Metadata : Wer ist ein Deutscher?

230  Zu'  Art.  259  des  Strafgesetzbuches  Thl.  I.

1)  keinem  Zweifel  unterliegen,  daß  dem  betrügerischen
  Verkaufe  einer  nicht  mehr  vorhandenen
Sache  (wohin  u.  a.  auch  die  durch  Spezifikation
verwandelten  Sachen  gehören  24)  der  betrügerische  Ver--kauf
  einer  angeblichen  Sache  gleichstehen  muß,  welche
überhaupt  gar  niemals  existirt  hat.  Denn  in  dem
einen  wie  anderen  Falle  soll  der  Käufer  um  den  ganzen
  Kaufpreis  geprellt  werden.

Auch  dann  ist  die  Nichtexistenz  des  Kaufgegenstandes
  anzunehmen,  wenn  das  Objekt  dem  größeren
  Theile  nach  zerstört  ist,  wie  wenn  über  ein
Haus  gehandelt  ist,  von  welchem  der  Verkäufer
weiß,  daß  es  bereits  abgebrannt  sei,  obgleich  hier
die  arca  noch  egistirt  25).

2)  Der  zweite  der  regelmäßigen  Strafbarkeit
des  Betruges  vorbehaltene  Fall  ist  der  betrügerische
Berlaut  einer  auf  giltige  Weise  schon  veräußer—
ten  Sache.

Da  am  Schlusse  des  Art.  der  betrügerische  Verkauf
  fremder  sowie  verpfändeter  Gegenstände  seine
besondere  Erwähnung  findet,  so  kann  hier  unter  dem
Verkaufe  einer  auf  4  7  Art  schon  veräußerten  Sache
dem  gemeinrechtlichen  Sprachgebrauche  gemäß  25)

vorhandenen  oder  auf  giltige  Art  schon  veräußerten
Sache,  einer  Waare  von  ganz  anderer  Gattung  und
Materie,  als  wofür  sie  ausgegeben  worden,  eines
Gegenstandes,  woran  der  Käufer  wegen  verheimlichter
Rechte  eines  Dritten  oder  aus  anderen  Rechtsgründen
  kein  sicheres  Eigenthumsrecht  für  sich  erlangen
konnte."

24)  L.  7  S.  7.  D.  A.  R.  D.  (41,  1).

65)  L.  5,  7  pr.  D.  de  conlr.  eml.  15  1.)

20)  L.  1  C.  de  kundo  dol.  (5,  8  ulli.  C.  de  reb.
alien.  (4.  51).  L.  28  D.  V.  V/  21“  Vgl.
auch  die  Anm.  z.  d.  Cod.  eiv.  .  2c  Nr.  4
lil.  a:  „gleichwie  nun  die  Alenasen  Srarn
Verstande  zwar  nur  jene  Handlungen,  wodurch  das