Metadata : Rosenheimer Anzeiger. 61. Jahrngang (61)

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rische  Ministerpräsident  hinweisen  müssen.

nehmender
älteste  Tochter,  die  7djährige  Cordula  Burger,

Kumme-  233

 

Der  Eiat  der  Forsten,  Jagden  und  Tristen
siehl  für  ein  Jahr  der  Budgetperiode  1916/17
vor  an  Einnahmen  74085000  Mk.  (mehr
6543700  Mk.)  und  an  Ausgaben  33  180000
Mark  (mehr  604  4/,124  Ml.#;  es  ergibt  sich  darnach
  eine  Reineinnahme  von  40  9051000  Mark,
sohin  5  939  300  Mk.  ehr.  gegenüber  der  letzien
  Budgetperiode.  Die  Einnahmen  setzen  sich
zusammen:  aus  den  Forsten  72  514%0%00  Mark
(mehr  6474000  Mk.,  aus  Jagden  426.000
Mark  (mehr  12  000  Mk.),  aus  Holztriften  und
Holzhäsen  379000  Mk.  (neniger  49  000  Ml.

ie  Verwaltung  und  der  Betrieb  der  Forslen,
Jagden  und  Triften  erfordert  die  Summe  von
30  667000  Mk.  (mehr  513  800  Mk.,  der  sorilliche
  Unterricht  101  800  Mk.,  für  NKörderung
der  weiteren  Ausbildung  der  Beamten  und  Anwärter
  des  Gorsfwerwaltungsvienstes  sind  eingesetzt
  35000  Mk.  Pensionen  und  Unterhaltungsbeilräge
  für  die  Beamten  und  deren  Hinterbliebenen
  2  100000  Mk.

Der  Etat  der  Berg-,  Hütten=  und
neist  einen  Jahresvoranschlag  auf:  an  Einnahmen
  24  212  610  Mk.,  an  Ausgaben  23012  10
Mark,  sonach  Reineinnahme  G#n#o  Mk.  Jm
einzelnen  verteilen  sich  die  Einnahmen  mit  Mark
9  607  570  Ml.  auf  die  Bergmerke,  11  739  250
Mark  auf  die  Hüttenmerke  und  2  863  360  Mi.
auf  die  Salzmerke,  die  Ausgaben  mit  9730  570
Mark  auf  die  Berguerke,  mit  11  524  8%)  Mi.

Salzwerle

 

auf  die  Hüttenwerke  und  mit  2611  5  Mit.
auf  die  Salzuerke.
Der  Etsenbahurevers.
Künchen.  6.  Olt.  Die  Frage  des  Nrcries

der  Eisenbahner  steht  nun  auf  der  Tagerord:
nung  der  nächsten  Sitzung  der  Kammer  der  Abgeordneten
  am  kommenden  Freitag.  Die  sozialdemokratische
  Fraklion  hat  eine  IJnergella#ion
in  der  Sache  eingebracht.

Dazu  schreibt  nun  die  „M.-A.  A.“:  In  der
Grundsorderung,  daß  es  im  Aue  ichen  und
jtädtischen  Verlehrsleben  einen  Streil  nicht  ge
ben  kann  und  darf,  sollen  nicht  gewichtige  öf
sentliche  Interessen  gejährdet  werden,  stimmen
wohl  alle  bürgerlichen  Parteien  mil  den  Slaatsleitern
  überein.  In  der  Praris  scheinen  auch
die  Sozialdemokraten  nicht  weit  davon  entfernt;
theoretssch  nollen  sie  allerdings  das  Rech!l  der
Verkehrsanftalten  aus  den  Streit  nicht  Frei:
geben.  Diese  ihre  Stellungnahme  hat  Kinerzeit
zur  Einfübrung  des  Reverses  für  die  Verlehrs—
angestellien  geführt.  Welchen  Weg  uird  nun
die  Regierung  am  lommenden  Freitag  im  Landtage
  beschreiten?  Welche  Anin  ort  il  vom  Milnislertische
  zu  erwarten?  Wer  die  Verhällnisse
lennt,  dem  ist  es  klar,  daß  die  bayerische  Negicrung
  Sonderpolitik  gerade  auf  dem  Lichtigen
  Gebiete  der  Verkehrevermaltung  nicht
treiben  kann  und  darf.  In  wenigen  Wochen
dürfte  eine  gemeinsame  Beratung  der  bundes.
staatlichen  Regierungen  stattfinden,  die  für  das
ganze  Reich  diese  Angelegenheit  regelt,  so  daß
es  vielleicht  empfehlensmert  wäre,  diese  Inlerrellation
  zurũdzustellen,  bis  diese  Ponerenz  ge
lagt  und  ihre  Beschlüsse  gesaßzt  hat.  Der  springende
  Punkt  dieser  Konserenz  der  bundesst  aallichen
  Regierungen  dürfte  der  sein,  irgendu  eiche
Garantien  dafür  zu  haben,  daß  im  Veriehrsbetriebe
  der  Staaten  die  Streilmoglichleil  aus
geschlossen  und  somit  jede  Streilnesahr  beienigt
ist.  azu  der  Revers  notwendig  ist,  bleibe
dahingestellt.  So  gelangt  man  von  selbst  zur
Beantu  ortung  der  Krage:  Weiche  Antwort  ist
regierungeseilig  am  Freitag  im  Landtage  zu  erwarten?
  Was  Graf  Herkling  sagen  wird,  ü#t
unschwer  zu  erraten,  wenn  man  ueiß,  daß  in
kurzem  eine  Regierungskonserenz  iu  der  Maierie
im  allgemeinen  Stellung  nehmen  uird.  Auf
diese  Konserenz  mird  mohl  oder  übel  der  baye-Im

übrigen  war  es  Graf  Hertling  selbst,  der  seine
Rede  bei  der  Eröffnung  des  Landtages  mit
den  Worten  schloß:  „Möge  dieser  Geist  der
Einmütigkeit  auch  über  den  Verhandlungen  des
Landtages  walten.  Möge  alles  Trennende  zurücktreten
  und  die  gemeinsame  Arbeit  nur  auf
das  Wohl  des  Vaterlandes  gerichtet  sein.  Die
Regierung  ist  bereit,  an  ihrem  Teile  dazu  beizutragen,
  und  wmird,  wenn  es  sich  um  die  Beseitigung
  von  Differenzpunkten  handelt,  soweit
möglich.  gerne  die  Hand  dazu  bieten.“  Der
Sinn  dieses  Satzes  kann  nur  der  sein:  An  den
Revers  als  solchen  klammert  sich  die  Regierung
nicht,  rwenn  ihr  andere  Garantien  geboten  werden.
  So  ist  denn  zu  erwarten,  daß  diese  heille
Reverssache  eine  Erledigung  findet,  die  in  allseitigem
  Interesse  den  Burgfrieden  aufrecht  erhält.
  .

Mensch-a

München,  6.  Olt.  Die  älteste  Frau  Bayerns,
  die  105  Jahre  alte,  in  München  wohnende
Cordula  Burger,  mußte  am  Sonntag  wegen  zu-Itersschwäche
  und  weil  auch  ihre

 

selbst  krank  zu  Hause  liegt,  in  das  Kranksenhaus
überführt  werden.  Frau  Burger  ist
am  11.  Januar  1810  zu  Oberding  bei  Erding
gecberen.  Die  Greisin  war  bäs  zulett  noch  ziemich
  frisch,  wenn  sie  auch  kaum  mehr  etwas  sah
hörte.  Ihre  beiden  Töchler  Therese  und
Cordulo  pflegten  sie  in  aufopfernder  Weise.  Die

 

Mle#i#  Jus#chens

 

nun  ersolgte  Ceiranlkung  der  älleren  Tochler  und
die  vermehrte  Arbeit,  die  für  die  jüngere  Tochter
  entstanden  märe,  ließen  die  Uebersiedelung
der  allen  Krau  geboten  erscheinen.

Bgeriiche  Nacheichter,

mittenwald,  C.  Oll.  Das  große  Wirl  des
Wiederaufbanes  der  am  2.  Dezember  1914  abgebrannten
  Häuser  geht  seiner  Vollendung  entgegen.
  Beim  Miederaufbau  war  es  das  Bemühen
  der  zusländigen  Behörden,  die  Eigenart
der  Baumeise  möglichit  zu  erhalten.  Kreilich
sind  die  Döächer  nicht  mit  Schindeln,  sondern  mit
Dachrlatten  von  graublauer  Farbe  gedeckt.  Die
Häuser  Os.-Nr.  90  und  13  uerden  den
Schmuck  eines  großen  Kruzisirbildes  erhalten.
Pfarrer  Suior  (Partenkirchen  und  Kommercurat
  Lang  (Oberammergau  jind  die  edlen
Stifter.

Augsburg,  6.  Okt.

 

Ein  Verkehrsjubiläum
lonnte  Augeburg  am  Oltoler  begehen.  An
diesem  Tage  waren  75  Jahre  verfsossen,  seit
von  München  her  der  erite  Eisenbal  nzug  im
„Ullen  Vahnhef“  einliei.  Er  war  mit  zwei  Lolomolioen
  b.ipanm  u##o  zällie  20  Wagen,  in
denen  ungefähr  7/1:  Munchener  fsassen.  Zuschauer
  sianden  bis  Linaus  zur  Lechbrüce  dichtgedrangt
  am  Bahndamm.

Thaunhausen,  6.  Olt.#In  der  Brauerei
Engel  creignele  sich  ein  jaäm  rer  Unglüd.  Der
Brauercihilisarbriter  Wildbühler  war  an  der
Pfa  nne  ###chäftigt,  nuo#b#ei  der  Wechsel  brach.
Da:  heiße  Vier  flrönite  heraus  und  warf  den
Mann  mit  voller  Wicht  zu  Boden.  Volle  46
Helloliter  strömten  uber  den  Anglücklichen  hernaler,
  ehe  man  ihm  Hilfe  bringen  lonnte.  Er
erlill  schreciche  Brandwunden.

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hetgne

r4  ce

Kiefer  efelden.  6  Olt.  Dem  Guls  nebeshher
Mt  cas  VMleier  von  hier  ur  itde  sür  die  durch
2  Itre  uunterktrochen  innegehabte  Stelle
ines  Vornande:  de=  Vetcranen=  und  Kriegervereineo
  Kiejersfelden  vom  Präsidium  des  Kgl.
Bayer.  Vileranen=  und  Kriegerbundes  das  hiefür
  gestiftete  Ehrenkrenz  verliehen.  Die  Ausseichnung
  wurde  verflossenen  —mmntagabend  im
Kreise  von  Setecanen  und  geladenen  Gäjten,
woranter  auch  ceine  Veriretung  des  Nachbar—
vereins  Oberandors,  dem  Jubilar  unter  marligen
  Worlen  seitens  de?  VBürgermeiitero  Sleigeub##ger
  an  die  Brusi  geheftet.  Wir  schließen
aen  gerne  mit  anstichtigem  Glückmunsch  den
verschiedenen  an  den  Ceseierlen  gerichtelten  Aniprachen
  an.  B##  Bleier,  der  sich  anch  in  Gemeinde=
  und  Kirchenausschuß,  in  der  Feuerwehr
und  im  übrigen  Vereinsleben  grosze  Verdienite
ein  orten  hat,  möge  nock  viele  Jahre  in  ungetrülter
  Frische  und  unverminderier  Begeilterung
dem  Ve  ierane  werein  stine  hervorragend  ben
  ährte  Kraft  als  Vorland  lrihen.

Prien,  6.  Stt.  Der  16  Jahre  alte  Schlos.
serlehrling  Michar!  Schauer  schwärmte  schon  seit
lungerer  Zei  jür  den  srein  Uligen  Eintritt  zum
Militärdienl#.  Seiz  einigen  Tagen  ist  er  srurlos
von  Prie  n  Verschu  unden.  Er  soll  heimlich  auf
einen  mil  Mililär  !  ehten  Zug  gesprungen  und
zur  Kront  abgercit  sein.

Bad  Reichenh#a#ll  6.  Olt.  Der  Stadtmagisirat
  beseloß  die  Schatjung  einer  Kriegohilselasse,
  zu  nelchem  Zurc  die  Bayerische  Han
delsbanlt,  Kilial:  Neiche  nhal  einen  Kredit  von
2#  n:6000  Mark  einraumie.  Dleser  Fonds  iit  in
eriler  Linie  sür  unve  eunschusdet  in  sinanzielle  Not
gerat  ne  Hausbesiner  und  Bürger  leflimmt,  denen
  Darkehen  bis  zu  5071)  Mk.  gegen  entsprechend:
  Sicherheit  gen  ällrt  werden  sollen.

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Krlegsgesangenentag  am  10.  Ckt.  1915.

Dem  RNoten  Krenuz  ist  in  diesem  Kriege  in  der
Kriegsgesangenenfürsorge  eine  neue,  ganz  gewaltige
  Aufgabe  erwachsen.  Neben  den  bisherigen
  Liebesgabensendungen  nach  Frankreich,
England  usw.  geht  infolge  Vereinbarungen  zwischen
  den  beiden  Regierungen  unter  Begleitung
von  neutralen  Rolen-Kreuz-Schwestern  eine
Sendung  Liebesgaben  zu  100  000  Paleten  à  40
Marl  im  Werte  als  einmalige  Spende  in  diesem
  Monat  nach  Rußland.  Auf  Bayern  tressen
  10000  Pakete.  Zur  Bestreitung  dieser  und
aller  weiteren  außerordentlichen  Ausgaben  soll
der  Kriegsgefangenentag  am  10.  Oltober  Mitlel
  liesern.  Der  bewundernswerte  Opfersinn  des
Bayerischen  Volkes  wird  auch  hier  wieder  sich
auss  glänzendste  bewähren.  Leben  und  Gesundheit
  vieler  unserer  gefangenen  Landsleute  hängt
von  dem  Erfolge  dieses  Tages  ab.  Ein  günstiges
  Ergebnis  ist  deshalb  von  Herzen  zu  wünschen.


Rosenheim,  7.  Oktober.

Auf  dem  Felde  der  Ehre  gefallen:
Taver  Irrgang,  Arbeiter  in  renchiemsee,
Soldal  im  12.  Res.-IJnf.=  Agt.;  Adam  Michel,
Kulturaufseher  an  der  Kgl.  Moorkultur  Vernau,
  Obergefreiter  im  1.  JuHß-Art.-Rgt.

 

Auszeichnungen  im  Felde.  Der  Kgl.
Grenzansseler  Nlois  JZollner  aus  Neisach,  melcher
  als  Unterossizier  d.  L.  im  1.  Landwehr-Ins.
  Rgt.  sicht,  hat  sich  früller  schon  das  Eiserne
Areu  2.  Klasse  und  das  Militärverdienstkreuz

u.  Klasse  mit  der  Krone  und  mit  Schwertern
erwort.  Jetzl  ill  er  auch  mit  dem  Eisernen
Krenz  1.  Klasse  auegezeichnet  worden.  Dem  als
Obergendarm  zum  Zeldgendarmeriedienik  eingerücklen
  nunmehrigen  Vizewachtmeister  Karl
Müller  aus  Traunstein  wurde  das  Eiserne  Kreuz
verlithben.  Der  zum  Leutnant  vorgerückte  Pionier
  Oswald  Schlager,  Sohn  des  Seilermeiiters
Schlager  in  Traunstein,  wurde  ebenfalls  mit
dem  Eisernen  Kreuz  ausgczeichnet.

Befsörderung.  Der  ÖOssizier-Stellvertretr
  Gerhardt,  szt.  Oberförisler  in  Brannenburg,
Lurde  zum  Leulnant  in  einer  im  Felde  sflehenden
schueren  Batteric  befördert.

Vercin  „Maria  Stella“.  Eines  guten
  Besuches  erfreute  sich  die  Monatsoersammln-
  ug  des  Vereins  „Maria  Siella“  am  5.  Ol.
leber.  Der  Verein  rechnele  es  sich  zur  Ehre,
.  O.  Sltadllaplan  Bernrieder  alo  Cast  und
viedner  bestüßen  zu  dürfen.  Er  hatte  sich  ein
sehr  alluelleo  Thema  fur  seinen  Vor:  rag  geu
  ahlt,  dem  reiches  Inkeresse  seitens  aller  Anucienden
  entgegengebracht  murde:  „Was  denlhen
  nusere  heinde  uber  Deunchtano  und  den
#rgenn  ärligen  Krieg?“  An  der  HFand  des  im
JZuni  l.  J.  in  Jrankreich  erschienenen  Buches
„Der  de  Qiiche  Krieg  und  der  Katholizismus“
ial  Redner  die  Anichauungen  weiler  französiscber
  Kreise,  Boher  französlicher  Geistlichen  und
der  gebildeten  französischen  Welm  lund  und
iverlegte  an  der  Hand  des  als  Abwehrschrift
unter  dem  gieichen  Ti#el  in  Deutschland  herausgegebenen
  Buches  ie  verleumderiichen  Vehauplungen
  unserer  Gegner.  Reicher  Beifall  der
Versammel:ten  und  der  zum  Auedruck  gebrachte
Dani  des  H.  H.  Präies  Schönlinner  lohnte
das  in  hohem  Grade  sesielnde  Referat.  Im
rinschluß  daran  brachte  der  Gesangecher  einige
Licder  zum  Vortrag,  abu  echselnd  mit  Gedichten
elnsten  und  beiteren  Inhalls.  Die  nichsie  Versammlung
  sinden  am  zweiten  Dienstag  im  Novemder
  siant.

Die  Erhöhung  des  Bierrr  eises.
Aus  München  wird  berichtet:  Der  Verband
banerischer  Brauercien  beabsichtigt  mit  Rüdhicht
auf  die  ark  gefiegenen  Ger  lenrreite  ab  16.
Ciicher  eine  neueriiche  Erhöhung  der  Vierpreise
  um  6  M.  per  Heltoliter  einmsühren.
D  *-  für  München  eine  Sleigung  des

   
 

Vierrreises  auf  33  Pig.  für  dunlles  und  4
Piennig  für  helles  Bier  bedeuten  Der  Konsumentenausschuß
  verlennt  nicht  5  Stcigerung

der  CGerstenpreise.  kostet  doch  heute  der  Zentner
Braugerste  40  Mk.  per  Doppelzentner  gegen
16  Mark  vor  dem  Kriege.  Anderfeile  mun
aber  lerücsichtigt  merden,  daß  schon  zucimal
seit  Kriegsauskruch  Steigerungen  des  Bier-Freisee
  um  je  2  Afg.  statifanden;  auch  hat
der  Gehalt  des  Bieres  eine  wesentliche  Verdünnung
  erfahren.  In  Rücksicht  darauf,  daß  das
Vier  nicht  mur  Genuß-,  sondern  auch  Nahrungsmittel
  isl,  beschloß  der  Ausschuß,  diese  neuerliche
  Bierverteuerung  nicht  anzuerkennen,  sondern
  in  begründeten  Einga#en  an  das  Generalkommando
  und  den  Landtag  Schritte  gegen
diese  neue  Belaftung  der  unteren  Vollsschichten
zu  unternehmen.  Durch  die  neue  Erhöllung
wäre  bri  uns  mit  einem  Preis  von  36  Pig.
zu  rechnen.

Kreiwill.  Tod.  Auf  dem  Bahnhof  ließ
sich  heute  ein  Maler  aus  Nosenheim  von  dem
um  9  Uhr  aur.  München  einfahrenden  Schnellzug
über#falen.  Er  scheint  in  Geistestrübung  gehandell
  n  haben,  da  er  seit  einem  Sturst  aus  beträchtlicher
  Höhe,  bei  dem  er  einen  Städelbruch
erlitt,  krant  war.  Der  Mann  wurde  vom  Zuge
getölet.

Seuchenfrei.  In  den  Gehöften  des  Andreas
  Kloo  in  Hinterberg,  GOde.  Gotzing,  und
des  Dolf  Scherer  in  Piesenkam.  Gde.  Schaftlach,

  BA.  Miesbach,  ist  die  Manl=  und  Klauenseuche
  Wen  Der  Amtsbezirk  ist  wieder
seuchenfrei.

 

Der  Weltkrieg.

Die  gescheiterte  Westoffensive.

Haag,  7.  Olt.  Das  Fehlschlagen  der  großen
  Westoffensive  wird  nunmehr  in  Frankreich
als  Tatsache  angesehen.  Allgemeine  Enttäuschung
  und  Mutlosigkeit  haben  dem  ersten  Siegestaumel
  Platz  gemacht.  Kür  das  Unterneh--men
  in  Griechenland  hat  man  in  Frankreich  kein
Verständnis.  Man  betrachtet  es  als  ein  reines
Interesse  Englands.  Mehrere  französische  Blätter
  äußern  Bedenken  gegen  die  neuen  Balkanoperationen.
  (3Z.)

Zürich.,  7.  Okt.  Der  Züricher  Tagesanzeiger
  gibt  als  Grund  der  gescheiterten  Offensive
neben  dem  ersolgreichen  deutschen  Widerstand
die  Erschöpfung  des  seit  Monaten  angesammelten
  Geschoßbeslandes  an.  Die  große  Geschoßmenge
  sei  derart  zusammengeschmolzen,  daß,
falls  die  nächsten  Tage  nicht  das  erhoffte  Ergebnis
  brächten,  der  nächste  Hauptangriff  auf

 

Freitag,  8.  Oriober  1915

Monate  Dinaus  verschoben  nerden  mußte.  Die
französische  Presse  bereitet  bereils  auf  eine  neuerliche
  Pause  vor.  (J.

Die  Erledigung  des  „Arabic“=Falles.


Neugyork,  7.  Okt.  (Von  dem  Privatkorrespondenten
  des  WIB.  Die  amerikanische  Presse
und  die  Beamten  in  Washington  sind  über  die
Beilegung  des  „Arabic“-Falles  hochbefriedigt.
Die  letzteren  vertrauen  vollkommen  auf  Deutschlands
  aufrichtige  Versicherungen,  keine  weiteren
Unterseebootsstreiligkeiten  hervorzurusen  und  die
freundschaftlichen  Beziehungen  fortzusenzen.

Vor  der  Entscheidung  in  Bulgarien.

Sofia,  7.  Oit.  Die  Mitglieder  des  Kabinetto
  hielten  in  der  Wohnung  Radoslawows
einen  Ministerrat  ab.  Die  Beratungen  dauerten
  von  8  Uhr  abends  bis  morgens  J  Uhr.  Sodann
  erschien  dortselbst  der  Hofmarschall  des
Königs,  der  Generalissimus  des  Ballankrieges
und  hatle  mit  dem  Ministerpräjidenten  eine  kurze

Besrrechung.  Darauf  suhren  beide  in  einem
löniglichen  Automobil  nach  dem  Badecorte
Vranfja,  ro  König  Ferdinand  zurzeit  weilt.

DTort  nurden  beide  sosort  vom  König  in  gemeinsamer
  Audienz  empjangen.  Die  Beralungen
  beim  König  dauerten  von  1.5  Uhr  bis
3  Uhr.  General  Sawow  und  Radoslsauow  fuhren
  dann  unverzüglich  nach  Sofia  zurück.  Radoslanmowm
  lud  darauf  die  Gesandten  Deutschlands,
  Oesterreich  ilngarns  und  der  Türkei  zu
sich.  Während  der  Besprechungen  der  Dipiomaten
  erschien  der  englische  Geschäftsträger  im
Minislerp  räsidium,  lonnte  aber  dure)  Nadoslanom
  nicht  empfangen  werden  und  murde  an
den  ersten  Sekretär  verwmiesen.  Kür  heute  wird
die  Kriegserklärung,  und  zwar  nicht  nur  von
Ruzland,  sondern  auch  von  den  übrigen  Ententemüchten
  erwartet.  (

In  Griechenland.
London,  7.  Oll.  Venizelos  hat
lassen  und  begibt  sich  nach  Salonili.

Alhen  ver-Wegen
  ber

Demission  des  Kabinetts  wurde  die  Kammer
vertagt.  (J.)
Geuf,  7.  Olt.  Pariser  Depeschen  halten  die

Verakkschiedung  Venizelos  für  ääußerst  bedeulungevoll
  und  schmerwiegend.  Sie  bringe  den
Jentralmächten  unerwariele  Hilfe.

Lugano,  J.  Okt.  „Corriere  della  Sera“
ichreil!  zur  Demission  Venizelos,  es  wäre  versehil,
  sich  ub#r  die  Schwere  dieses  Schlages  l.
lusionen  hinzugeben.  Man  muß  sich  jetzt  unuilllürlich
  oie  Frage  vorlegen,  ob  der  König
nochmals  die  Kammer  auflösen  und  sich  mit
dem  Lande  in  Widerspruch  setzen  wird.  (0.

Das  neue  griechische  Kabinett.

Athen,  7.  Okt.  Der  König  empfing  gestern
eine  Anzahl  ehemaliger  Ministerpräsidenten  in
Audienz  und  crörterte  mit  ihnen  die  Frage  der
Neubildung  des  Kadinetts.  Nach  der  Konjerenz
murde  der  ehemalige  Ministerrrafident  und
Couverneur  von  Kreta  mit  der  Bildung
  eines  Koalitionskabinetts  unter  Ausschluß
Venizelos  beauftragt.  Der  englische  Gesandle
hat  gestern  um  eine  Audienz  beim  König  nach-Nesucht.


Zemis

Die  Landung  in  Salonifki.

Lugano,.  7.  Olt.  Agenzia  Stefani  meldet
unter  dem  6.  ds.  aus  Saloniki:  Heute  Morgen
ersolgte  hier  die  Ausschiffung  des  erften  Konlingents
  Englände  r  und  Franzosen.  Die  sranzösischen
  Transporschifse  und  ein  englische  lie-5
gen  im  Hafen.  Künf  höhere  serbische  Offiuiere
sind  über  Piräus  in  Rom  eingetrofsen.  (3.

Christianic,  7.  Olt.  Pariser  Blätter  berichten,
  die  Ausschifiung  der  englisch-  französischen
Truppen  in  Saloniti  habe  am  5.  Oktober  morgens
  4  Uhr  begonnen.  1815  10  Mann  sind  ausgeschifft.
  5  große  Transportdampfer  liegen  im
Hafen.  Ununterbrochen  gehen  Züge  nach  Serbien
  ab.  (3.

Truppenkonzentration  im  Piräus.

Athen,  7.  Okt.  Im  Piräus  sollen  über
Dampfer  zum  Transport  von  Ttuppen
und  Kriegsmaterial  konzentriert  sein.  Im  Marinearsenal
  werde  fieberhaft  gearbeitel,  um  die
Kriegsschiffe  in  Bereitschaft  zu  setzen.  (3.,

Italienische  Truppenlandungen,
i  Albanien.
Lugano.  7.  Olt.  Umsangreihe  Einberusungen
  lassen  auf  eine  wahrscheinliche  Aktion  Jialiens
  in  Albanien  hoffen.  (Z.)

E——

Der  amerikanische  Generalkonsul  in
München.

München,  7.  Okt.  Der  amerikanische  Generalkonsul
  Gaffney  in  München  hat  aus  Wasdington
  die  telegrarhische  Nachricht  erhalten,
daß  Präsident  Wilson  sein  Rücktrittsgesuch  angenommen
  hat.  Bekanntlich  unternahm  die  englische
  Presse  gegen  den  in  München  sowohl  in
der  amerikanischen  als  auch  in  der  englischen  Kolonie
  sehr  beliebten  Generalkonsul  einen  Verlrumdungefeldzug,
  1  welcher  die  Ursache  zu  dessen
Rcktritt  bildete.  —