Metadaten : Spittler’s sämmtliche Werke. Fünfter Band. (5)

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seine  Pflicht  fuͤhlt,  sieht  sich  wie  in  einer  Komoͤdie  mißbraucht,
  wenn  er,  mit  aller  Besonnenheit  und  Feierlichkeit
eines  hochbetrauten  Raths,  in  einer  Nominal-Regierung
sitzen  soll.  Es  läßt  sich  auch  wohl  laut  genug  in  seinem
ganzen  Klageton  hdren,  daß  er  seinen  Collegen,  die  sich
alles  bieten  ließen,  die  dkonomischen  Vortheile  ihrer  Stellen
  benutzten,  und  übrigens  im  Rath  zulammen  kamen,
die  Jeitungen  des  Tages  zu  hdren,  fast  noch  mehr  boͤse
war,  als  dem  Kdnige  selbst  und  seinen  undänischen  Rathgebern.
  Kaum  ließ  sich  aber  auch  verkennen,  daß  es  wirklich
  doch  ungefähr  so  sey,  wie  Skeel  es  beschrieb;  die  Bitterkeiten
  abgerechnet,  womit  er's  beschrieb,  und  daß  es
ihm  wie  allen  gieng,  die  lange  viel  zu  sagen  hatten,  sobald
  aber  ihr  Ansehen  finkr,  in  allem  Ernst  fürchten,  daß
die  Welt  untergehe.

Und  daher  fragte  sich's  doch  auch  noch,  ob  wirklich
in  der  neuen  Regierungsform,  die  sich  allmählich  bildete,
und  die  freilich  aus  der  Desorganisirung  der  alten  hervorgehen
  mußte,  der  wahre  Gemeinschaden  verborgen  liege  ?7
Ob's  besser  gehen  würde,  wenn  sich  die  Landesregierung
so  ganz  aristokratisire,  wie  man  es  bei  der  Capitulation
des  Kdnigs  bezweckt  hatte,  und  wie  es  wohl  fast  geworden
wäre,  wenn  der  Koͤnig  bles  dänische  Edelleute  zu  Rathgebern
  genommen  hätte?  Seltsam  genug,  daß  dem  Manne
gar  nicht  einfiel,  wo  eigenlich  der  Haupt-Schaden  liege;
nicht  einfiel,  daß  der  Adel,  der  vohl  zwei  Drittheile  des
ganzen  Dänmark  besaß,  selbst  bei  einem  außerordentlichen
Vorfall  zur  Unterhaltung  der  Armee  und  Flotte  nur  ungefähr
  70,000  Rthlr.  geben  wollte  2).  Er  selbst  war  ciner

*)  S.  Riegels  Versuch  einer  Geschichte  Christians  V.  S.  96.