Bericht des gemischten Ausschusses etc. 95
2. über den Uebergangs-Verkehr,
3. über Privatkoncessionsgesetzgebung,
In Bezug auf die Fusion kommt der Bericht, obwohl sehr sorgfältig und
vollständig in seiner Besprechung der Thatsachen und der Schwierigkeiten des
Gegenstandes, zu keiner Schlussfolgerung.
Er betont die Ersparungen und Erleichterungen, welche aus der Fusion
resultiren und gibt vollständig zu, dass für den Missbrauch der Macht der Eisenbahngesellschaften
Konkurrenz, wie sie gewöhnlich verstauden wird, kein genügendes
Abhülfsmitel bietet. Andererseits hebt er hervor, dass ein Geschäft zu
umfangreich sein kann, um gut geleitet zu werden, dass eine mächtige Gesellschaft
kleinere Nachbarn unterdrücken kann, dass sie den Verkehr in unnatürliche
Wege lenken kann, dass sie einen Theil ihres Bezirkes vernachlässigen
oder schädigen kann, um in einem anderen einen Rivalen zu unterbieten, dass
die Beweggründe für eine Fusion häufig aus der Offensiv- und Defensiv-Politik
gegen ihre Nachbarn, und aus dem Wunsche ihre dermaligen Interessen gegen
neue Spekulationen zu schützen entstehen.
Der Bericht betrachtet und verwirft hierauf die Absicht, grosse unabhängige
Gesellschaften und ihre Kapitalien in ein gemeinsames Geschäft zu vereinigen,
und er verwirft auch den Vorschlag, das Land in verschiedene Gesellschaftssprengel
zu vertheilen (distrieting). Andererseits spricht er in allgemeinen Ausdrücken
die Meinung aus, dass bestehende Gesellschaften nicht ihrer Privilegien
beraubt werden dürfen, ohne klare Gründe der Öffentlichen Wohlfahrt; und er
beschliesst diese Auseinandersetzung über das Princip der Fusion mit dem Vorschlag,
dass Betriebsübereinkünfte gestattet sein sollen, aber wirkliche Fusionen
grosser Gesellschaften nicht.
Was die Natur der Fusionen, gegen welche sich der Ausschuss damals
verwahrte, ist, kann aus seinem Berichte über die vorgeschlagene Fusion der
London- und North-Western-Bahn entnommen werden, welche festgestelltermaassen
die Vereinigung eines Kapitals von 60 Millionen L. St. eines Einkommens
von 4 Millionen und eines Baarschatzes von 1200 Meilen Länge beabsichtigte
und die Existenz unabhängiger rivalisirender Rumpflinien unmöglich machen
wollte. Was das darauf folgende Vorgehen des Parlamentes war, kann aus der
Thatsache beurtheilt werden, dass das Kapital dieser Gesellschaft nach dem
letzten Berichte 62,952.436 Pf. exclusive 3.188.000 Pf. welche ihr in mit anderen
Gesellschaften zusammen besessenen Eisenbahnstrecken gehören, ihr jährliches
Einkommen 7,014,703 und ihre Meilenlänge 1507 beträgt.
Mit Bezug auf den Uebergangs- Verkehr hebt der Ausschuss die Zweckmässigkeit
der Gewährung von Fahrberechtigungen (running powers) in gewissen
Ausnahmsfällen hervor, aber für die meisten Fälle ist das Abhilfsmittel,
welches er vorschlägt, dass der Thatbestand eines Unrechtes vor einem Öffentlichen
Gerichte festgestellt werden und dass die Beihülfe einer Exekutivbehörde
zu erlangen sein soll, um dem Gerichte die Feststellung seiner Entscheidung zu
ermöglichen.
Die wirklichen Vorschläge des Ausschusses über den Gegenstand sind
folgende:
1. dass die Art, in welcher die Eisenbahnvorlagen bis jetzt in dem
Hause der Gemeinen behandelt worden, abgeändert werden soll, um durch
die Einsetzung eines Ausschusses von permanenterem Charakter als es bisher