Full text : Zur Vorgeschichte des Weltkrieges.

künftige  Schicksal  Kretas  schlüssig  geniacht  habe.  Wie  in  England,
ist  auch  in  Fraukreich  und  Italien  die  griechenfreundliche  Strö—
mung  gegen  den  Blockadevorschlag.

Am  22.  Februar  russischer  Vorschlag:  keine  Annexion  der
Insel,  Zusicherung  der  Autonomie,  Mitteilung  dieser  Entschlüsse  in
Konstantinopel  und  Athen  nebst  Ultimatum  an  die  griechische  Regierung
  zur  Rückberufung  der  Truppen  des  Obersten  Vassos.
Deutschland  stimmt  sofort  ohne  Vorbehalt  zu  und  lehnt  die  Anregung
  von  anderer  Seite,  zunächst  Griechenland  aufzufordern  und
dann  erst,  wenn  es  sich  weigert,  das  Ultimatum  zu  stellen,  rundweg
ab.  England  möchte  auch  die  Türkei  aufgefordert  wissen,  daß  sie
ihre  militärischen  Kräste  von  Kreta  zurückziehe.  Hanotaux  wünscht
und  erreicht  eine  Sommation  (dringliche  Aussorderung)  statt  des
Ultimatums.  Diese  wird  am  2.  März  mit  einer  sechstägigen  Frist
überreicht.  Deutschland  schließt  sich  sofort  den  von  den  Admiralen
für  den  Fall  einer  ablehnenden  Antwort  Griechenlands  beschlossenen
Zwangsmaßregeln  an.  Die  Antwort  Griechenlands  macht  viel
Worte  und  gewährt  nichts.  Wieder  zandert  Salisbury,  er  meint,
man  könne  vielleicht  die  griechischen  Soldaten  des  Vassos  in  eine
Polizeitruppe  verwandeln  und  zur  Beruhigung  der  Kreter  verwenden.
  Der  russische  Gras  Murawiew  erklärt  am  10.  März  die
Autwort  Griechenlands  einfach  für  unannehmbar  und  nimmt  eine
Blockade  des  Hafens  von  Volo  sowie  eine  Okkupation  der  Insel
durch  ein  kombiniertes  Korps  in  Aussicht.  Deutschland  stimmt
wieder  der  Blockade  griechischer  Häsen  und  der  Verstärkung  des
Landungskorps  auf  Kreta  (wenngleich  ohne  eigene  Beteiligung)
sofort  zu,  während  England  zwar  ein  Truppenkontingent  für  Kreta
stellt,  die  Blockade  griechischer  Häfen  aber  verschoben  wissen  will.

Am  18.  März  wiederholt  Rußland  angesichts  der  Truppenanhäufungen
  an  der  thessalischen  Grenze  den  Vorschlag,  Volo  zu
blockieren,  England  weicht  aber  wieder  aus  mit  dem  Gegenvorschlag,
beide  Teile,  Türken  und  Griechen,  aufzusordern,  daß  sie  ihre  Truppen
  an  der  Laudgrenze  auf  soundso  viel  Meilen  zurückziehen  und  so
eine  neutrale  Zone  herstellen.  Bis  Ende  März  geht  viel  kostbare
Zeit  verloren,  ohne  daß  eine  Einigung  zustande  kommt.  Die  Admirale
  verlangen  am  29.  März  nochmals  den  Blocus  von  Athen.
Endlich  willigt  Eugland  ein,  sich  an  der  Blockade  der  Festlands-7