kriegserklärung  die  beste
Antwort  auf  die  Verdächtigung,  daß  Italien
nicht  gesonnen  sei  in  allem  einig  mit  den  übrigen
Ententemächten  rorzugelen.  „Giornale  d'Italia“
  spricht  ron  einer  bedenlsamen  Warnung  an
die  übrigen  Balkanmächte.  Indessen  hat  sich
nun  auch  die  Freimaurerei  am  17.  Oktober  in
Rom  rersammelt  und  einen  kräftigen  Pressefeldzug
  in  ihren  Blättern  zugunsten  der  Beteiligung
  Italiens  an  dem  Balkannnternehmen  eröffnet.
  Dagegen  nimmt  nun  seinerseits  der
„Aranti“  Stellung,  der  sich  dagegen  verwahrt,
daß  die  schon  gebrachten  Blutopser  durch  ein
neuerliches  zweckloses  Unternehmen  noch  vergrößert
  werden  sollen.  (J.)

Serbische  Zustände.

Berlin,  21.  Okt.  Der  Kriegskorrespondent
Steiner  meidet  dem  „Berliner  Lokal-Anzeiger“
aus  dem  deutschen  W#iegepreseguartier  der  Südostarmee:
  Das  1.,  2.  und  J.  Ausgebot  der  Serben
  kämpft  untereinander  gemischt.  Die  Bewaffnung
  ist  im  allgemeinen  gut.  Beim  2.  Ausgebot
werden  vielfach  türkische  Gewehre  verwendet,
die  im  Balkankriege  erbeutet  wurden.  Die
Uniformierung  it  nicht  einheitlich.  Das  dritte
Aufgebot  hat  übrigens  überhaupt  keine  Uniformen
  und  trägt  die  serbische  Nationaltracht.
Die  Mäntel  der  Linientruppen  sind  teilweise
russischer,  teilweise  englischer  Herkunft,  und  diese
äuheren  Unterschiede  geben  der  serbischen  Truppe
das  Aussehen  einer  zusammengewürfelten  Menge.

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Im  allgemeinen  rerweigern  die  Gefangenen
jede  Aussage.  Doch  es  gab  einige  Offiziere,
die  über  den  Zustand  der  innerpolitischen.  Verhältnisse
  interessante  Auskünfte  gaben.  So  erzählte
  ein  Hauptmann,  daß  die  Serben  von
der  deutschen  Ofsenstre  vollkommen  überrascht
wurden  und  über  deren  Stärke  röllig  im  unllaren
  sind,  so  daß  darüber  die  verschiedeniten
Gerüchte  rerbreitet  sind.  Die  Stimmung  des
Landes  ist  sehr  gedrückt,  wozu  noch  ein  starler
Gegensatz  zwischen  Regierung  und  dem  König
lommt.  Die  Meinung  der  Offiziere  über  den
Franktireurkrieg  ist  die,  daß  dieser  nur  in  den
Grenzbe#zirken  wüten  mird,  mo  die  Beröllerung
ron  den  Popen  stark  sanatffiert  wurde.  Im  Innern
  des  Landes  wird  sich  die  Verölkerung,
die  des  Krieges  schon  sehr  müde  ist  und  den
Frieden  um  jeden  Preis  wünscht,  friedlich  rerhalten.
  Die  feindliche  Fliegerauftlärung  hat  vielfach
  rersagt,  obschon  bei  den  Serben  eine  Menge
französischer  Flugzeuge  und  Piloten  rorhanden
sind.  Damit  läßt  es  sich  auch  erklären,  daß  wir
den  Donauübergang  so  ungehindert  bewerkslelligen
  konnten.  Große  entscheidende  kriegerische
Ereignisse  werden  sich  roraus  sichtlich  in  der
nächsten  Zukunft  kaum  abspielen.  Das  wird
schon  dur  chden  Charalter  des  Gebirgslampjes
bedingt.
der  Zersplitterung  der  Gefechte  kaum  das  Bild
einer  großen  einheitlichen  Unternehmung  geben.
Die  virklichen  Ersolge  der  jeyt  slattsindenden
Kämpfe  werden  erst  dann  zutage  treten,  wenn
sich  der  strategische  Druck  der  derzeit  von  drei
rerschiedenen  Richtungen  vordringenden  deutschen,
  öfterreichisch-ungarischen  und  bulgarischen
Ameen  infolge  der  rerlürzten  Emsernung  auch,
laktisch  bemerktar  machen  wird.  (3Z.)

Die  Landungstru  ppen  in  Salonifki.

Turin,  21.  Olt.  Der  Sonderberichterstatter
der  „Stampa“  meldet  aus  Athen:  Die  bis  jetzt
in  Saloniki  gelandeten  30  000  Mann  Ententetruppen
  wurden  ausschließlich  von  Gallipolie
weggenommen.  (3.)

Die  Montenegriner  in  Skutari.

Paris,  21.  Okt.  Eine  Persönlichkeit  aus  der
Umgebung  des  Thronfolgers  von  Montenegro,
welcher  augenblicklich  zur  Erholung  an  der  Riviera
  weilt,  erllärte  einem  Mitarbeiter  des,  Matin“,.
  Montenegro  wolle  sich  in  diesem  Krieg
den  endgültigen  Besitz  von  Skutari  sichern.
Ohne  diese  Stadt  und  ohne  bie  umliegende
Ebene  könne  Montenegro  nicht  leben.  Montenegro
  habe  jetzt  die  Stadt  besetzt  und  werde
sie  nicht  wieder  herausgeben.  (Z.)

Ruménische  Truppen-Konzentrationen.


Kopenhagen,  21.  Okt.  Wie  die  Moskauer
  Blätter  melden,  hat  die  rumänische  Regierung
  zahlreiche  Truppenkörper  von  Galatz
bis  Jassy  konzentriert  und  zieht  noch  weitere
Formationen  hier  zusammen.  Ferner  sind  siüarke
rumänische  Truppen-Konzentralionen  in  der  wGe.
gend  auf  Negotin  zu  beobachtet  worden.  Allem
Anschein  nach  will  die  rumäntiche  Regierung  hier
einen  Uebertritt  von  den  kriegführenden  Mäckhten
  angehörigen  Truppen  vereiteln.  Auch  an
der  ungarischen  Grenze  sind  zahlreiche  rumänische
  Truppenkörper  zum  Schutze  der  Grenze  aufgestellt
  worden.  (Z.)

Bemühungen  des  Vierverbandes
um  Rumänien.

Kopenhagen,  21.  Olt.  Englischen  Meldungen
  aus  Bularest  zufolge,  entfaltet  die
Diplomatie  eine  lebhafte  Tätigkeit.  Die  Gesandten
  des  V  zierverbandes  verhandeln  täglich  mit
Blatianu.  Trotz  der  rumänischen  Neutralitätserklärung
  glaubt  man  (5),  daß  das  Land  binnen
  kurzem  gezwungen  sein  wird,  eine  Entscheidung
  zu  treffen.  (Z.)

Griechenland  1)  Bulgarien.

Konstantinopel,  Okt.  Die  Beziehungen
  zwischen  ölz  und  Bulgarien
versprechen  zum  größten  Aerger  der  Entente
eine  sehr  herzliche  Gestalt  anzunchmen.  Es
sinden  zwischen  Sosia  und  Athen  wichtige  politische
  Verhandlungen  über  die  künftigen  Abgrenzungen
  beider  Staaten  auf  dem  früheren
mazedonischen  Territorium  statt.  Ueber  die
Verhandlungen  selbst  kann  rorläufig  nichts
Näheres  gesagt  werden,  doch  zeigt  Bulgarien
aufrichtiges  Eutgegenkommen,  das  Griechenland
  nicht  nur  seinen  derzeitigen  Besitzstand
rerbürgt,  sondern  auch  wichtigen  neuen  Gebietszuwachs
  einräumt.  Bei  der  feindlichen  Stellung
  der  Entente  zu  Griechenland  ist  bemer-Herbst



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  3

senten.  Eisenvitrivl

 

 

 

 

Die  nächsten  Ereignisse  werden  insolge

 

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1  zur  Anzeige  beingen.

daher  auch  dankdare  Arbeit.

 

Freitag,  22.  Oktober  1913

kenswert,  daß  jetzt  schon  zwische  n  Griechenland,
Vulgarien  und  Rumänien  ein  Abkommen  über
die  Lebenemittelrersorgung  zustande  gekommen
ist.  Bulgarien  gewährt  Griechenland  die  weite.
sten  Erleichterungen.  Sind  erst  gewisse  Abschnitie
der  mazedonischen  Bahnen  in  bulgarischem  Be.
sitz,  so  kann  die  Versorgung  Griechenlande  sich
glatt  rollziehen.  (.3.

Griechenlands  Haltung.

Athen,  21.  Okt.  In  einer  längeren  Beiprechung
  mit  den  Vertretern  des  Vierder:
bandes  hat  Ministerprasident  Zaimie  darauf

hingewiesen,  daßg  die  biöherigen
für  den  Uierverband  in  das  (Hegenteil  umschlagen
  würden,  wenn  dieser  seine  bisher  rersolgte
  Gewaltpolitik  sortjühren  wurde.  (.3.,

Sprechsaal.

(Ohne  Verantwortung  der  Redaktion.)

Radfahrer  und  Spaziergänger.

Am  Kirchweihsonntag  ging  ich  nachmitlags
um  3  Uhr  ron  Nosenheim  nach  RKolbermoor.
Durch  das  schöne  Weiter  angelockt,  besichligten
riele  Rosenheimer  die  neue  Anftalt  bei  Fürstätt,
  so  daß  die  dußere  Mnchenerstraße  dicht
mit  Passanten  besäl  war.  Für  Radfahrer  war
es  besonders  schwer,  durch  dieses  Gedrange  hindurchzukommen,
  hauntsächlich  weil  eine  große
Unsicherheit  herrschte  im  Ausweichen;  die  einen
laufen  rechts,  bie  anderen  links.  Dadurch  werden
  dann  die  Nadfahrer  selbst  umicher  und  übersahren
  ohne  eigentliche  Schuld  Passanten.  Ich
wurde  am  Sonntag  ebensalls  angefahren.  Ter
Radfahrer  stürzte  zur  Seite  und  kam  unter  das
Rad  zu  liegen;  ich  rerlor  durch  den  Anxrall
ebenfalls  den  Halt  und  fiel  auf  das  Rad.  Außer
daß  wir  beide  roll  Schmun  und  Stauh  wurden,
  trug  ich  eine  Handgrienklverren#ung  Tadon.
Einige  Passanten  meimen,  ich  soll  den  Radsahrer
  rerrrügeln,  andere  meinten,  ich  soll  5#
Ich  übr  riegte  mir  deid
und  kam  zu  der  Einsicht,  daß  weniger  der  N2
fahrer  ais  die  Passamen  an  dem  Unfall  ichul.
dig  sind.  Ich  bin  selbit  Narfahrer  und  weißz
zu  gut.  daß  bei  der  Passantenunsicherbeit  im
Ausweichen  solche  Unfälle  rorkommen  konnen.
Abhilfe  könnte  hier  leicht  geschaffen  werden,  wenn
Fuhrwerk.  Radsahrer  und  Passanten  immer  wieder
  angehalten  würden.  die  rechte  Straßenseile
  zu  benützen  und  die  linke  für  die  Entgegentommenden
  frei  zu  Balten.  QLier  hätten  Magistrat
  und  Polizei  eine  Unfälle  rerbü#rende  und
Was  in  anderen
Städten  Prinzip  ill,  sollie  cchließlich  i  in  7h  nheim
  auch  durchführbar  sein.  J.

Farhsercchte

münchen.  19.  Okt.  Der  Schlachtriehmarkt
am  Montag,  den  18.  1“-  r,  hatte  ein  Ge—
samtangebot  von  1850  Schlack  nilren  und  iwar:
102  Ochsen,  88  Bullen.  *  2
rinder,  §.32  Kälber,  25,  Zchweine.  260
und  2  Sranferlel.  er  Cerotr  iehmarn  bai
hinreichende  Zujuhr.  Die  Nad’age  war  Geise
lich  bei  der  in  gerins  ger  Zabl  vorhandenen  guien
Ware  ron  einigen  u  Belang,  während  mit
und  leichtere  Qualitãten  etwas  vernachlaf  *
waren.  Die  Preise  bemegten  sich  so  ziemlich
auf  der  Höhe  des  letzten  Freitagsmarktes.  In
der  Hauxtsache  galten  der  Zentner  Ledendze-Sympathien



 

 

O
—
#

244  Kühe,

 

wicht:  Ochsen  238  31½  Mark,  Bullen  3
Mark.  Kühe  sowie  Kalbinnen  370  ½5  Mark
und  Jungrieh  30  45  Mark.  Der  Köälbermarkt
  halle  mäßiges  Mit:elangebot.  Der  Handel

  setzte  anfangs  elwas  lebhafter  ein,  flaute
jedoch  im  weiteren  Verlause  wesentlich  ab.  Gue
Ware  rermochte  die  Preise  zu  halten,  leichtere
Qualitäten  mußten  später  bis  zu  4  Mark  der
Zentner  ermäßigt  werden.  In  der  Hauplfache
galten  lebende  Tiere  73  90  Mark,  geschlachtete
  95  108  Mark  der  Zentner.  Der  Schweinemarkt
  hatte  sehr  schwaches  Angebot.  Handel
sehr  zurückhaltend,  da  die  Preise  wieder  seeigende
  Tendenz  zeigten.  33  der  Hauplsache  galten
  lebende  Tiere  110  2  Mark,  geschlachtet
144.  152  Mark.  Lene.  3  vollfleischige
  mitrelschwere  Tiere  erzielten  lebend  U#s
zu  126  Mark,  „geschlachtet  bis  zu  155  Mark
der  Zentner.  Der  Schafmarkt  hatie  maßiges
Mittelangebot.  Ungeachtet  der  etwas  ruhideren
Kauflust  wurden  die  Preise  durchmegs  gehalten,
ess  galten  geschlachtete  Tiere  78  92  Mark  der
Zentner.

 

Wetierbericht  für  Freitag,  den  22.
MWetterlage  unrerändert.

O  ktober.

nächster  Rähe  don  D#e  enheim

In
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für  Herr#  1#  Mk.  zu  verbans.
u##t#  –  re  I

Rüllberwäger!

lekr  gu#t  erballen,  wegen  Nan#moangel
verhausen.  #  #linge,  9290.