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denselben Staaten starben an „Lungenentzündung“ und an „sonstigen entzündlichen Krankheiten der
Athmungsorgane“ während der Jahre 1892 bis 1895 nacheinander:
40 036—43 023—833 841—32 436
Personen im Alter von 15—60 Jahren, mithin sind jährlich auf je 10 000 Lebende des bezeichneten
Alters im Durchschnitt 74 an jenen Krankheiten gestorben.
Wie ein Vergleich mit den Erläuterungen zu Tafel 3 ergiebt, wären diesen entzündlichen Krankheiten
kaum halb so viele Menschen des lebenskräftigsten Alters erlegen wie der Tuberkulose der Lungen,
doch ist das Berhältniß der beiden Todesursachen zu einander keineswegs überall das gleiche. Im rechtsrheinischen
Bayern kamen z. B. während der Jahre 1893 bis 1895 auf 7248 Todesfälle an solchen entzündlichen
Krankheiten 30 720 Todesfälle an Tuberkulose der Lungen, das Verhältniß war hier 100: 424,
dagegen kamen z. B. in Ostpreußen während derselben Berichtszeit auf 5 583 Todesfälle an entzündlichen
Krankheiten nur 5 843 Todesfälle an Lungentuberkulose, das Berhältniß war hier also 100: 105, im Jahre
1892 sogar 100: 86. Vielleicht wird die Bezeichnung „Lungenschwindsucht“ (amtlich = „Lungentuberkulose“)
im rechtsrheinischen Bayern bei vielen Verstorbenen als Todesursache eingetragen, welche nach den anderwärts,
z. B. bei den Standesbeamten Ostpreußens, üblichen Bezeichnungen als „verstorben an entzündlichen
Krankheiten der Lungen“ geführt werden.
Möglicherweise dient dies zur Erklärung dafür, daß z. B. auf je 10000 Lebende der Alkersklasse
von 15 bis 60 Jahren jährlich gestorben sind:
in Regensburg 47 an Tuberkulose der Lungen, 4 an entzündl. Krankh. der athm. Organ,
im Kreise Oletzko 14 „ „ „ 19 „ „
Während also in der bayerischen Stadt verhältnißmäßig dreimal mehr Personen an Lungentuberkulose
gestorben sind als im ostpreußischen Kreise, war die Gesammtzahl der aus beiden Ursachen Gestorbenen
dort nur um die Hälfte höher. ·
Das vierte Kartogramm dürfte hiernach insofern eine Ergänzung zu der Darstellung der Sterbefälle
an Lungentuberkulose auf Tafel 3 bilden, als nur da wo die auf beiden Karten veranschaulichten
Sterbeziffern hohe sind, für die Erwachsenen der mittleren Altersklasse große Gefahr besteht, vorzeitig an
einem Lungenleiden, — sei es Tuberkulose, sei es eine entzündliche Krankheit, — zu sterben, während
andrerseits unter besonders günstigen Verhältnissen in dieser Hinsicht nur die Bewohner derjenigen Gebietstheile
leben, in denen beide Ziffern niedrig sind.
Bezeichnet man nach dem Farbenton auf der Tafel 4 diejenige Sterbeziffer als niedrig, welche ausdrückt,
daß jährlich nicht mehr als 10 auf je 10 000 Lebende der Altersklasse von 15—60 Jahren an
entzündlichen Krankheiten der Athmungsorgane starben, andrerseits diejenige Sterbeziffer als hoch, welche
ausdrückt, daß mehr als im Mittel, also jährlich mehr als 15 auf je 10.000 Lebende starben, so ergeben
sich folgende Reihen nach der Höhe der Sterblichkeit:
Die niedrige Sterbeziffer hatten während des einen Berichtsjahres, für welches Ausweise aus
Sachsen-Meinigen vorliegen,
1) alle 4 Kreise dieses Herzogthums — 100 % derselben,
ferner während der vierjährigen Berichtszeit im Durchschnitt jährlich:
2) in Ober- und Niederbaheeen 54 von 56 Verwaltungsbezirken — 96 00 derselben,
3) „ der Oberpfalz und Schwaben 836 „ 50 — 72½% 2
4) „ „ Bayerischen Pfatz 8 „ 183 6 — 62% „
5) „ den fränkischen Regierungs-Bezirken 34 „ 73 „ — 4% „
6) im Königreich Sachsen 14 „ 28 = 50 0% „
7) in Sachsen-Coburg-Gotha 2 „ 5 getrennten Bezirken — 40% „
8) „ Hessen. 7 „ 18 Kreisen 39 % „
9) „ Schleswig-Holsten 6 „ 28 „ — 26% „
10) „ Westprenßen 6 „ 27 „ 22% „
11) „ Württembtrreergggg 18 „ 64 Oberämtern 20% „
12) „ Posen 7 „ 42 Kreisen — 1% „
13) „ Brandenbungggg 6 „ 39 „ — 15% „
14), Baben 6 „ 52 Bezirksämtern 12% „
15) „ Hannobenr 7 „ 78 Kreisen — 90so »
16) „ Pommen 2 „ 30 „ — 9% „
17) „ Hessen-Nassar 2 „ 42 — 6% „