Full text : Württembergische Geschichtsquellen. Fünfter Band. (5)

1469  April  6.  485

iglichs  fursten  und  herren  gleyt  baben  sol,  so  fer  er  zu  geleiten  hat
zu  wasser  und  zu  lande  für  sich,  die  sinen  und  der  er  ungeverlich
mechtig  ist.  Und  ob  darüber  einiche  personen  beschedigt  oder  zugriffe
  gescheen  würden,  darzu  wöllen  wir  thun  nach  nachvolgen  mit

5  unser  iglichs  landen  und  luten,  das  getrülich  und  ernstlich  understen
zu  weren  und  zu  strafen,  als  sich  dan  darzu  zu  tun  geburt.

Es  söllen  auch  sollich  personen  oder  flossholz  nit  verkumert
oder  ufgehalten  werden  durch  uns,  die  unsern  oder  yemant  anders,
es  were  dan  das  einer  frevelt  und  sich  strafwürdig  mechte,  der  sol

10  mit  recht  oder  uf  ein  abtrag  gestraft  werden,  nach  dem  das  verschulden
  ist,  an  den  enden  da  der  frevel  geschee  und  sich  zu  verteydingen
  gebürt,  ungeverlich.”  Und  uf  das  der  anfang  den  armen
lüten,  dem  flösser  und  kauflüten  dester  lichter  sy  und  mit  zölle  nit
übernomen  werden,  so  haben  wir  der  pfalzgrave  und  wir  grave

15  Ulrich  gewilliget,  das  wir  von  buwholz,  das  die  Murre  heraberkompt,
zu  Besickeim  und  Lauffen  glich  gezollet  nemen  wöllen.  Was  aber
buwholz  von  der  Enze  uf  den  Necker  kompt,  damit  sol  es  an  yedem
zolle  gehalten  werden  als  von  alter  her.  Aber  von  brennholz  und
andrem  holz,  so  die  Murre  herabekompt,  sol  gezolt  werden  als  nach-20

  stet:  nemlich  von  einem  gestore  brennholze  an  yedem  zolle  ein
pfenning,  item  von  eins  guldin  wert  pfeln  ein  schilling  haller;
item  von  eins  gulden  wert  tugen  und  fasserbeden  ein  schilling  haller;
item  von  geschirre  zu  keltren,  bracken  oder  britter  sol  auch  also
ungeverlich  an  zollen  gehalten  werden,  und  sol  fort  den  Necker  abe

95  an  andren  zollen  mit  den  flötzen  und  bolz  gebalten  werden  als  mit
andrem  holz  von  alter  her  gehalten  ist,  alles  ungeverlich.

Item  ob  einem  flötzer  eine  wyde  oder  flotze  anbreche,  wo  in
dann  ungeverlich  der  schade  begrifft,  da  mag  er  am  nechsten  wyede
oder  bande  hauwen  und  sin  flotz  wider  heften  one  intrag  un  geverde.

30  Und  sol  yemant  uns  fursten  und  herren  an  disem  unser  furnemen
  das  flossen  berürn  irren  wölt  oder  understunde,  so  wöllen  wir
einander  beholfen  sin  das  abzuschaffen  und  dise  unser  meinung  zu
hanthaben.

Item  als  bisher  die  flossere  zu  Heiltpronnen  kaüfs  halb  uf-35

  ge[halten]  sind  worden,  da  han  wir  mit  dem  rade  zu  Heiltpronnen

sovil  thun  reden  und  sy  uns  verwilligt  und  zugesagt,  das  sie  das

obgemelt  buwholze,  brennholze  und  ander  holz  kaufs  halb  hinfür

nit  me  oder  lenger  ufhalten  wollen  dan  über  nacht  und  alsdan
fürderlich  durch  ir  mülen  fürlassen,  alles  ungeverde.

40  Und  sol  dise  voreinung  und  vertrag  weren  und  besteen  für