Full text : Gesetzsammlung für die Fürstlich Reußischen Lande Jüngerer Linie. Achtzehnter Band. 1875-1878. (18)

304

Für  die  Zeit  vom  1.  November  Einschließlich)  bis  zum  31.  Mai  des  nächstsolgenden
  Jahres  ist  der  Fang  von  Krebsen  in  allen  nicht  geschlossenen  Gewässern
verboten.  Gelangen  Krebse  während  dieser  Schonzeit  in  die  Gewalt  des  Fischers,  so
sind  dieselben  mit  der  zu  ihrer  Erhaltung  erforderlichen  Vorsicht  sofort  wieder  in  das
Wasser  zu  sehen.

l  11.

Außer  den  durch  §  20  des  Gesetzes  vom  15.  Juli  1870  (Ges.-S.  Bd.  XVI
S.  165)  verbotenen  Fangmitteln  ist  beim  Fischfang  in  nicht  geschlossenen  Gewässern
verboten.

1.  die  Anwendung  von  explodirenden  Stoffen,  Sprengpatronen  oder  anderen

Sprengmitteln,
2.  die  Anwendung  von  Mitteln  zur  Verwundung  der  Fische,  als  Fallen  mit
Schlagsedern,  Gabeln,  Speeren,  Stecheisen,  Stangen  u.  s.  w.

Der  Gebrauch  von  Angelu  ist  diesem  Verbote  nicht  unterworfen.

Die  Verwendung  von  Speeren  und  Eisen  zum  Aalfang,  mit  Ausnahme  jedoch
der  Aalharken,  kann  in  dringenden  Fällen  von  dem  Fürstlichen  Landrathsamt  gestattet
  werden.

3.  Das  Zusammentreiben  der  Fische  bei  Nacht  vermittelst  Leuchten  oder

Fackeln.
8  12.
Das  Ausschöpfen  fließender  Gewässer  zum  Zwecke  des  Fischfangs  ist  untersagt.

8  13.

Vom  1.  April  1881  ab  dürfen  beim  Fischfange  in  nicht  geschlossenen  Gewässern
  leine  Fanggeräthe  (Netze  und  Geflechte  jeder  Art  und  Benennung)  angewendet
werden,  deren  Oessnungen  (Maschen)  in  nassem  Zustande  an  jeder  Seite  (von  Knoten
zu  Knoten)  nicht  mindestens  eine  Weite  von  2,,  Centimetern  haben.

Diese  Vorschrift  erstreckt  sich  auf  alle  Theile  oder  Abtheilungen  der  Fanggeräthe.


Wir  behalten  uns  vor,  Ausnahmen  von  dieser  Vorschrift  im  Fall  des  Bedürfnisses
  für  bestimmte  Fanggeräthe  zuzulassen.

Fanggeräthe,  welche  ausschließlich  für  den  Fang  von  Nalen  bestimmt  sind,
dürfen  eine  Weite  der  Oeffnungen  von  mindestens  1,,  Centimeter  haben.