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werden pflegte. Mit einer wirklich rühmenswerten Offenheit
bekannte sich Herr von Falkenhayn als ein aufrichtiger Freund
der Presse, wenn er sich an das Hohe Haus mit den Worten
wandte: „Man mag die Bedeutung der Publizistik so hoch
schätzen, wie man will, und niemand kann sie höher schätzen
als ich persönlich, wovon ich noch Beweise zu liefern hoffe.“
Und nicht minder aufrichtig klang sein Wunsch, mit der Presse
gute Beziehungen zu pflegen, wenn er sagte: „Den Interessen
des Reiches wird sicherlich am besten und um so besser gedient
sein, je mehr in Zukunft in vertrauensvoller Verbindung die
Organe der Hecresverwaltung und die Organe der öffentlichen
Meinung zusammenarbeiten.“ Freimütig sprach der Kriegsminister
in jener denkwürdigen Rede der Publizistik auch das
Recht einer freien Kritik zu, soweit sie den unbeugsamen Willen
zeige, ehrlich zu bessern.
Es kann nicht wundernehmen, daß solche Darlegungen und
Bekenntnisse von der Ministerbank aus besonders gerne von
den Vertretern der linksstehenden Parteien gehört wurden, und
daß der Kriegsminister mit seiner geraden Offenheit auch dort
Sympathien fand, wo sonst schon aus prinzipiellen Gründen
seine politischen Gegner stehen. Daß in jeder einzelnen Rede,
die Herr von Falkenhayn in seiner Eigenschaft als preußischer
Kriegsminister vor der deutschen Volksvertretung hielt, die umfangreiche
Sachkenntnis des Redners auffiel, kann hier gern
bestätigt und nochmals festgestellt werden. Im allgemeinen
lagen aber die Vorzüge seiner Darlegungen wohl in der präzisen
Klarheit und in der überzeugenden Art, in der er argumentierte
und seiner Meinung freien Ausdruck gab. Daß er
stets die Materie, die in Verhandlung stand, in ihren letzten
Zusammenhängen durchaus beherrschte, mag ihm selbst ein
willkommenes Hilfsmittel gewesen sein, auch auf Gegner überzeugend
zu wirken.
Vor eine sehr schwierige parlamentarische Aufgabe war
Kriegsminister von Falkenhayn durch die unerquicklichen Vorfälle
gestellt worden, die sich im Herbst des verflossenen Jahres