Contents : Fremdwörterbuch von Dr. Daniel Sanders; Band 2; Jahrgang 1891. (2)

140  Orexis

[&  24,  3,  fadis):  s.  Oreade.  —  Orexĩẽ  (gr.),  f.;
—(eyn:  Gier;  Heißhunger  (s.  Cyn-,  Lyk.;  Pseud-.);
Sodbrennen.

Orsèor-e  (frz.  —w'r),  m.,  —s;  —6:  Goldschmied.
  -eri,  f.;  —s,  —(eyn:  Goldschmiede-Kunst;
  -Arbeit  2c.

Orgän:  1)  (gr.)  n.,  —(e)s;  -e,  (-en,  s.  S%.):
eig.  „Werkzeug“  (s.  2  u.  Organist  2c.),  nach  dem
Sprachgebrauch  aber  versch.  v.  Instrument,  nam.:
a)  bei  Naturkörpern  mit  innrer  Beweglichkeit  u.
beständigem  od.  periodischem  Wechsel  des  Stoffs
(den  „Organismen"  od.  „orgauischen  Körpern“.
Pflanzen  u.  Thieren)  die  besondern,  den  genannten
Wechsel  unterhaltenden  u.  bewirkenden  Werkzeuge
(s.  Jurmeister  Gsch.  328)  u.  dazu  Zssgn,  nam.  nach
den  Verrichtungen  (Funktionen),  wozu  das  O.
dient,  auch  (s.  b)  in  Bezug  auf  Funktionen  des
Geists,  der  Seele  2c.;  ferner  z.  B.  nach  dem  Körper
  od.  Körpertheil,  dem  das  O.  angehörl;  auch
(s.  b)  in  verkörperlichender  Auffassung:  Seelen-O-e
  ic.,  z.  B.:  Denk-;  Empfindungs-;
Erinnrungs-;  Fühl-;:  Glaubens-O.  2e.;
Hohl-O-e,  inwendig  hohl;  Nessel-O-eô  lder
Medusen!],  nesselnde  Wirkung  hervorbringend.
—  b)  (s.  a)  auch  analog,  verallgemeint:  Die
Lebens-O-e  im  Staatskörper;  Sicherheits-O.-e
  lPolizei]l;  Vollzugs-O-e  der  Minister.
Jinkeilen  GrRev.  2,  9827;  Ohne  Zwischen-Oee  gewählt
  ic.  —  c)  die  Stimme  in  Bezug  auf  ihren
Klang  u.  Ton  (vgl.  2),  best.:  Sprach-O.  2e.  —  d)
(s.  c)  Etwas  od.  Jemand,  dessen  man  sich  bedient,
um  seine  Meinung  auszusprechen  od.  worin  sie  sich
ausspricht,  kundgiebt.  —  2)  (engl.  örg’'n),  n.,  —;
—:  (s.  1)  auch  =  Orgel.  —  Orgaͤnd-i(n),  —,
m.,  —#8;  —#:  ein  locker  gewebter,  leinwandartiger
Baumwollstoff,  etwas  dichter  als  Musselin  2c.  —
Org-anisäbel  (frz.),  a.:  organisierbar:  Organisabilität
  2c.  anisatiön,  f.;  —en;  —§-:  das
Wesen  eines  Organismus  (s.  d.)  als  solchen  u.  die
Einrichtung  eines  solchen  (Organisierung):  Bundes-;
Gesammt-;  Heeres-;  Justiz-;  Pflanzen-=O.
  te.;  O-s--Bestreben;  sfähig;  IFehler;
mäßig;-Plan;z-widrig  1c.  anisätor,  m.,
—6;  ören:  der  Etwas  organisiert,  zu  organisieren
versteht.  -anisatorisch,  a.:  organisierend;  auf
Organisation  gerichtet  od.  ihr  gemäß  2c.  änisch,
a.:  zu  einem  Organismus  (s.  d.)  gehörig,  bezügl.,
  darin  begründet  od.  in  der  Weise  eines
solchen,  v.  innen  heraus  lebendig  wirkend,  gegliedert
  2c.,  Ggstz:  an=  od.  un-o.,  vgl.  mechanisch:  O-e
u.  un-o-e  Chemie,  jenachdem  sie  die  o-en  od.  die
un-o-en  Körper  behandelt  2c.;  O-e  Gesetze,  die  in
den  Staatsorganismus  schaffend  eingreifen  2c.
anisierbar,  a.:  organisationsfähig;  fähig,
eine  Organisation  anzunehmen  2c.  Janis  fren,
tr.:  einen  Organismus  oder  ein  organisches
Ganze,  —  Etwas  als  solches  schaffen  oder  einrichten,
  ins  Werk  setzen  2c.,  auch  retl.:  sich  organisch
  gestalten;  im  Partic.:  Gut.,  wohl.,  besserkein-;
  zart-organistert  2c.,  von  guter  2c.  Organisation.

Orgie

Auch  Zsstg  z..  B.:  Durchorganislert  Llebendig
durchdrungen]  v.  der  künstlerischen  Iree;  Umco.
so-d  umgestalten)  2c.  -anismus,  m.,  uv.;
ismen:  ein  gegliedertes  (organischee)  Ganze,  dessen
Theile,  lebendig  in  einander  greifend,  es  eben  in
seiner  Gesammtheit  bilden  u.  darstellen  2c.  anist,
m.,  en,  (—o);  -en;  -en-:  1)  Der,  dessen  Amt  es
ist,  die  Orgel  beim  Gottesdienst  zu  spielen  (O-in,
seine  Frauph:  Dom-O.;  O-en-Stelle  ꝛc.  —  2)
(s.  1)  ein  Vogel  v.  harmonischem  Gesang,  Pipra
müsica,  Cilgero,  Organistatc.  -ano  (it.),  n.,  —;
zani:  Organ;  Orgel;  ein  Fisch  (Trigla  Fra);
Korallen  v.  orgelähnl.  Aussehn  (Meerorgel)  2c.
Tanochördion,  -anochördium,  u.,  -s;  ken  [824,
2,  n.]):  ein  Tonwerkzeug,  eine  Verbindung  von
Orgel  u.  Saiteninstrumenten  (auch  Orchestrion).
anogenik,  f.;  —(ehn:  Lehre  v.  der  Cntstehung
organischer  Wesen.  -anognosiĩẽ,  f.:  —(ehn:  Erkenntnis
  u.  Unterscheidung  organischer  Körper.
anograph,  m.,  -en,  (-#§)—en:  1)  Naturhistoriker,
  der  sich  mit  der  Beschreibung  der  einzelnen
Organe  beschäftigt;  O-iJe  der  Vegetabillen;  Oisch,
a.  —  2)  eln  Beschreiber  v.  Tonwerkzeugen.  Auch
hierzu  (s.  1):  O-d##Ie,  f.;  o-isch,  a.  -anolõg,  m.,
—en,  (—8);  -en:  1)  (vgl.  Organograph  1)  Kenner
der  Organe  v.  Naturkörpern.  Dazu:  O-die,  k.;
o-isch.  —  2)  Lehre  v.  den  Werkzeugen,  nam.  bei
der  Geburtshilfe.  Auch  hierzu  (s.  1):  Olle,  f.;
o-isch,  a.  -anon,  n.,  —s6;  zana:  Werkzeng  2c.,
s.  Organ,  z.  B.:  1)  v.  Tonwerkzengen,  nam.  —
Orgel:  Wasserorgel,  o.  hydräulicum.  —  2)  ein
Werkzeug,  Hilfsmittel  zur  Erkenntnis,  Einsicht,
—  nam  ,  auch  als  Titel  einer  Schrift:  Das  O.  des
Aristoteles  (—  Logik).  -anonom'é,  f.;  (-en):  Lehre
v.  den  Gesetzen  des  organischen  Lebens.  -anoplästik,
  f.;  (-—en):  Organenbildung.  -anoshopié,
f.;  —-(e)n:  Betrachtung  u.  Untersuchung  der  Organe:
  Organosköpisch,  a.:  dazu  gehörig  rc.
anozo#mus,  m.,  uv.;  0:  Hylozo##mus  (s.  d.),
der  alles  Geistige  für  bloße  Außrungen  der  organisierten
  Materie  erklärt.  Dazu:  Organozolst,
m.;  isch,  a.  -auozo-onomike,  f.;  (ken):  Lehre
von  den  Gesetzen  des  Lebens  in  der  organischen
Natur.  —  Organsin  (it.  2c.),  m.,  s  (f.);  —:
O.--(Seide),  Kettenseide.  —  Organ-um,  n.,  —;
-a  [824,  2,  n.  ):  Organon  (s.  d.).  —  Org-demus
(gr.),  m.,  uv.;  -äsmen  1824,  2,  m.  ):  schwellende,
strotzende  Fülle,  z.  B.  pöppig  Chil.  1,  45  cc.;  bes.
aber  v.  (winklich)  lebenden  Wesen:  heftige  Wallung
der  Säfte,  des  Bluts;  heftiger  Trieb.  Aslisch,
a.:  auf  Orgasmus  beruhnd,  sich  darin  kund
gebend  2e.  —  Orge  (srz.  örsh),  f.;  —#s:  Gersie:
Sucre  Iück'r)  d'o.,  Gerstenzucker  2e.  äde,  f.;  -n:
Kühltrank  aus  schleimigen  Pflanzenstoffen,  nam.
—  Mandelmilch,  auch:  Orsäde,  richtiger  (aber
seltner):  Orgeat  lorshäl,  m.,  —6;  —.  —  Orgi--dsmus
  (Fr.),  m.,  uv.;  zäsmen:  das  Begehen,  die
Feier  v.  Orgien  (s.  d.);  baechantischer,  zügellos
sich  ergehender  Taumel  2c.  -äft,  m.  ,  en,  (—e);
—en:  Einer,  der  Orgien  feiert:  O-isch,  a.  -ĩe,