Es ⁊0
Dir Aolsenheimer Unzeiger mit dem textlich unb
1— 1 erscheint täglich
und Feiertag e
650 Ul1, 2 s bl
frel ins Haus g
Telephon
—
Muftratio tch ausgestanncten ochetnen
emeentsprels beträgt vierteljährlich 1 Mark 80 ulltt monatlich
als auch für auswärtige Abonnenten.
ellefer! 378. menaul — Telegramm,Adresse: Anzelger Rosenhetm. —
und Berlag: Nr. 72; Inseraten- Abtellung: 288.
(mit Ausnahme der Sonnostäustellgebühr.
Rosenheimer Tagblakt
Dienstag, 26. Jannar 1913
RKosenheimer Anzeiger
# Abonnemen. rwu# #7
liche Postboten die Beftellung fur
Nosen##u# # ### Le#n#che —.—□—
lechs Filtal-Expedutonen der Siode ange##e#ngenommen
— Ortschaften der Umgebung errichteten Agenturen, E— alle Postanstalten und scrutfür
den „Rosfenheimer
breite Petitzeile oder deren Raum kostet 10 Plennig, die ns ursn Bele- tm
30 Pfennig; bei Wiederholungen oder Zeilenobschlüssen Naba# nah aufliogenden TLar##s.
— Die einfpaltige 30 m
Nellamte
Amltkliches Publikakions-Hegan
##### von Inseraten. Rellamen
———3— Nosenbe#tm, Minchen, Nünbern, Berilm, Bern, Che#ntg. Dresden,
Vr#ft##t a. X. Domdu# Da ——
2 . ##rnr.
—————-—-—————————-—— Mufnahme in die lanfrabe Tagennunmer nicht mehr garanttert werden H###chlechtgchriede##Manustript wird keins Berantwerte #lus#
Ein großes Seegefecht in der Nordsee.
.
4——
Ein engiischer Schlachtkreuzer vernichtet, ein deutscher Kreuzer gelunken. — die Schlacht bel Solllons. — bünklrchen im fliegerbombardement.
Der 2eppelinschrechen in Parts.
— der englische Secehandel in Atngsten. — RAmerikanischer Nredit für Rußlaud. — dbie Kuflen unter
schwercn Verlunen zurückgeschlagen. — der Rückeug der Kullen aus der bukomina. — eucs aus der feftung Przemosfl.
— ein
bulgarisches Unlmatum an Serbien: — Renderungen in der rumänischen dipiomattde.
usere Verlufle.
Unsere Gegner nehmen es mit der Wahrheit
niemals recht genau. Am schlimmsten wird es,
wenn sie mit Zahlen arbeiten. Sie beguügen
sich dann meist damit, irgendeine ihnen vorteilhafte
Angabe als wahr in die Welt zu setzen,
ohne auch nur den geringsten Versuch zu machen,
die Belege dafür beizubringen. Solche
Angaben sind offenbar nur dazu da, die sin.
lende Zuversicht neu zu beleben.
Anders ist es wenigstens laum zu erklären,
wenn kürzlich in der Presse des feindlichen
Auslandes allen Ernsies behauptet wurde,
Deutschland habe an Toten, Verwundeten und
Gefangenen 1200000 Mann verloren, und
wenn ein „besonders gut unterrichteter" Gewährsmann
sogar von zwei Millionen wissen
wollte. Wir mochten unseren Gegnern enpt
fehlen, unsere sehr gewissenhaft aufgestellien Ver
lus#listen zu studieren, sie werden sich dann zu
ihrem Sckmerz von der völligen Unhaltbarkeit
dieser Ziffern überzeugen.
Es ist nicht nötig, hier alle feindlichen Uebertreibungen
zu entkräften. Nur eine ganz besonders
dreiste Entstellung sei herausgegriffen.
Durch die Presse ging die Meldung, Rußland
habe bisher 1140 Offiziere und 134 700 Mann
von uns zu Gefangenen gemacht. Demgegenüber
konnte unsere Heeresleitung fesestellen, daß
die Zahl unserer Vermißten auf dem östlichen
Kriegsschauxlatz im höchsten Falle 15 Prozent,
also nicht einmal ein Sechstel dieser Summe
beträgt.
Wenn wir, wie es nicht anders zu erwarten
war, in diesem gewaltigen Kriege erhebliche
Verluste hatten, so kann das bei der todesmutigen
Belätigung des Angriffsgeistes unserer
Truppen nicht überraschen. Es steht aber, wie
dem „B. I.“ von zuverlässiger Seite geschriclen
wird, fest, daß unsere gesamten Verluste an
Toten, Verwundeten, Kranken und Vermißten
kaum die Ziffer der in Deutschland kriegsgefangenen
Franzosen, Russen, Belgier und Engländer
übersteigen
Auch darf man nicht vergessen, daß uniere
Listen viele Tausende von Leichtverwundeten
enthalten, die jetzt längst zur Front zurückgelehrt
sind. Viele wurden inzwischen sogar
schon zum zweitenmal verwundet. Da sie somit
doppelt in den Listen erschienen sind, bleibt die
wirlliche Zahl unserer Verluste also erheblich
hinter der zurück, die sich durch die einfache
Addition ergeben würde. Der Prozentsatz der
seldokenstfähig wiederhergestellten Verwundeten
ist überdies dank unserer vorzüglichen Sanitätseinrichtungen
außerordentlich hoch.
Die Hoffnung unserer Feinde, daß Deulschlands
Widerstandekraft durch seine Abgänge
mehr geschwächt sei, als die seiner Gegner, ist
also trügerisch. Schon der Umstand, daß unsere
Feinde allein an Gefangenen fast ebensoviel
einbüßten, wie unser Gesamtverlust beträgt, läßt
klar erlennen, auf welcher Seite man in Wirtlichkeit
Grund hat, mit ernster Sorge in die Zulunft
zu blicken.
Algemelnes vom Keieg
Zum letzten Bericht aus dem Haupt-=quartier.
Berlin, 24. Jau. Von den im gestwmigen
Bericht des Großen Hauptquartiers genannten
Orten liegen Fontaineile Mitte 3 Kilometer
nordöstlich von Gent und Vienne le Chateau
am Wesrrande des Argonnenwaldes, Wisemrach
im Lebertal westlich Marlirch und etwa 12 Kilo
meter östlich St. Die. Blinno und Goiok zwi
schen Lipno und Sierpe nordöstlich Wloclawel.
Söpital= Gorny liegt nördlich Wloclawek, Chen-(iny
südwestlich Kielce, östlich Genstochau.
PornpGn Lügen.
Berlin, Jan. Wie aus dem Großen
Hanrrl innccht wird, wird aus Paris
durch die „Agence Havras“ eine amtliche Dar
stellung der Kriegsereignisse vom 15. Novem
ber bis 15. Januar verbreilet. Die deuliche
oberste Heeresleitung beabsichigt nicht, in Er
örterungen über eine foiche Darstellung der
Kriegsereignisse ein: urreren, wollle sie aber als
Stimmungsbild aus den Kreisen der franddif
schen Regierung der alle gemeinen Kenntnis nitht
vorenthalten und verweist im übrigen auf ihre
#uttlitzen Belanntmackungen in der“ Zeit vom
15. November bis 15. Januar. Die frauzo
sische Mitteilung schließt: „Jur Erzu ijt
hinzuzufügen, daß ersten die deunsche Offensive
in Polen seit einem Monal angehalten hat
und weitens die russische Offensive in Galizien
und in den Karpathen andauert, drittens die
türlische Kaulasusarmee Kröß tenteils vernichtet
ist, pierlens Deuishands Hilfsquellen an Osfi
ziersbeständen erschöpft sind (durchschnittlich 12
Offi#iere pro Regiment? und es künftig HOiliomittel
in den Essektiubeständen nur auf Kosten
der bestehenden Cinheiten wird entwideln lön
nen, fünftens die Armeen der Verbündeten da
gegen die Möglichleit sich zu verstärten, noch
in beachtenswertem Maße besitzen. Man tann
deshalb behaupten, daß es Franlreich und seinen
Bundesgenoessen genügt, warten zu lönnen, um
den vollen Ersolg zu erzielen. Man muß diese
Ersolge mit unermüdlidjer Geduld vorbereiten.
Die deutsche Offensive ist durchbrochen, die
deutsche Defensive wird es ebensalls werden.“
Eine größere Lügenbeutelei ist wohl nod
nicht dagewesen. Was am besten für die Verbundeten
zutrifft, wird auf Deutschland umgedichtet.
Cr sind in der französischen Darstellung
so unsinnige Thesen ausgestellt, daß
man nicht versteht, wie die französische Hecresleitung
sich zu solchen Unwahrheiten verstehen
mag, um das ichwer leidende, mehr und mehr
1
auf die Erschöpfung seiner Kräfte zusteuernde
fransösische Volk aufzurichten. Auch die Lüge
über die Kautasusarmee ist schon längst widerlegt.
Den Franzosen zu sagen, Deutschland
könne ohne Nackteile der bestehenden Einheiten
seine Bestände nicht vermehren, ist schon Wahnwitz.
Die Konfiskationen in Frankreich.
WITB. Parie, 24. Jan. Nach dem „Temps“
überminelte der Justizminister der Kammer
eine Liste der bis zum 5. Januar 1915 in
Frankreich volliogenen Beschlagnahmungen.
Hiernach wurden 4001 kaufmännische, landwirtschaftliche
und indusmielle Unternehmungen sowie
Güter von 2187 deutschen und österreichischungarischen
Staatsangehörigen ohne laufmännischen,
landwirtschaftlichen und industriellen
Beruf, die abter in Frankreich ansässig sind,
beschlagnahmt. Im Seinedepartement erfolgten
hiervon 1142 bezw. 449 Beschlagnahmungen.
Französiscke Gelder in der Schweiz.
Zürich, 2J. Jan. 21, Milliarden in Banknoten
und Werrtschriften Kingen in der letzten
Nackht in Speʒi ialwagen von Genf nach Paris
ab. Diese Summe war von einem der größten
Banihauser von Paris einem Genfer Finanzinstitut
zur Ausbewahrung ubersandt worden,
weil man befürchtete. daß die Deutschen Ende
August in Paris einziehen würden. (JZ.)
In Brüssel.
WIITB. Brüssel, 24. Jan. In der gestrigen
Nacht ist das zum Andenken an den
spanischen Anarchisten Ferrer in Brüssel errichtete
Denlmal in häßlicher Weise besudelt
worden. Bei der Bevollerung rief dieses Vorkommnis
eine Erregung hervor, die sich in
Menschenansamm#lungen lundgab. Schon als vor
einigen Jahren das Denlmal errichtet wurde,
traten bekanntlich Parteigegensäte in schärfster
Weise hervor. Es stand, zu befürchten, daß der
Anschlag zu Unruhen führen lönnte. Der Generalgouverneur
wies daher die Stadtverwaltung
an, das Denkmal zu entfernen.
Ein französischer Flieger in
Holland.
VWIB. Amsterdam. 23. Jan. Die Blätter
berichten von einem in der Provinz Zeeland
niedergegangenen französischen Flugzeug. Es
sei auf ungepflugtes Land gefallen und habe
keine Bomben enthalten. Es wurde nach Blisfingen
geschafft. Es gelang noch nicht, des Fliegers
habhaoft zu werden.
Derenglische Seehandel in Aengsten.
Haag. 24. Jan. In den englischen Handelskreisen
Rotterdams herrscht große Beängstigung,
da man befürchtet, daß die neuen deutchen
Unterseeboote nunmehr ständig an der
Mündung des Nieuwen Waterwegs und an
anderen neutralen Häfen kreuzen werden, um
—
die englischen Schiffe abzufangen. Dadurch
würde der englischen Handelsschiffahrt ein auherordentlicher
Schlag zugefügt werden. (3.)
Amerika und Englano.
Rotterdam, 24. Jan. Die Pariser Ausgabe
des „New-York Herald“ bringt die schon
neulich ausgetauchte Meldung nochmals, daß
die Beziehungen zwischen Amerika und England
geipannter werden. Die neue Note der Vereinigten
Staaten soll im Laufe dieser Woche in
London überreicht werden. (3Z.)
Amerikanischer Kredit für Rußland.
WIB. Perersburg. 24. Jan. Die „Nußkoje
Wiedemofsti“ meldet, daß eine Gruppe Neuvorker
Finanziers der russischen Regierung den
Vorschlag unterbreitet hat, den russischen Kaufleuten
einen Kredit von 12 Millionen Dollar
zu eröffnen und zwar in Form 43 prozentigen
Tratten und 30, 60 und 90 Tagen.
Einepäpstliche Spende für
die Polen.
Wiß Krakau. 21. Jan. Das Blatt,,Czas“
meldet, daß der Papft durch Vermurkurg des
Wiener Nuntius' dem Fürstbischof von Krakau
10 000 Lire für die polnische, durch die
Kriegsereignisse betroffene Bevölkerung übersandte.
Das Kardinalkollegium spendete für
denselben Zweck 3000 Lire.
III
Die Kriegslage.
WITB. Großes Hauptquartier, den
24. Januar, vormittags. Amtlich.
Westlicher Kriegsschauplatz.
Der 23. Januar verlief im allgemeinen ohne
besondere Ereignisse.
Im Argonnenwald wurden ei französische
Angriffe mühelos abgewiesen.
In den Vogcsen, am Hartmannsweiler Kopf
und nordöstlich Steinbach machten wir Vortschritte
und nahmen 50 französische ger g
fangen.
Oestlicher Kriegsschauplatz.
In Ostpreußen und im nördlichen Polen keine
Veränderung. Unser Angriff gegen den Sucha-Ubschnitt
bei Botzymow war erfolgreich. feindliche
Gegenangrifse wurden unter schweren Verlusten
für die Russen abgeschlagen.
Russische Angriffe in der Gegend nordwestlich
DOberste Heeresleitung.