Full text : Bei den Fahnen des III. Armeekorps von Metz bis le Mans.

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sie  von  den  52ern  bewacht  wurden.  Am  30.  übernahm  mein
Regiment  die  Wache.  Es  war  ein  Wetter,  als  wenn  Himmel
und  Erde  zusammenstürzen  wollte,  der  Biwaksplatz  ein  knietiefer
  Sumpf,  darin  im  wirren  Knäuel  mehrere  tausend  Franzosen,
  Infanterie,  Kavallerie  und  Artillerie  untereinander  in
bejammernswertem  Zustande,  halb  verhungert,  viele  ruhrkrank
in  durchaus  unzureichender  Kleidung.  Die  Armen  litten  entsetzlich,
  weithin  hörte  man  das  Stöhnen  und  Jammern,  manche
saßen  apathisch  im  Schmutze  und  stierten  ins  Leere,  einige  starben
in  der  Nacht  auf  der  Stelle.  Unsere  Intendantur  hatte  das
Möglichste  gethan,  um  Lebensmittel  herbeizuschaffen,  aber
doch  reichten  dieselben  für  diese  Menge  nur  knapp,  dazu  machte
die  Verteilung  bei  der  Disziplinlosigkeit  der  Gefangenen  viele
Schwierigkeiten.  Das  Mitleid  unserer  Leute,  die  selbst  ohne
jeden  Schutz  und  ohne  jede  Erquickung,  bei  dem  furchtbaren
Wetter  bis  auf  die  Haut  durchnäßt,  als  Posten  grenzenlos  aushalten
  mußten,  war  rührend,  die  Offiziere  mußten  mit  aller
Strenge  einschreiten,  um  sie  zu  verhindern,  daß  sie  nicht  ihre
sämtlichen  Rationen  an  die  Gefangenen  verteilten  und  nachher
selbst  hungerten.  Diese  Biwaksnacht  gehörte  nach  dem  Urteil
aller  Kameraden  zu  dem  Schrecklichsten,  was  man  durchleben
konnte,  alles  pries  mich  glücklich,  daß  sie  mir  erspart  blieb.

Ich  war  am  29.  mit  den  Füsilieren  nach  St.  Privat
gerückt,  wohin  mein  Regiment  zusammengezogen  wurde.  Inzwischen
  hatte  ich,  auf  den  Säbel  gestützt,  wieder  so  notdürftig
humpeln  lernen,  aber  von  biwakieren  und  zu  Pferde  steigen
war  natürlich  noch  keine  Rede.  Ich  guartierte  mich  daher  zu
einem  guten  Freunde  und  Kameraden,  Hauptmann  Schr.  von
der  7ten  Kompanie,  der  mir  ein  Bett  mit  vielem  Stroh  versprach.
  Was  sonst  noch  darin  war,  davon  hatte  er  mir  nichts
gesagt,  ich  sollte  es  aber  bald  erfahren.  Kaum  hatte  ich  mich
hingestreckt,  um  mein  Bein  zu  pflegen,  dem  ich  wahrscheinlich
etwas  zu  viel  zugemutet  hatte,  und  das  mir  infolge  dessen  bedeutende
  Schmerzen  machte,  als  unter  mir  ein  verdächtiges
Rascheln  ertönte.  Es  war  ganz  still  im  Zimmer,  Schr.  schrieb
einen  Brief  und  die  Unterhaltung  war  verstummt,  daher  war
das  Knabbern  und  Rascheln  um  so  deutlicher  vernehmbar.
„Schr.,  um  Himmelswillen,  was  ist  denn  das?“  rief  ich  ihm

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