Inhaltsverzeichnis : Deutsche Geschichte. Erster Band. (1)

Kaiferfrönung  Heinrich  II.  Yortichritte  des  Friedensjtandes.  161

verwenden  ließen  und  Die  dann  andere  aus  ihrer  Heimat  nachzogen.
Am  Hofe  des  deutschen  Königs  erjchien  der  eine  umd  der  andere
Hüchtige  Italiener,  der  von  ihm  die  Herftellung  erwartete.  Und  im
Sahre  1020  fam  Bapft  Benedikt  jelbft,  der  in  Sorge  war,  daß,  wenn
Die  Bormauer  gegen  die  andrängende  griechijche  Macht,  die  jiditalischen
Fürftentümer,  an  Byzanz  zurücfiele,  auch  Rom  jelbjt  diefem  Schicha!
nicht  würde  entgehen  fünnen.  So  unternahm  denn  Heinrich  im  November
  1021  feinen  dritten  Zug  nad)  Stalien,  und  mit  dem  Papit  z0g
er  am  3.  März  1022  in  Benevent  ein.  Die  Einigkeit  von  Katjer
und  PBapft  gab  fih  auch  auf  einer  Synode  zu  Pavia  fund,  wo
Heinrich,  für  den  diefe  Synoden  ein  nicht  unbedeutendes  Negierungsmittel
  bildeten,  auch  jelbjt  da8  Wort  ergriff.  Er  jah  jenen
Königsberuf  jehr  praftiich  vor  allem  in  Förderung  des  <Friedenszuftandes
  innerhalb  feiner  Machtiphäre  und  er  berührte  fich  hier  mit
einer  Bewegung  in  der  geiftlichen  Welt  und  mit  Neformideen,  Die
in  einem  aquitanischen  Klofter,  Clugny,  Cluniacum,  einen  Mittelpunft
  gefunden  Hatten.  Sn  den  SYufammenhang  mit  diejen  Gedanfen
  der  Herftellung  eines  allgemeinen  Friedenzzuftandes  gehört
auch  eine  Begegnung  mit  dem  weltfräntiichen  König  Robert,
dem  zweiten  König  aus  dem  fapetingijchen  Haufe:  man  verjtändigte
  jich  über  Lothringen,  das  in  feiner  Unterordnung  unter
den  deutichen  König  und  römischen  Kaifer  verblieb  (1023).  Im
nächiten  Sabre  aber  trübten  fich  die  Friedensausfichten  wieder
durch  den  Tod  des  VBapftes  Benedikt,  dem  einen  Monat  fpäter  der
des  Kaifers  jelbit  auf  Burg  Grona  bei  Göttingen  folgte,  Juli  1024.
Dan  muß  ihm  Gerechtigkeit  widerfahren  lafjen:  mit  Kraft  und
unermüdlicher  Hingebung  widmete  er  fich  der  Aufgabe  des  Triede-\haffens
  in  einer  Zeit,  wo  die  Selbftfucht  von  groß  und  Hein  jofort
zum  Schwerte  griff.  Noch  in  feinen  legten  Jahren  mußte  er  e3
gegen  einen  Grafen  Otto  von  Hammerftein  ziehen,  der  in  einer  bon.
der  Kirche  verbotenen  Ehe  lebte  und,  der  Kirche  und  dem  König
trogend,  an  feiner  Gattin  Irmengard  fefthielt.  Heinrich  fand  feine
legte  Ruheftätte  in  dem  von  ihm  begründeten  Dom  zu  Bamberg.

D.  Jäger,  Deutfhe  Gefchichte.  I.  11