Lehrkompanie — Leuchtkugeln.
Potsdam errichtet, hat den Zweck, Gleichförmigkeit
und übereinstimmung im
Dienst und den Exerzierübungen der ganzen
Infanterie herbeizuführen. Es wird
jährlich 15. April aus Offizieren und
Mannschaften der ganzen Linieninfanterie
des 1.— 15. Armeekorps und Seebataillons
derart zusammengestellt, daß
von jedem Bataillon zwei Mann kommandiert
werden, so daß das L. 22 Offiziere,
57 Unteroffiziere, 640 Mann (außer den
übrigen Chargen) zählt. Am 1.Okt. löst es
sich bisauf einen Stamm von 60ffizieren,
17 Unteroffizieren, 112 Gemeinen 2c. auf.
Lehrkompanie, s. Artillerieschießschule.
Lehrschmieden haben den Zweck, die
Verbreitung und Sicherung eines gleichmäßigen
und rationellen Hufbeschlags
durch weitere Ausbildung von Schmieden
aus dem Stande der Unteroffiziere und
Gemeinen zu Fahnenschmieden und Beschlagschmieden
zu bewirken. Die erste
derselben wurde 1867 zu Berlin bei der
dortigen Militktroßarzlsch uleerrichtet und
dient zugleich zur Ausbildung von Anwärtern
für dieselbe. G enwirti -
stehen noch L. in Breslau, Königsberg
i. Pr., Gottesau (bei Karlsruhe), für
Bayern in München, für Sachsen in
Dresden. Sie stehen unter der Inspektion
des Militärveterinärwesens. Die zu
den L. Kommandierten müssen ein Jahrgedient
haben, schmieden, lesen und schreiben
können. Nach Ablauf eines sechsmonatlichen
theoretischen und praktischen Unterrichtskursus
findet eine Prüfung statt, auf
Grund deren Vorschmiederausgewählt
werden, welche weitere sechs Monate in
den L. verbleiben. Bestimmungen hierüber
sind enthalten in den Bestimmungen
über das Militäw#eterinärwesen vom
25. Jan. 1874, Anhan zur Herrordnun .
Leibkompanien. e 7. und 18.
Jahrh. war der Regimentsinhaber gleichzeitig
Chef einer Kompanie seines Regiments,
die dann Leib= oder Stabskompanie
hieß. Ebenso hieß die erste
Kompanie des Regiments, von dem der
Landesfürst Chef war, Leibkompanie. In
diesem Sinn besteht die Bezeichnung noch
heute. In der preußischen Armee führen die
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ersten Kompanien des 1. Garderegiments
l Fuß und die des Regiments Gardes du
orps diesen Titel; ferner sind die ersten
Kompanien der Regimenter Nr. 115—117
und die ersten Eskadrons der Dragonerregimenter
Nr. 23 und 24 (Chef Großbergeg
von Hessen) L., beziehentlich Leibeskadrons.
Das Füsilierbataillon des
Regiments Nr. 118 ist Leibbataillon.
Leibregimenter sind die Infanterieregimenter
Nr. 8, 100, 109, 115, das
bayrische Leibinfanterieregiment, die Husarenregimenter
Nr. 1 und 2 und das
Kürassierregiment Nr. 1.
Leibriemen (Säbelkoppel), . Bandelier.
Leitfener, durch Papierhülsen gezogene
Muroschnur (l. d.), zur Entzündung von
egenständen dienend, die man nicht mit
der Hand entzünden kann.
Lenkscheitsystem, s. Wagen.
Lettenhaue, s. Erdhauen.
Leuchtfackeln (C/77). Der in hydraulischer
Maschine in Walzenform gepreßte
Satz (100 Salpeterschwefel, 7 Mehlpulver,
5 Schwefelantimon) wird zum
Schutz gegen Feuchtigkeit in Schellackpapier
gewickelt und in eine Zinkhülse
esteckt. Diese ist mit einem Leucht-Sadelzünber.
versehen, der durch einen
Schlag auf den Knopf des Zündstifts,
wobei eine Zündpille zur Explosion gebracht
wird, den Satz entzündet. Die L.
dienen zum Erleuchten der Eskarpe und
des Grabens von Festungswerken und
werden entweder auf der Breme aufgestellt,
oder in besondern Vorrichtungen,
den Walllampen, aus den Scharten
freistehender Mauern beruntergelessen
Der Durchmesser des Erleuchtungskreises
beträgt 100 m., die Brennzeit 10—12
Minuten.
Leuchtfeuer, s. Seezeichen.
Leuchtkugeln, mit Leuchtsatz gefüllte
oder gestopfte eiserne Gerippe (s. Karkasse),
Leuchtkreu ze. Die Zusammensetzung
des Leuchtsatzes (26 Salpeter, 20
Schwefel, 2 Mehlpulver; der Schwefel
wurde geschmolzen) hat sich im Lauf der
Zeit ebensoviel geändert wie die Art des
Ansetzens (warm, kalt, mit ätherischen
Olen, Spiritus). Das gefüllte Leucht-