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rüste und an der italienischen Grenze erscheine, um eine Teilung
der französisch-schweizerischen Heeresmacht zu erzwingen. Für
die deutschen Dinge hatte Karl so wenig Zeit übrig, dafs er einen
erzherzoglichen Gesandten, welcher mit wichtigen Aufträgen im
Dezember am kaiserlichen Hoflager erschien, nicht einmal vollständig
anhören konnte!).
Unter diesen Umständen blieb das Gesuch des Regiments
zunächst unberücksichtigt. Jedenfalls würde jetzt auch die Ansetzung
eines Reichstages zu spät gekommen sein, um die bis zum
Siedepunkt erhitzten Gemüter in Deutschland abzukühlen: mit
elementarer Gewalt erhob sich der Aufstand der unteren Klassen,
in kurzem stand halb Deutschland in Flammen. Die oberste Reichsbehörde
that, was in ıhren Kräften stand, um den verheerenden
Brand zu löschen: sie berief im März laut der Wormser Ordnung
von 1521 die achtzehn Fürsten zu sich nach Efslingen.?2) Freilich
erwartete das Regiment selbst keinen grofsen Erfolg von diesem
Schritt, der doch alles war, was in seiner Macht stand aus eigener
Initiative zu thun.?) Gleichzeitig aber drang es bei dem Kaiser
abermals auf die schleunige Berufung eines Reichstages, um der
Unordnung zu steuern, für welche es mit gutem Grunde Karl selbst
verantwortlich machte.) Da man weder einen Reichstag noch
ein Konzil in Kürze zu erwarten gehabt, führt es aus, so hätten
seither etliche Stände selbst zur Abwendung ihrer Beschwerden
ı) Kaiserliches Schreiben an Ferdinand aus Madrid vom 16. Dez. 1524
in Brüssel, Arch. du royaume, Lettres de Ch. V & F. 1523—29. Es war der
Herr von Bredam, dessen Instruktion oben angeführt wurde.
?) Ausschreiben vom 24. März 1525, u. a. in den Archiven zu Dresden,
München, Köln, Magdeburg, Düsseldorf; auch schon im Schreiben des
Regiments an den Kaiser vom 9. März (s..u.) erwähnt.
3) In dem S.23 erwähnten Gutachten an den Erzherzog erklärt sich das
Regiment selbst wider den Achtzehnfürstentag; man wisse nicht, ob auch nur
der gröfsere Teil der Geladenen erscheinen werde; überdies sei es kaum viel
umständlicher, die gesamten Reichsglieder zusammenzurufen als die 18 Fürsten.
Dem Kaiser schreibt das Regiment dann am 9. März: es habe sich zum
Achtzehnfürstentag entschlossen, wobei es freilich eingedenk sei, dafs die
18 Fürsten auf des vorigen Regiments Erfordern nie zusammengekommen
seien.
*) Ausführliches Schreiben des Regiments an den Kaiser vom 9. März
1525. Abschrift in Wien, Reichssachen. Nebst Begleitschreiben an den Erzherzog
vom 10. März, s. u.