Metadata : Rosenheimer Anzeiger. 60. Jahrngang (60)

Aummer  260

.———  M—.

D##enstäg,  10.  Aovem̃ber  7917

 

Die  Russenfseindschaft  in  Persien.

W'IB.  Konsbantinopel,  8.  Nov.  Lant
rerjischen  Blätlermeldungen  quälen  die  Russen
die  Bevöllerung  in  Urmia  auf  jede  Art  und
Weise.  Die  Russen  zerschnitten  die  Telegraphenkrähte
  zwischen  Urmia  und  Salmas.  Das  religiose
  Oberhaupt  von  Kiazim  erließ  einen  Fotva,
in  welchem  er  zum  Kriege  gegen  Rußland  aufrust.
  Die  Russen  tun  ihr  möglichstes,  um  die
Verbreitung  des  Fotva  zu  verhindern.  ie
Kurden  haben  den  russenfreundlichen  Häuptling
  von  Symko  angegriffen,  belagerten  und
erstürmten  die  Stadt  Targevar.  Die  persische
Negierung  hat  den  russenfreundlichen  Gouverneur
  von  Urmia  abgeseht.

Japanund  Englandgegen
Nordamerika.

Tolio,  8.  Nov.  Die  „Frakf.  3tg.“  meldet
  über  die  Schweiz  aus  Tolio:  Die  gesamte
japanische  Presse  aller  Parteifärbungen,  einschließlich
  den  offiziösen  Blattes  „Hodschi“,  beginnt
  eine  Erörterung  über  die  Möglichkeit
eines  Konfliltes  mit  den  Vereinigten  Staaten
von  Amerika  wegen  der  Besehung  der  deutschen
  Inselgruppen,  des  Bismarckarchivels  und
der  Mariannen,  die  der  offiziöse  Verteidiger
negen  der  Japan  durch  den  Panamakanal
drohenden  Gesahren  für  notwendig  erllärt.  Für
diesen  Standpunlt  fordert  er  auch  die  engiische
Unterstützung.

DTie  Spannung  zwischen  China  und
Japan.

Tolio,  7.  Nov.  Japanische  Truppen  besetzten
  das  Gebiet  zwischen  der  Meeresküste  von
Schantung  und  der  Sladt  Tsinanfu.  Die  jaranische
  Regierung  begründete  in  einer  Antnmornote
  an  China  die  Besehzung  der  Stadt
Iiinansu  mil  der  Sympathie  der  Stadtbewoh-#uer
  für  Deutschland.  (3.)

Frauksurt  a.  M.,  8.  Nov.  Die  „Franljurter
  Zeilung“  meldelt  aus  Petersburg:  Nach
Eanjormationen  des  „Nietsch“  aus  der  chinesiiren
  Gesandinhaft  ist  in  dem  Konflikt  zwischen
ehina  und  Japan  wegen  der  Besetzung  der
Stadt  Tsinanfu,  die  China  in  seiner  Proleslnote
al##  Herausforderung  bezeichnet,  eine  Verschärsung
  eingetreten.

China  gegen  Rußland.

IANH.  Wien,  8.  Nov.  Die  Korrespondenz
Rundschau  meldet  über  Konstantinopel:  Das
Verhältnis  zwischen  Rußland  und  China  gej.altet
  jich  immer  ungünstiger.  Die  russische  Regierung
  hat  in  Peling  wegen  angeblicher  chinesischer
  Truppenverstärlungen  in  den  Grenzgebielen
und  antirussischer  Kundgebungen  in  chinesischen
Städten  angefragt.  Die  chinesische  Negierung
habe  auf  diese  Anfrage  in  entschieden  ablehnendem
  Tone  geantwortet  und  bemerll,  daß  das
srinkslige  Verhalten  Rußlands  und  des  nachweislich
  mit  diesem  verbündeten  Japan,  sowie
lie  von  bziden  Staalen  genährte  Agitation  in
ehina  alle  Vorsichts=  und  Abwehrmaßregeln
der  Regiz#rung  rechtserligen.  Die  chinesische  Regierung
  habe  auch  die  Getreideaussuhr  nach
russischen  Gebieten  untersagt.  Die  Behörden

Eie  eben  gehort  haben.=„Woher

  wußten  Sie,  daß  das  Armband

mein  Gigemum  ist?
„Ich  sah  es  an  Ihrem  Handgelenk,  als  Sie
mir  den  Wim  reichten.“

„So  glauben  Sie  also,  daß  ich  den  Mann
getötet  daben  ?“

„Das  ist  eine  Sache,  die  mich  nichts  angeht.
  Und  cs  wäre  mir  lieb,  wenn  ich  nichts
darüber  zu  hören  brauchte.  Aber  ich  wiederhole
  Ihnen,  daß  mich  das  Gesicht  des  Mannes
unablassig  verfolgt.  Der  Mann  hat  in  Potesci
nach  mir  gefragt,  und  es  unterliegt  für  mich
keinem  Zweifel,  daß  er  nur  um  meinetwillen
dorthin  gekommen  war.  Jehzt  ist  er  tot,  und
das,  was  er  mir  etwa  zu  sagen  wünschte,  ist
mit  ihm  begraben.  Sie  werden  begreifen,  daß
ich  wenigstens  zu  erfahren  wünsche,  wer  er  war.“

J  uko  blies  ein  paar  dicke  Nauchwollen
  aus  senier  Zigarette  und  schwieg.  Aber
als  ich  nun,  empört  über  seine  Gleichgültigkeit,
von  meinem  Siue  auffprang,  sagte  er  in  bescwichtigendem
  T

„Bleiben  Sie  en  junger  **is  bleiben
Sie  sigen!  Und  hören  Sie  endlich  auf,  die
Sache  wie  ein  hochtragisches  Eniuch  zu  behandeln.
  Der  Mensch,  dessen  Leiche  man  unter
den  Klippen  von  Potesci  Gefunden  bet-  ist  eine
lolche  Autregung  wirklich  nicht
gzelebt  wie  ein  Hund,  und  darume  roar  es  nur
nd  der  !  daß  er  auch  wie  ein  Hund  getorbe


.  ist  also  wahr,  daß  S

„Qewiß!"  JIch  habe  gar  Finen  Grund,
Ihnen  ein  Hehl  daraus  zu  machen,  daß  ich
inn  von  den  Klippen  hinabgestürzt  habe.  Es
abt  gewiß  lästige  Insekten,  die  man  zertritt,

 

haben  demzufolge  die  Ausfuhr  nach  Charbin
gesperrt.  Die  millärischen  Vorbereitungen
Chinas  gelten  als  vollendel.  Co  heißt,  daß
die  chinesische  Regierung  —hunmehr  sowohl  #in
Pelersburg  als  auch  in  Tolio  entscheidende
Schritte  zu  unternehmen  gedenke.

Der  Buren-Ausstand.
Pretoria,  8.  Nov.  Dewet  rüdte  am  29.
Oktober  in  Vrede  im  Freistaat  ein.  Er  bewichnete
  den  Einsall  in  Südweslafrila  als  einen
scigen  Alt  und  eine  Ränberei.  Dewet  sagle
in  einer  Nede:  Einige  Freunde  rieten  mir,  elwas
  länger  zu  warten,  bis  England  stirlere
Schläge  erhalten  habe,  aber  es  ist  unter  meiner
und  meines  Volles  Würde,  einem  toten  Hund
einen  Fußtritt  zu  geben.  Ich  hasse  die  Lügen,
die  beständig  verbreitet  werden,  daß  Tausende
von  Australiern,  Kanadiern  und  Indiern  gesandt
  werden  lönnen,  um  gegen  uns  zu  lämpsen.
  Woher  will  England  sie  nehmen?  England
  hat  genug  zu  tun,  um  seine  eigenen  Schlachten
  zu  schlagen!  Ich  gehe  nach  Marwitz,  wo
ich  Wassen  und  Munition  erhalten  werde.  Wir
gehen  von  dort  nach  Pretoria,  um  die  britische
Flagge  herunterzuholen  und  eine  freie  sudasti.
kanische  Republil  zu  prollamieren.
Amsterdam,  8.  Nov.  „Nicuw  van  den
Dag“  meldet  aus  Johannisburg  vom  7.  Nov.:
Rebellen,  die  durch  Regierungstruppen  verfolgt
uurden,  sind  in  den  Oranjefreistaat  eingefallen.
Feneral  Beyers  scheint  sich  bei  ihnen  zu  befindein.
  Sie  haben  die  Brüle  über  den  Jandilih
bei  Birginia  zerstört.  Die  Truppen  Deweks
haben  an  verschiedenen  Stellen  die  Eisenbahnen
nach  dem  Freistaat  zerstört.  Nach  allen  Berichten
  steht  der  ganze  ebemalige  Oranjefreiaat
  bereits  im  Aufruhr  und  desgleichen  der
größte  Teil  des  ehemaligen  Transoaal.  In
LKapstadt  herrscht  großze  Bestürzung.  Die  Zensur
  in  London  unterdrütt  die  schimmiten  Nachrichten.
  (Z.)
Deutscher  Sieg  in  Südafeito.
Rotterdam,  8.  Nov.  Der  „Nieuwe  Noterdamsche
  Courrant“  veröffentlich  einen  Wlief
seines  Korrespondenten  in  Johannesbaurg  vom
8.  Oll.,  worin  es  heißt,  daß  zwei  Schwatronen
  des  1.  Regiments  berittener  Tapschußen
den  Deutschen  in  die  Hände  sielen,  nachdem
ine  Munition  verschossen  und  ihre  Kononcn
unbrauchbar  gemacht  worden  waren.  Die  Englunder
  und  Afrikaner  hißten  die  wein  Flagge.
Der  Oberst  Grant  siel  verwundet  in  die  Härde
der  Deutschen.  Zwei  Schwadronen  wurden  rom
eiigl.  Hauptquartier  abgesandt,  wurden  adbe'
ron  den  Deutschen  unter  heftigem  Maichinen.
gewehrfeuer  genommen  und  gaben  den  Veriuch
auf,  nachdem  sie  einige  Verluste  erlitten  halicn.
.#

Die  bayerischen  Versuffsiste  n.
münchen,  8.  Nor.
Aus  der  Verlustliste  Nr.  45  tragen  wir
noch  folgendes  nach:  Prigade-Ertatz  Bataillon
  Nr.  2  in  München  und  Pailan:  Vom
21.  Aug.  bis  19.  Sept.:  NRese  rois.  Fricdrich
Dengler  aus  Endorf,  vermißt:  Reservist  Hein-2



 

durenngerront  nnchnen  daß  er  zu  dieser  Gattung
gehö

„Er  war  ein  menichliches  Wesen,  HerrOberst!“

„Ah,  war  darum  doch  nichts  Besseres,
als  ein  giftiges  Qewürm.  Jedes  nützliche  Tier
int  in  meinen  Augen  hundertmal  wertvoller,  als
eine  menschliche  Kreatur  von  dieser  Sorte."“

„Da  ich  ihn  nicht  gekannt  habe,  kann  ich
nicht  widersprechen.  Aber  ich  meine  doch,  daß
Sie  nicht  zum  Richter  und  am  allerwenigsten
zum  Henker  bestellt  waren.  Sie  haben  ihn  in
der  Dunkelheit  getötet.  Und  Sie  wisten  schon
verzeihen.  wenn  ich  solche  Tat  für  eine  Tat
der  Fisbeit  hal

r  Oberft  wandte  den  Kopf.  Erst  jetzt
gewahete  ich,  dab  er  eine  Art  von  VNeroln
um  den  Hals

„  1  es  #.  interessiert,  es  zu  hören,“
sagte  er  mit  mehr  Ruhe,  als  ich  sie  in  Erwideung,
  einer  solchen  Anklage  erwartet  hatte,

„jo  will  ich  Ihnen  zwetteilen-  daß  ich  nicht  der
Agareiser  gewesen  bin.  Wäre  ich  in  meinen
Handlun  en  etwas  bedenklicher  gewesen,  so
würden  Sie  möglicherweise  meinen  Leichnam
statt  des  seinigen  dort  unten  am  Slrande  gefunden
  haben.  Ich  war
flinker  als  er,  und  meine  Behendigkeit  bereitete
unserem  Freunde  das  whicsal,  das  er  mir  zu-Vedacht
  hatte.  Das  ist  a  “

„Sie  handelten  in  sens  Notwehr?  —  Das
ist  allerdings  etwas  andercs.“

„Ich  glaube  nicht,  daß  man  der  Sache  diesen
Namen  geben  darf.  Möglicherweise  hätte  ich
mich  seiner  au  ch  aus  etwas  gelindere  Art  erwehren
  und  hauch  eine  Flucht  ermöglichen  können.
Aber  es  schien  mir  zweckmäßiger,  kürzer  und
oründlicher  zu  Werke  zu  gehen.“

 

wenn  sie  einem  vor  die  Fübe  laufen.  Uund  Sie

Sagen  Sie  mir,  wer  er  war.“

rich  Limmer  aus  Niedertaufkirchen,  Bez.  Amt

 

Mühldorf,  vermißt;  Reservist  Seb.  Sperl  aus
Endorf,  vermißl.

Taulch,  am  2).  Aug.:  Res.  Leonh.  H#ndoschell
  auo  Farrach,  BA.  Walserburg,  verm.;
Res.  Alois  Neumaier  aus  Mühloorf,  verwundet.


Die  Verlustliste  Nr.  47  umfaßt  das  5.  Reserve-Infanteriereginient
  Ludwigshafen,  das  2.
Pionierbataillon  Srener  und  di  cl.  Reserve-Pionierkompagnie
  des  2.  Pionierbataillon:
Speyer  und  weist  995  Namen  auf:  ktot  146.
schwer  verwundet  79.  leicht  verwundet  168,  verwundet
  258,  vermißt  330  und  gefangen  14.

Davon  tresfen  auf  unsere  Gegend  folgende
Verluste:

5.  Nes.  Juf.  Reg.  in  Ludwigehafen:  Monlauban
  vom  27.  50.  Sept.:  Res.  Jos  .  Brechler
  aus  GGrabenstätt,  tot;  Res.  Matthias  Nutzmoser
  aus  Thalheim,  leicht  verwunoet.

2.  Pionierbataillon  in  Speyer:  Maire,  am

22.  Aug.:  Hauplmann  und  Kompagniecef  Al.
Knörzer  aus  Wasierburg.,  leicht  verwunde!l,
Bein.

 

Berschledeue  Nachrichten.

Straßsburg,  8.  Nov.  Nachdem  wegen  der
Kriegs-  und  (Gren#lage  jeil  nahezu  einem  Vierleliahr
  de  Länten  der  Kirchengloten  eingestellt
  war,  in  das  Verbot  ab  heute  in  den  Bezirken
  östlich  der  Linie  Jabern-Moleheim-Schlettsladt
  aufgehoben  worden.

Straßflurg  l.  E.,  8.  Nov.  In  einem  Mumnitionsdepot
  am  Wasserturm  ereignete  sich  gejletn
  abend  ein  schweret  Unglücksfall  durch  das
unvorsichtige  Einsehen  eines  Kastens,  in  dem
sich  einige  vom  Gesechtofelde  zurückgesandte  Zünder
  und  Zünderteile  befanden.  Es  entstand  eine
heftige  Explosion,  durch  welche  ein  Oberseuerwerken,
  der  die  Aufsicht  führle,  und  ein  Arbeiter
getötet  und  zwei  andere  Arbeiter  schwer  verletzt
  wurden.

RMüncheuer  Neuigkeilen.

tlünchen,  8.  Nov.  Die  in  München  und
Oberbanern  verhafteten  Englänoer  sind  heute
nachmittag  mit  dem  um  5  Uhr  12  Min.  über
Ingolstart-Nürnberg  abgehenden  Personenzug
unter  militärischer  Bewachung  nach  Ruhleben
bei  Berlin  abtransportiert  worden,  nachdem  sie
im  Polizeigesangenenwagen  vom  Polizeidirek-=lionsgebäude
  zum  Hauptvahnbof  verbracht  worden
  waren.

Bewerlsches  Hberiand.

Traunstein,  8.  Nov.  Sirney  Sonnino,  der
jelht  an  Sielle  Marquis  di  San  Giulianos  ila
lienischer  Minister  des  Auswärtigen  is,,  hat
nahe  verwandtschaftliche  Beriehungen  zu  Deutschland
  Seine  Schwesier  Alice,  die  wiedervermählte
  Generalin  Gibeni,  ist  die  Wilwe  des
jriheren  banyerischen  Gefanbten  am  Quirinal
Frhrn.  Rudolf  v.  Tautphocus.  Sie  besitzt  heute
noch  das  Schloß  Marquartstein  im  Chiemgau,
wo  sie  mit  ihren  italienischen  Verwandien  und
der  banerischen  Fami.  ie  Tautphoeus  jeden  Sommer
  weilt.  In  diesem  Kreis  weilt  auch  Sonnin?
ojt  und  gern.

 

 

Tegernsce,  8.  Nov.  Alstander  v.  Jswolsly,
Veruf:  Russischer  Staatsminister  und  Hauplmacher
  des  derzeitigen  Weltlrieges,  zuletzt  in
Rotlach,  nun  unbelannten

Doch  abermals  schürielte  der  Oberst  den
Kopf.
„Es  ist  beiser  für  Sie,
erjahren  viel  besser,  mein  junger  Frenns“!

Ich  fühlte,  mie  die  Cutrunung  mir  das
Blut  heiß  in  die  Wangen  stenzen  ließ.

„Herr  Oberst,“  sagte  ich  init  einem  Nachdruck,
  der  ihn  nicht  an  der  Cnnshait  Otet  meiner
Worte  zweifeln  lassen  konnte,  „dien  Angelegenheit
  scheint  mir  denn  doch  um  vieies  ernster,  als
Sie  sie  zu  nehmen  belieben.  Ich  weiß  in  der
Tat  nicht,  was  Sie  zu  der  Annahme  berechligen
könnte,  daß  ich  geneigt  sei,  mich  durch  Still.
schweigen  zu  Ihrem  Mitschuldigen  zu  machen.
Ich  besiche  jezt  mi  aller  Cutschiedenheit  darauf,
  den  Namen  des  Ermordeten  zu  erfahren.“

„Sie  lind  nur  deshalb  nach  Bukarest  gekommen?“"


„Ich  habe  Ihnen  bereits  ertlärt,  weshalb
ich  ##ee  din.  Zedensaus  habe  ich  diese
Reise  nicht  gemacht,  um  mich  von  Ihnen  wie
ein  Kind  behandeln  zu  lassen

Wieder  ließ  der  Oberst  ein  paar  Sekunden
verstreichen,  bevor  er  mir  Antwort  gab.  Und
dann  klang  seine  Stimme  ebenso  überlegen
ruhig  wie  zuvor.

„Aber  wie  sollte  ich  Sie  anders  behandeln.
da  Sie  sich  doch  wie  ein  Kind  benehmen?
Oder  glauben  Sie,  daß  Sie  miich  ungestraft
hätten  einen  Feigling  nennen  dürfen,  wenn  ich

ie  hicht  für  ein  großes  Kind  hielte?“

ch  fühlte  in  der  Tat  etwas  wie  Beschämung
  bei  der  Erinnerung  an  das  unbedachte
Wort,  das  ich  mir  vorhin  hatte  entschlupfen
lassen.  Denn  in  gan)  Rumämn:en  war  rielleicht
keines  Menschen  Unerschrockenheit  so  bergehoch
über  jeden  Zweisel  erhaben,  als  die  des  Obersten
Joan  Sutzko,  delsen  Brusft  neben  anderen  nur

daß  Sie  es  nicht

Aufenthalts,  und

 

Margaretha  v.  IJswoleky,  Russische  Staatsministerogatlin,
  gleichfallo  unbekannten  Aufentlalls,
  werden  in  offentlicher  Zustellung  zu  einer
erhandlung  am  Kgl.  Amtogerichte  Tegernfee
ens  Donnerstag,  den  17.  Dember  geladen.
Grund  der  Ladung  ist  eine  Forderungsklage,
gestellt  von  einer  Neihe  von  Oeschäftsleuten
von  Tegernsee,  Rottach  und  Egern.  „Ueberrascht
  durch  den  Weltlrieg“  vergaßen  Iswolsky
mit  Frau  die  Begleichung  der  Schuster-,  Schlos
ser-,  Schreiner-,  Glaser-,  Tapezierer,  Gärtnerund
  Uhrmacher-Rechnungen.  Die  Milchsfrau  ist
um  den  Betrag  der  gelieserten  Milch  vorläufig
geschädigt,  der  Installaleur  mußie  „umeinsunn"“
hie  Einrichtung  liesern,  das  hicen  und  zu  anderen
  Zwecken  benbtigte  Wasser  blieb  unbez3ahlt:;
solen  der  Buchsenmacher  uno  ein  Optiker  sind
Cläubiger  der  Russischen  Staatsministersehegatien.
  Zum  guten  Glück  mußte  das  Paar  die
oräfliche  Milla  zurücklassen,  so  daß  eine  zwangevollstredung
  hinreichend  Aussicht  auf  Erfolg
hiben  dürfte.

Cekalnachrichten.
Rosenheim,  9.

Auf  dem  Felde  der  Ehre  gefallen:
Ttartin  Weindl  aus  Gunetsberg  (Miesbach),
Landwehrmann  beim  I.  Iuf.  Rgl.;  Johann
Schmid  aus  Trannstein.

 

Noobrr.

Das  Eiserne  Kreuz  wurde  fernet  verlichen
  an:  Georg  Pichl,  Buürgermeiitersjohn
von  Umratshausen;  Hans  4#  Langschartner,  Sohn
des  Herrn  Michael!  Langschartner  in  Muhldorf;
Mar  Siebenläs,  Vizefeldwebel  bei  der  Masoinengewehrtompanie
  des  Infanterie-Leib-Re-Kiments,
  Sohn  des  ebe:  naligen  Sleuerverwal-=lers
  Sirbenls  in  Mühlrorf,  nunmehr  in  Weillieim;
  Josef  Oberbolzer,  Gesreiter  im  Ii-.
Leibregiment,  Bruber  des  HH.  Expolitus  Sberbolzer
  auf  Petersberg.

Aus  nicktbayerischen  Verlustlisten.
  Preußische  Verlufilit  ite  Nr.  70:  Ins.
MAgt.  Nr.  607:  Unteroffiiter  d.  NRes.  Nüolaus

C  Sberech  ner  aus  Holztirchen,  vermißt;  Inf.  Rat.
Nr.  72,  Gesceeiter  Josef  Schweiger  aus  Grafing,
lci  4%  verwundct.  Preuwche  Verlustline  Nr.  71:
Inf.  Rgt.Nr.  99  in  Zabern:  Res.  Johann  Fcir
aus  Antwort,  schwer  verwundet.  Sächsische  Ver
r  slline  Nr.  30:  Inf.-Rgt.  Nr.  179  in  Leip##ig:
Neservist  Josef  Kloiler  ans  Unterolloren.  BA.
Ebersberg,  leicht  verwunde:.  Marineverlustliste
Nr.  Seesoldal  Seberg,  genannt  Billig,
aus  Neunlirchen,  Bu.  Miesbach,  tol.

Feloposlisendungen.  #om  1).  bis  einsc.ießlich
  21.  November  werden  wieder  Feldprostbriese
  nach  dei  Feloheere  im  Gewichte  von
250  500  Gramm  i#ngelassen.  Die  Gebühr
leträgt  20  Pig.

Unter  den  Heldeu  von  Tiingtau  besinden
  sich  auch  zwei  Sohne  unferer  Stladt.  Der
eine  il  ein  Sohn  des  Schuhmachermeisters  Kie
mens  Kastner  in  der  Riederstraße,  der  als  Freiwilliger
  bei  der  Matrosfen-Artillerie  dient,  der
andere  ist  ein  Sohn  des  Heizerd  Huber  in  Furstätt
  und  steht  beim  Seebatoe  on.  Präienin
haben  beide  die  flrmischen  Tage  gut  uberlet

Ocsterreichischer  und  #ungarischer
La  ndsiurm.  In  Beantworliung  zählreicher
-  sei  an  dieser  Stelie  folgendes  milgeleilt.:
  Fur  die  in  Baye#n  sich  aufhaltenden
Angehörigen  der  nichtgedienien  dflerreichtschen
und  ungariichen  Landilurmes  der  Geburts  Jahrnänge
  1877  bis  einschließlich  18-1  wird  seiner
eil  eine  spe  ielle  Verfugung  uber  die  Neu.
kur  persontus
zeichnungen  ameh  die  N
Aber  dieses  Geeühl  der
mich  doch  nicht,  zu  erwide
Aus  druck  war

ahferlent  brrbetenen  Ausl#r
  ichn

znu:  170  Maderie

 
    
   

 

*
Uielleicht  unpassend
gewähll:  aber  Sie  werden  nicht  beitreiten
wollen,  Herr  Obersl,  daß  jener  Mann  kein
Ihnen  ebendüruger  Gegner  war.  Er  war  offenbar
  schwach  und  binsautg.  Und  er  konnte  einem
Manne  von  Ihrer  Konstitmtion  kaum  mebr
Widerstand  entgegensetzen,  als  ein  Knabe.“

„Ich  iagte  Ihnen  ja  schon,  daß  ich  ihn
getötet  habe  wie  ein  Iniekt,  das  man  zertritt,
ohne  sich  der  Ungleichben  der  Krafte  zu  ichamen.
Ich  bin  nicht  blurdürfüg,  und  das  Leben  eines
Menschen  hat  in  zieinen  Augen  sicherlich  keinen
geringeren  Wert,  als  in  n  Ihrigen.  Aber
wenn  hier  in  diesem  Zummmee  zwanzig  Subscke
von  der  Art  jenes  Mannes  wären,  und  wenn  ich
eine  Moglichkeit  hätie,  sie  alle  miteinander
vom  Erdvoden  zu  vertilgen,  so  würde  ich  mich,
bei  meiner  Ehre,  keinen  Augenblick  bedenken.
es  zu  tun.  Darum  lassen  Sie  mich  Ihnen  noch
einmal  frenndschafklii  raten:  Verbannen  Sie
diese  Affäre  aus  Ihren  Gedanten!  Nebmen
Sie  an,  alles  sei  nur  cin  Traum  Gewesen.  und
kehren  Sie  nach  Poteci  zuruck.  um  der  Dinge
zu  warten,  die  da  tmmen  werden.  Es  duriten
sich  nämlich  innerhalb  der  nachsten  vierundzwanzig
  Stunden  Veröänderungen  in  Ibrem
Leben  vollziehen,  die  für  Sie  zansendmot  wichniger
  und  bedeutsamer  sind,  als  die  Angelegen.
heit,  die  Sie  heute  böchttüverslaffgerwene  nach
Eulateit  aeführt  hat

wollen  mur  also  wirklich  nichts  sagen?
—  5“  #on  in  der  quälenden  Ungewihheit
bleiben  über  die  Person  dieses  Menschen  und
über  die  Absichten,  die  ihn  bestimmt  hatten.

„Der