Full text : Rosenheimer Anzeiger. 61. Jahrngang (61)

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Rosenheimer  Anzeiger

L  Samstag,  D.  Januar  1910.

 

Senowerrssche  Nachrichten.

würzburg,  7.  Jan.  In  Geroda  bei  Brückberg
  brach  ein  Großfeuer  aus.  Es  vernichtete
drei  gefüllte  Scheunen  mit  den  Nebengebäuden
und  den  tausend  Jahre  alten  Kirchturm;  die
Kirche  wurde  gerettet.

Känchener  Neulptelten.

München,  7.  Jan.  Zwei  Söhne  des  Oberlokomotioführers
  Sommerer  spielten  heute  voarO
mittag  in  der  elterlichen  Wohnung  in  der
Donnersbergerstraße  mit  einem  geladenen  Revolver,
  der  sich  plötzlich  entlud.  Der  jüngere
der  beiden  Knaben,  der  acht  Jahre  alte  Rudolph
  Sommerer,  wurde  in  die  Schläfe  getroffen.
  Er  wurde  in  schwer  verletztem  Zustande
  in  die  Thirurgische  Klinik  gebracht.  An
seinem  Aufkommen  wird  Geweisel.

Künchen.  7.  Jan.  Eine  schwere  Bluttat
ereignete  sich  in  der  vergangenen  Nacht  vor
einem  Gasthaus  an  der  Schwanthalerstraße.  Ein
23  jähriger  Taglöhner  erwartete  dort  die  in
dem  Gasthaus  angestellte  21  jährige  Kellnerin
Marie  Wirmann,  die  er  schon  seit  längerer  Zeit
mit  Liebesanträgen  verfolgte.  Nachdem  die
Wirmann  den  Taglöhner  abermals  abgewiesen
hatte,  versetzte  dieser  dem  Mädchen  mit  einem
seitstehenden  Messer  einen  lebensgefährlichen
Stich  in  die  Herzgegend.  Der  Täter  konnte
später  festgenommen  werden.

Baneriches  Oberiand

g  Aibling,  7.  Jan.  Im  nahen  Dorfe
hatte  ein  etwas  ängstlicher  Schuhmacher-Hine
  sein  gesamtes  Vermögen,  hestehend  aus
3700  Mk.  in  Wertpapieren  und  Depositenscheinen
  Münchener  Banken  in  einer  Altarnische
der  dortigen  Kapelle  sorgsam  versiedt.  Als
Christabend  erschien  und  die  Russen  noch  nicht
kamen,  schied  der  wackere  Meister  aus  dem
Leben  und  hinterließ  seinen  Verwandten  u.  a.
auch  einen  Zettel,  worauf  Ort,  Größe  und
Geschichte  des  verborgenen  Schatzes  genau  verzeichnet
  war.  Als  man  aber  an  der  angegebenen
Stelle  schleunigst  nachsah,  war  das  ganze  Geld
bis  auf  den  Rest  von  200  Mk.  vollständig  verschwunden.
  Wahrscheinlich  haben  es  die  —
fe  gefressen.  —  Also“  berichten  Münchener

 

 

 

 

Cokuatnachrichken.
Rosenhelm,  8.  Jan.

Auf  dem  Felde  der  Ehre  gefallen:
Johann  Frank,  Pfarrmesnerssohn  von  Eggstätt,
  Landwehrmann  im  Juf.-Leib-Rgt.;  Alois
Hofmann,  Bauerssohn  zum  Mecsner  in  Mühlberg
  (Traunstein),  Res.  im  3.  Inf.-Rgt.;  Michael
  Pirchmooser  zum  Breitenmich!  aus  Landl-Thiersee,
  gestorben  auf  dem  serbischen  Kriegsschauplat;
  Unterjäger  Josef  Hepperger,  Hausmeister
  beim  Gastwirt  Andrä  Ruppreckter  in

Landl-  Thiersee,  gefallen  in  Galizien,  früher
Vergfuhrer  im  Kaisertal  (Lepperger  ist  das  14.
Todesopfer  der  Gemeinde  Landl-Thiersec,  welche
damit  mehr  als  zehn  Prozent  der  Eingerückten
verloren  hat,).

Das  Eiserne  Kreuz.  Mit  dem  Eisernen
Kreuz  wurden  serner  ausgezeichnet:  Fahnenträger
  Mar  Huber  aus  Prien,  Unteroffizier
im  1.  Res.-Juf.Rgt.,  früher  in  Bernau,  Inhaber
  der  Südwestafrika-Medaille;  Bürgermeister
  Stollreither  von  Bad  Tölz,  Oberleutnant
  beim  15.  Inf.-Rgt.

Unsere  Toten.  Nach  den  vom  Ersatz-Bataillon
  des  Res.-Inf.-  gts.  Nr.  1  anher  gelangten
  Mitteilungen  sind  der  Hilfsmontcur
Peter  Lechner  und  der  Zuschneider  Friedrich
Franz  Kleinschmidt,  ersterer  am  11.  November
bei  St.  Laurent,  letzterer  am  19.  Dezember
1914  in  Biache  den  Tod  fürs  Vaterland  gestorben.


Aus  Feldpostbriefen,  welche  Rosenbeimer
  Krieger  nach  Hause  schreiben,  geht  die
in  der  letzten  Zeit  bedeutend  gestiegene  An-Kriffslust
  der  Franzosen  und  Engländer  hervor.
  Es  wird  berichtet  von  einer  unglaublich
großen  Munitionsverschwendung  der  französischen
  Artillerie,  von  täglich  und  stündlich  zu
regelmäßigen  Zeiten  sich  wiederholenden  Beschiefungen
  der  deutschen  Stellungen  und  von
Angriffsgefechten  und  Durchbruchsversuchen  der
Feinde  auf  der  ganzen  Linie.  Sehr  tröstlich  ist
dabei  für  uns,  daß  diese  lebhaft  heführlen  Atklionen
  fast  ganz  erfolglos  sind,  daß  sie  aber
dem  Feind  die  größten  Opfer  kosten.  In  den
Briefen  heißt  es  wörtlich:  „Wenn  die  Franhosen
  nur  recht  oft  und  tüchtig  angreifen,  dann
werden  sie  bald  besiegt  sein.“  Weniger  Erfreuliches
  melden  die  Briefe  von  der  deprimierenden
  Wirkung  der  seinerzeitigen  Rosenheimer
Falschmeldung  über  das  angebliche  Verhalten
von  Nosenheimer  Damen  den  französischen  Gefangenen
  in  Großkarolinenfeld  gegenüber.  Beschämung
  und  Niederzeschlageobeit  hatte  sie  für
die  Rosenheimer,  weicke  an  der  Front  seehen,
im  Gefolge.  Unwahrheiten  schreiten  schnellen
vorwärts,  als  Berichtigungen  ihnen  folgen
lönnen.  (3.)

Ein  Neujahrsgruß  aus  franzöfsi.
scher  Gefangenschaft.  Von  Herrn  Hans
Reff,  welcher  seit  Wochen  Kriegsgefangener  in
Momtbrifon  im  Loire-Departement  ist  erhielten

 

wir  heute  eine  vom  13.  Dex  datierte,  mit  dem
Poststempel  vom  1  0  bene  Postkarte,
auf  der  es  heißt  schon  in  Erfahrung
  gebracht  *  zwer  befinde  ich  mich
hier  in  französischer  Gefantenschaft,  die  ich  hier
mit  mehreren  Kumeraden  aus  Rosenheim  und
Umgebung  teile.  Gott  sei  Dank  sind  wir  alle
gesund  und  den  Umständen  entforechend  geht  es
uns  gut.  Die  Freiheit  allerung.,  welche  die  Gefangenen
  in  Deutschland  haben,  ist  uns  leider
nicht  gegeben.  Wünsche  nen  recht  fröhliche
Weihnach  tsfeiertage  und  eit  recht  gutes  neues
Jahr,  was  ich  auch  der  gesemtin  Nosenheimer
Bevöllerung  und  allen  Vereiren  wünsche.“  Diese
Wünscke  erwidern  wir  hiemit  bestens  und  freuen
uns  mit  Herrn  Neff  auf  ei  baldiges  Wiederehen.


In  japanischer  *i  genschaft.  Wie
früher  schon  berichtet,  sind  mei  Söhne  unserer
Stadt,  welche  zu  den  Helden  von  Tsingtau  gehören,
  i  in  jopanische  Gefangeichaft  geraten.  Der
eine  ist  der  Seesolhat  Peter.  Huber,  Sohn  der
Lokomotioheizers--  u#  Hausbesitzerseheleute
Huber,  äußere  Mün  uersirahe  27.  der  andere
ist  ein  Sohn  des  Suh  macheimeisters  Kastner.
Beide  find  in  jap.nischer  Gefangenschaft,  wie
aus  Briefen  herronet,  welche  lic  an  ihre  Angehörigen
  gesandt  aben.  Huber  creibt  vom
Truppenübungsp'.  Kurume  in  Japan  unter
dem  17.  Novemb.:  „Seit  vier  Monaten  schon.
wartet  Ihr  woh’  vergebens  auf  ein  Lebenszeichen
  von  eurempeter,  doch  es  ist  Krieg.  Daß
ich  durchgekommen  bin,  beweisen  meine  Zeilen.
Ueber  die  Tsingtaer  Ereignisse  kann  ich  euch
nichts  mitteilen  (ds  wißt  ihr  ja  aus  den  Zeitungen),
  denn  wirsind  hier  kriegsgefangen.  Es
geht  uns  hier  so  veit  ganz  gut,  da  wir  doch

als  Europäer  bebndelt  werden.  Das  Essen
ist  nach  unserer  At.  Unter  Kälte  haben  wir
hier  vorläusig  unt  zu  leiden.  Die  Schlafgelegenheit

  gebt,  in  Federbett  ist  es  allerdings
  nickt.  Löhnun  bekommen  wir  keine,  aber
wir  erhalten  alles,  we  für  unseren  Lebensunterhalt
  gebraucht  wird.  Der  Japaner  braucht  auch
nicht  mit  dem  Chinsen  verglichen  zu  werden;
diesem  ist  er  weit  voaus  in  Bezug  auf  Reinlickkeit
  und  bei  allen  hustigen  Einrichtungen,  die
ich  bis  #jeht  kennen  geernt  habe.  Also  schlecht  geht
es  uns  in  der  japaiischen  Gefangenschaft  nicht.
Bei  der  Belagerung  bin  ich  unverletzt  geblieben.“
  Huber  stand  bei  der  1.  Komp.  des  dritten
See-Bat.  Wie  der  Sohn  des  Schuhmachermeisters
  Kastner  schrebt,  ist  er  in  Fukuoka,  einer
9größeren  Stadt  JHans  am  Meere,  in  Gefangenschaft;
  die  Behardlung  sei  eine  den  deutschen
Helden  würdige.  Zwei  Brüder  des  tapferen
Seeoldaten  stehen  etenfalls  seit  Kriegsbeginn  im
Felde,  und  zwar  auf  dem  westlichen  Kriegsschauplatz..
  Auch  der  Sesoldat  Stocker  von  der  Masckinen-Kanonen-Abeilung
  befindet  sich  in  japanischer
  Gefangenscheft  in  Kurume.  Er  ist  ein
Nesse  des  Herrn  Deitisten  Held  und  teilte  jeinen
Angehörigen  ebenfals  mit,  daß  er  noch  gesund
und  munter  ist.

Die  meuen  Kriegsbrotbestimmungen.
  Die  von  uns  bereits  veröffentlichte  Verordnung
  des  Vundesrates  vom  5.  Januar,  die
am  15.  Januar  in  Kraft  treten  soll  (ür  Bayern
kommt  noch  eine  Vollzugsvorschrift)  ist  darauf
zurückzuführen,  daß  die  früher  erlassenen  Verordnungen
  zur  Einschränkung  des  Weizenmehlverbrauchs
  und  zur  Streckung  der  Getreidevorräte
  nicht  den  erwarteten  Erfolg  hatten.  Dieneue
  Bundesratvverordnung  bringt  für  das
Bäckergewerbe  eine  große  Umwälzung  im  ganzen
  Produktionswesen,  und  besonders  sch  wer  mag
dies  von  den  kleineren  Geschäften,  die  vorwiegend
  mit  der  Erzeugung  von  Frühstücksbrot
ihre  Existenz  fristeten,  gerade  in  der  jetzigen
Zeit  empfunden  werden.  Ein  Trost  mag  darin
gelcgen  sein,  daß  sich  alle  Betriebe  ohne  Unterschied
  der  Verordnung  anzupassen  haben,  daß
keine  Ausnahmen  gemacht  und  auch  teine  Ausnahmen
  erwartet  werden.  Schon  aus  der  Erkenntnis
  der  Notwendigkeit  derartiger  Mahnahmen
  und  aus  patriotischem  Pflichtgefühl  darf
erwartet  werden,  daß  die  Bäcker  das  schwere
Opfer  auf  sich  nehmen  werden,  daß  aber  auch
das  Publikum  in  verständnisvoller  Weise  diese
Maßnahmen  als  im  Interesse  der  Volksernährung
  als  unumgänglich  notwendig  anerkennen
wird.  Es  können  jetzt  die  feineren  Weißbrote
nicht  mehr  hergestellt  werden,  was  aber  für  die
rationelle  Volksernährung  nur  von  Vorteil  sein
dürfte.  Der  Begriff  Kuchen  hat  insoferne  eine
Einschränkung  erfahren,  als  nach  dem  Wortlaut
der  Bundesratsverordnung  alle  feineren  Hefengebäcke
  wie  Kränze,  Schnecken,  Zöpfe,  Butterbörnchen,
  Zuckerbrote  usw.  nicht  als  Kuchen  an-#Auschen
  sind.  Die  Abschaffung  der  Nachtarbeit

äckereien,  Konditoreien  und  Hotelbäkbereien
  hat  zur  Folge,  daß  frisches  Gebäck
mit  Einführung  der  neuen  Verordnung  zum
Frühstück  nicht  mehr  zu  haben  ist,  wodurch  für
die  ganze  Zubereitung  von  Klein-Weißbrot  eine
andere  Grundlage  geschaffen  werden  muß.  Am
besten  wäre  es  wohl,  wenn  die  Bäcker  lelbst
sich  dahin  einigen  würden,  ein  Einheitsbrot  herzustellen,
  wozu  ja  in  den  Vorschriften  über  die
Einheitsmehle  schon  die  Vorbedingungen  gegeben
sind.  Es  ist  zu  erwarten,  daß  sich  das  Publikum
unter  Würdigung  der  gegebenen  Verhältnisse
olne  Unterschied  des  Ranges  und  Standes  und
der  Vermögeneverbältnise  mit  einem  solchen
Einheitsbrot  abfinden  wird.

Der  Gabelsberger  Stenographen.

perein  Rosenheim  hielt  in  seinem  Vereins- 



lokale  Gasthaus  Wendl  seine  31.  Jahresversammlung
  ab.  Der  1.  Vorstand,  Herr  Kgl.
Seminarlehrer  Niklas,  richtete  herkliche  Begrü
ßungsworte  an  die  in  ver  stattlichen  Zahl  vor
31  Damen  und  Herren  erschienenen  Kunstbeflis
senen.  Seine  weiteren  Worte  standen  unter
dem  Eindruck  des  Krieges;  zur  Bekräftigune

seines  Wunsches  „auf  glückliche  Heimlehr  dei

unter  die  Kriegsfahne  berusenen  15  Vereins
mitglieder  und  auf  daß  Gott,  der  Herr  übe:
die  Geschicke  der  Menschen,  jeden  Einzelnen  uni
unser  liebes  herrliches  Vaterland  beschütze“,  er
hoben  sich  die  Anwesenden  von  ihren  Sitzen
Die  erhebende  Stimmung  wurde  weiter  erhöh
durch  die  Ueberreichung  einer  Ehrenurkunde  nebisilbernem
  Vereinsabzeicken  an  Herrn  Buch
druckereibesitzer  Franz  Späth  dahier,  der  in  25
jähriger  treuer  Mitgliedschaft  und  14  jährige
eifriger  Mitarbeit  als  Ausschußmitglied  für  di
Gabelsbergersche  Kunst  und  den  Verein  sich  ve
dient  gemacht  hat.  Sichtlich  erfreut  dankte  re
Späth  und  widmete  dem  Verein  und  dem  sei
24  langen  Jahren  an  dessen  Spitze  stehende
sehr  verdienten  Vorstande,  Heren  Kgl.  Seminar
lehrer  Niklas,  ein  beifällig  ausgenommene:
Hoch.  Nach  dem  von  Herrn  Schriftführer  Rott
müller  über  die  Vereinstätigkeit  im  abgelaufe
nen  Jahre  erstatteten  Bericht  besteht  der  Verein
zurzeit  aus  4  Ehren=  und  73  ordentlichen  Mitgliedern
  und  verlor  im  Oktober  dieses  Jahrer
durch  den  Tod  seinen  eifrigen  Bücherwart  un:
langjähriges  Mitglied  Herrn  Lagerhausbuck
halter  Karl  Staber,  dem  allzeit  ein  ehrende
Andenken  gesichert  ist.  Zu  jetziger  Kriegs#i
besuchen  den  Anfängerkurs  31,  den  —
dungskurs  32  und  den  Saßtürzungskurs  8  Da
men  und  Herren,  sohin  insgesamt  71  Teilneb
mer.  Von  18  Teilnehmern  des  Vereinswett
schreibens  am  5.  Juni  v.  J.  konnten  17  mi
Preisen  ausgezeichnet  werden,  desgleichen  2  Ver
einsmitglieder  für  ihre  Leistungen  beim  Kreis
verbandswettschreiben  am  7.  Juni  in  Weilheim.
Die  Vereinsbücherei  zählt  zurzeit  380  Bände.
Der  von  Herrn“  Kassier  Stürminger  erstattete
Kassabericht  ließ  an  Einnahmen  1172.88  Ml.,
an  Ausgaben  935.44  Mk.  ersehen.  Den  beiden.
Berickterstattern  wurde  Dank  und  dem  Kassier
auch  Entlastung  zuteil.  Beschlossen  wurde,  aus
der  Vereinskasse  100  Mk.  dem  Ortsausschuß
zur  Fürsorgetätigkeit  für  die  Angehörigen  der
PLeiegsteilaehmer  zu  überreichen.  Hierauf  sprach
Herr  Kaufmann  Eugen  Maier  in  ehrenden  Worten
  der  gesamten  Vereinsleitung  für  ihre
Mühewaltung  herzlichen  Dank  aus.  Ebenso  fand
Herrn  Maiers  Vorschlag,  die  bisherige  Vorseits

  beifällige  Zustimmung.  Die  Gewählten,
Vorstand  Niklas,  Schriftführer  Rottmüller,
Kassier  Stürminger  und  Zeisitzer  Späth  und
Bensegger  nahmen  ihre  Ehrenämter  wieder  an.
Die  Wahl  eines  Bückerwartes  an  Stelle  des
verstorbenen  Herrn  Staber  wurde  für  später.
versckoben.  Sodann  wurde  einstimmig  die  Versendung
  von  iebesstaben  an  die  im  Felde  steheuden
  Mitglieder  beschlossen.

Verhaftungen.  Eine  Dienstmagd  von
Niederböring  wurde  wegen  Diebstahls  und  Betrugs
  feslgenommen.  —  Ein  Hilfsmontcur  aus
Weiheim  in  Württemberg  wurde  wegen  Bannbruchs
  festgenommen.

Der  Weltkrieg.

Letzte  Telegramme  bis  3  Uhr  nachm.
WITB.  Großes  Hauptgquartier,  8.
Jan.,  vormittags.  Amtlich.
Der  andauernde  Regen  sumpft  das  Gelände
in  Flandern  mehr  und  mehr  ein,  so  daß  die  Operationen
  stark  behindert  werden.

 

Oesilich  Reims  versuchten  die  Franzosen  heute
nacht,  uns  einen  Vorgraben  zu  entreißen.  Durch
einen  sofort  angesetzten  Gegenangriff  wurden
sie  aus  ihren  Stellungen  zurückgeworsen  und
verloren  50  Gefangene  an  uns.

In  der  Mitte  und  im  Ostteil  der  Argonnen
machten  unsere  Truppen  weitere  Fortschritte.

Ein  nächtlicher  französischer  Angriff  gegen
unsere  Stellungen  am  Buchenkopf  südlich  Diedolshausen
  wurde  abgewiesen.  Weitere  Angrisse
  der  Franzosen  auf  die  Höhe  wesilich  Sennheim
  brachen  in  unserem  Artillerieseuer  zusammen.
  Wir  machten  zwei  Ofsfiziere  und  hundert
Mann  zu  Gefangenen.  Um  die  Ortschaft  Oberburnhaupt
  südlich  Sennheim  wird  noch  gekämpft.

Auch  im  Osten  herrschte  ungünstige  Witterung.
  An  der  ostpreußischen  Grenze  und  im
nördlichen  Polen  änderte  sich  nichts.
Oestlich  Rawka  schritt  unser  Angriff  fort.
1600  Russen  wurden  gefangen  und  5  Maschinengewehre
  erbeutet

Auf  dem  östlichen  Pilica-Ufer  fanden  nur
Artilleriekämpfe  statt.

Oberste  Heeresleitung.

Vomwestlichen  Kriegsschauplatz.

Berlin,  3.  Jan.  Deutsche  Flieger  zeigten
sich  über  Strazele  und  Hazebrouk,  ebenso  über
Armentieres,  wo  Bomben  im  Bahnhof  epploa
dierlen.  Bei  dem  wenige  Stunden  späler  cinrichtet

  wird,
standschaft  ohne  weiteres  wiederzuwählen,  all.

 

saenden  Artilleriefeuer  wurden  mehrere  Häu—
ser  stark  beschädigt.  Bei  Verdun  wurdeneinige.
Kor  von  deutschen  Fliegern  bombardiert.  (.,

Von  der  belgischen  Grenge.

Amsterdam,  8.  Jan.  Die  „Times“  medet
  von  der  belgischen  Gren#:  Forikahrend:
Schnee=  und  Regenfälle  haben  dem'  Kaupf  zui
Ten  den  Schützengräben  seil  einigen  ––
o  gut  wie  unmöglich  gemacht.  Auf  1/1.##
Seiten  müßte  man  sich  darauf  beschrernn.  öi-Laufgräben
  so  wasserdicht  wie  mogtich  u
hen.  Nur  die  Artillerie  bleibe  den  ganien  25
bei  der  Arbeit.  (3.)

Das  französische  Parlament.
Genf,  8.  Jan.  Der  Beweggrund  der  r
en  Opposition  gegen  die  Wiedere:  z
esfkqnzosischenParlanientgiski)-.
orJatekpellationeniiberdie  ’Ikai  re.
iner  großen  Zahl  von  Generalen.  ##

efürwortete  rückhaltslos  einen
es  Parlaments.  (.3.)

  

 

 

Neue  Opfer  der  englischen  Minen.

Christiania,  8.  Jan.  Die  Minen  an
der  norwegischen  Küste  sch  einen  Opier  geĩordert
u  haben.  Drei  überfältige  Dampfer  :  .
ür  perloren.  (3.)

Zur  Kriegslage  im  Oen.

Amsterdam,  8.  Jan.  Der  Kor
zes  „Daily  Telegraph“  dralie#t
urg:  Bei  Betracktung  der  (dein
mmer  wieder  die  große  eer  ’-«
verden,  die  Deutschland  Ruß  land  1c1
mfolge  seiner  größeren  Mctili
um  eine  Folge  der  s#ategischen  #
So  lange  der  Feind  On=  und
und  Ungarn  besitzt,  lann  er  feine  Tr
einer  Front  zur  anderen  mit  solche#r  z5%
eit  wersen,  daß  selbi  der  heruhn
Marsch  der  Russen  nicht  dagegen  a.,
#ann.  Nur  so  lassen  sich  die  Lr#

)

  
  
    

àu?d

erklären.
Verlorene  russische  Aercl#une.
WIB.  Basel,  8.  Jan.  Die  „B
richten“  berichten:  Nack,  der  „Nu:
sind  bei  den  Kämpfen  bei  Lo#:
10  russische  Aeroplane  vericren  e,

Die  russischen
Pol

  
 

 

Verumür  ——- 


 
  

en.
Amsterdam,  83.  Jan.  Der  T.
meldet  aus  London:  Wie  aus

hat  das  Duma
die  ganze  Gegend  in  Polen  z:Wiher  LSn
Warschau  besichtigt  und  daruber  ein
veröffentlicht.  Darnach  ist  beind
verwüstet.  Was  durch  die
stört  wurde,  ist  geplünder:.  ##f
Schaden  davongelommen.  rur
rung  hat  deshalb  strenge  Ma-  re
(trussischen)  Plünderer  eratrise
die  bei  Sciernevice  ein  Schioß  «
den  siehenden  Fuße  erscked#en
ist  an  30  Stellen  Feue  *½
Schlosser  in  Wenvoien  ..
viele  Bauernhöre  in  Tnn  —
delt.  (.3.)
Unwetter  auf  de
plauenu.
Wien,  8.  Jan.  Dar  anhauen  .
und  die  fortwahrenden  Reg
ganzen  polnischen  und  galiplatz
  in  ein  Meer  von  Kor
jegliche  Bewegung  hemmt.  IS
ganzen  Linie  von  der  Weickkel  !
Paß  hält  tagsüber  an.  —-#
sind  schneefrei.  Ueber  ihre  H.  4  :-lideJiitbached.k..i»n-:j-.s:

beworriijeiikauiiirhts
TITel-el,deriiichrei-iisii:-ständenjegliche-is-qe.1.icr.kcts:.-..:Z«

EineneiiecfsciisixxiciExz·
BiidapefiswiTerdixc
etfianekde5.l,s.s·i.i  *
In  harter  und  bzäher  Arl
umfassende  V  borbereitungen
fensive  in  Serbien.
dierende  der  Sudarmee
sich  rasch  die  Her#zen  alt  u
herzog  besichtgt  unerm  «
iicksledciiLniieriior.-,I-...::«"
Mann.  Er  häit  strennb
rüstung  rollftändig  ii

Letzle  Ta#iseer

Schweres  Unglück  auf  der  Neum#ei:r
Untergrundlahn.
Kopenhagen,  8.  Jan.  n  r**
Tidende“  kringt  folgende  M.  idan  :in
morgen  ereignete  sich  auf  der  eier  n
grundbahn  ein  furchtbares  l#i
Haltestelle,  die  sich  am  Kreu  ud
Brodway  und  der  59.  Streer  borfin
aus  bisher  unbekannter  Uri##
Der  gesamte  Verkehr  auf  der  1#  -.:::..-::
murde  augenblicklich  mum  Ztoden  gerra..—
die  Explosion  entstand  an  e##een  #icudes
  Tunnels  Feuer  und  mehrere  Maern  #un
ten  ein.  Ein  Zug,  der  sick  in  der  ½2=Erplosion
  befand,  war  dicht  besenk.  rrt  Unn
fang  des  Unglucks  ist  noch  nicht  beiannt.

 

  

  

 

  

 

 

 

 

   
   
 

Der  ee  S.

 

 

 

 

 

 

 
  

.—

 

 

Wetterbericht  für  Samstag.  den  9.  Jaunnar:
1  Unbeständig;  weitere  Niederschlahe.