Full text : Rosenheimer Anzeiger. 60. Jahrngang (60)

Aum̃mnter  ad

dorbereltet  sei  und.  der.  nriiffen  dald  #ngehe.
heute  könne  es  noch  nicht,  vorgelegt  werden.
Die  Sozialdemokralen  watsen  dem.  R.  iilan
ler.  vor,  er  versuche  Kie  ganze  Veratung  zu  verschteppen.
  Dem  lrat  der  Negierungsveitreter
entschieden“  entgegen.

Die  Konturrenzklausel.

Ueber  ein  drohendes  Scheitern  des  Konkurrenz-Uausel-Emwurses
  berichtet  die  „Tögl.  Nundsshen:
  „Die  Beschküsse  der  12.  Kommission  des
ieichstags  zur  Vorberatung  des  Konkurrenzllausel.
  Entwurfs  sind  vielfach  als  ein  Kompromiß
  aufgefaßt  worden,  dem  die  Reichsregietung
  zustimmen  werde.  Wie  wir  bören,  dürtte
diese  Auffassung  nicht  zutres  ffend  sein.  Sowohl
die  letzte  Fassung  des  §  74a  wie  die  von  der
Kommission  gemünschte  Abänderung  des  7.
des  Handelsgesetzbuches  haben  nicht  die  Zustimmung
  der  Reichoregierung  gefunden,  die  unter
  allen  Umständen  der  Annahme  der  Kommissionsbestimmungen
  dem  Plenum  ein  Nein
entgegensetzen  wird.  Eine  vorherige  Beiragung
der  Bundesregierungen  hatte  ergeben,  daß  cn
an  diesem  Punte  festhalten  wird,  so  daß  also  d
Scheitern  des  Gesetzentwmurfes  in  diesem  Strent
hunkte  zu  gewärtigen  ist;  denn  da  das  Kompromiß
  ein  soll  hes  aller  Parteien  darseelit,
so  wird  mit  ciner  veränderten  Stellungnahme
des  Plenums  des  Reichstags  nicht  ꝛet
rwerden  lönnen.“  Es  wöäre  in  hobem  Grade  bedauerlich,
  menn  die  Arbeit,  die  mit  der  Vorberalung
  des  Entwurses  verhunden  geweien  in
und  die  nach  lungen  Verhandlungen  erst  zu
einem  Kompromiß  geführt  hat,  nun  durch  die
Halsstarrigleit  der  Regierung  zwecklon  g#nacht
merden  würde.

Ausnahmegesetze?

Eine  Meldung  der  „Südd.  Korrefp.“,  533
beabsichtigt  sei,  dem  Reichstage  bie  um  Herbt
neue  Freß-  und  vereins  euit,
gesetze  sür  die  Grenzberirle  im
und  Norden  des  Neiches  vor
ertl.  die  Auflösung  des  Neiche
sei,  wenn  er  sich  weigert  e
gutzuheißen,  wird,  was  vorauszuĩeben  war.
politischen  Kreisen  lebhaĩt  erörtert.  Erundsgungen
  ergaben,  dam  in  der  Tat  ein  Vorzeßen
nach  der  Richtung  einer  Verschürfung  der  praßgesetjichen
  und  vereinsrecktlichen  Beririmunden

S

     

Vorcer

  
  
  

 

  

geplant  is:,  doch  wird  entichieden  bestritten.  daß
damit  Zwece  versolgt  würden,  wie  fi  die.,  Sndd.

 

Korresp.“  dargesiellt  habe.  Eine  En:scheiung  in
der  ganzen  Angelegenheit  leei  aber  noch  durch
aus  nicht  getroffen.  Daß  die  Nehiern:
in  Berlin  diese  Pläne  hegt.  lann  oielleicht  rickg

  sein.  Der  Reichotag  wird  aber  sicher  nicht
dr  haben  sein,  auch  ein  nengewöhlter
nicht.  Deshalb  lann  alles  Weitere  ruhig  ab—
*8  werden.

Eine  reichsländische  Liga.

In  Straßburg  fand  unter  dem  Vorfik  des
Prüssdenten  der  zweiten  Kammer  des  Landia,
Dr.  Nicklin,  m  zandtagspebaude  eine  von  dem
Abgeordne'enhau;  einder.  jeneer  au-  un-  u-(Gründung
  einer  Lia  r  Veiteidianng  E
Lothringens  natt.  dahlreiche  Hi  der
ersten  und  zueiten  Kamm-  er  sowie  V
Presse  waren  erschienen,  alle
rettreten.  Die  Berlam  mung
auf  dem  Standpuntt,  daß  die  Li
werden  solle.  Es  murde  darauf  eine  Koiemitsion,
  beuehend  aus  5  Mitglirdern  der  erstem
und  achi  Mitgltiedern  der  zweiten  Hemmer.  somwi:
nier  Veriretern  der  Pre#e  gemählt.  Den  Vorsitz
  in  der  Kommission  üb  v-ernahz  zu  Dr.  Riclin.

Auslan.
Unuruhen  in  Svanien.
Lebbas##e  Uuruhen  sind  in  verschiedenen  Tiilen

 

 

110

 

—.

5

   

*75

 

der
ser#teter  der
Barleien  warcn
stand  einmärig
a  gearundet

 

Spaniens  weg.  der  neuen  Munisihalr  euer
ausgebrochen.  1  Dienstag  früh  waren  in
Valencia  alle  .  .  iie  verödrt,  die  Waqan,  die
Bioriant  bringen  sollten,  wurden  gepllindart.

 

rämtliche  Geschäfte  maren  geschlossen.  Strasenbahngesellschaften
  waren  gezmu:  ngen,  den
Verlehr  aufzuheben.  Auf  die  großen  Mlä:
der  Stadt  wurden  umgehauene  Bäume  gelrgt.
um  dadurch  den  Verlkehr  unmögiich  zu  machen.
In  der  gan  zen  Stadt  sieht  lein  einziget  Later—
nenpfahl  mchr.  zischen  der  Poliz#ci  und  der
V  Bollsmenge  kam  es  mehrsach  zu  Zufammenstößen.
  Aie  der  Bürger  rineister  unter  dem  Schuhe
von  Gendarmen  auf  die  Straße  ging,  rief  die
Menge  ihm  zu:  „Hängt  ihn!“  Die  Polizisten
fnen  mn  blanker  Waffe  drein.  Ueber  drenig
Perksonen  wurden  schwer  verosndet.

*——

Hof-  und  personawnachrichten.

Würzburg,  26.  Febr.  Der  seit  1898  an
der  Spitgze  der  Würzburger  Diözese  wirlende
Bischof  Dr.  Ferdi  inand  Nitter  v.  Schlör,

  

der  seit  1862  im  Priesteramte  tätig  ist,  begeht
  am  2.  März  seinen  75.  Geburtotag.  Er
ist  der  Senior  der  bayerischen  Vischöfe.  nu

Richekbach  1339  geboren,  studierte  er  in  Würzburg
  und  in  Achaffenburg,  begann  dann  nach
der  Priesterweihe  seine  amtliche  Tätigkeit  als
Kaplan  in  Weimerichshausen,  wurde  1865  Stiftskaplan
  in  Aschaffenbury,  darauf  vort  Seminarpräfelt,
  Religionelebrer  am  Gymnasium  und
Lehrer  für  hebräische  Sprache  am  Studienseminar,
  dessen  Leitung  ihm  1873  übertragen

wurde.  ’  1880—  1891  war  er  Direktor
des  adeligen  Julianums  in  Würzburg.  Dann
in  das  Wünzburger  Domkapitek  berufen  als

 

#dl#neler  Antgessern
Kap#tular  und  Geittlicher  Rat  beigeen  er  auch

das  Amt  eines  Kreisscholarchs.  Auf  dem  Bischofofige
  solgte  er  1598  dem  dan  München
berusenen  Eizbischof  non  St  in.Znfo’g  sei- 



nes  freundlichen,  ver:  föhnlio  Austreteno  erfreut
  sich  der  Jubilar  ant  ¾ê  über  seine  Diözese
hinaus  w  wei  itester  Wertschätzung.

Soziale  Runoschan.

Berlin,  26.  Febr.  Sieben  Millionen
Obdachlose.  Das  ist  die  Zahl  der  Leute,
denen  der  Verliner  Verein  für  Obdach!  ose  in
der  segensreichen  Arbeit  seines  jetzt  45jährigen
Besichens  Nachtiager  und  Abendessen  gewährt
hat.  Diese  sieben  Mülionen  sind  sogar,  wie  aus
dem  soeben  verössentlichten  Jahresbericht  des
Vereins  hervorgeht,  um  686  732  Personen  überscritten
  worden.  Das  siille,  ernte  Würken
des  Vereins  ersährt  dar-  in  durch  nüchterne  JZahlen
  eine  Illustration,  die  in  weiteren  Sinne  auf
das  ganie  „SObdachlof  enelend  der  Weltnadt  Beäug
  hat.  Die  Jal  z:  der  Männer,  oie  im  vergangenen
  Jahre  in  der  Anstalt  eine  Zuslucht
suchten,  war  die  gleiche  gebtieben,  wie  im  Jahre
vorher,  dagegen  wurde,  was  besonders  nachdenk.
lich  stimmen  muß,  die  Zahl  der  Obdak  sachenden
  Frauen  gegen  das  Vorjahr  um  2200
überschrinten.  Iu  Männerafm  nächtigen  durchsmittlich
  an  jedem  Tage  400  Versonen,  und
von  diesem  halben  Tausend  durch  Hunger  und
Elend  ermatteter  Leute  benntten  täglich  gegen
Wißbegieri  ger  Vibiiothet  Vereins.
  Im  ganien  Jahre  mußten  1397  Personen
wegen  Trunkenhei#n  von  der  Benu##unn  des  Obdochz
  auzsgescht  oĩsen  werden,  und  340  erlitten
das  gleiche  Schidsal,  weil  sie  sich  zu  oft  ein.
gestellt  hatten.  Die  größe  Anzahl  der  As#-listen
  stand  im  Aller  von  20  30  Fabren  rld
307  gab  es  i#n  Jahre  1913,  die  60  Jallre  und
daräb  er  Vera#-  SIi  Fraus;  aful  näc  ien  n-OD

Mödchen.  Uno  von
Säug  ingen,  von  hun-—



  

des

 
  

 

«

 

 

Milertlecene  den
rnden  und  abgerehrten  Mütlren  getrag
unten  120  gshn  erden,  ron  Lindern  bis
Jahren  395.  Van  dem  Grundiag.
#on  Asulisten  vie  im  Münat,  weit  4
ärmal,  Öl  bdach  zu  gewähren,  lonn#te  der  Verda
  der  Anurm  3  N“  war,  nis#t  ab-Ausnahn
  irden  nur  lei  jenen

die  di  i  nde  Gebredornherein
  zu  je- 


  

 

 

 

  

   

sen
ein,
weschen.

  
 

      

des  Greisenaltere  von
Tätigleit  unsähig  erscheinen  li-Tondon,
  25.  Febr.  Der  große  Dubliner
Streil,  der  eine  Zeitlang  mehr  allgemeines
Interesse  erregte,  als  irgendein  Ausstand  seit
dem  großen  Docktreit  von  1839,  endiate  mit
einer  voländigen  Niedertage  des  irischen  Trans:
borteröeitter  Verbandes  und  unter  voilst  ständiger
ülligleil  des  hrilischen  Purlilums.  Die
l-  stlkxcl  t-t-(..(1«c.1  haben  beinahe  zwei

Willi  Inen  für  die  Dubliner  Streilenden  aus
geben;  es  dauert:  aber  nich:  lange,  bis  deren
leidenschaftlicher  Jührer,  der  belannte  Mr.  Larlin,
  ed  nꝛit  ihren  e  Futre  ru  sanlt.,
c  .  «  '

 

      

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Volkssimtlcehrektsssnt  sordil  „ine  na.

langen  lönnen.  R
der

Vierzehntagiger  Dauer  mit  einem  schönen  Zi
fur  sie.  Er  brinnt  ihn:  nur  die  jeite  (Gr

   
   

haltsstala,  die  g  jondern  eine  Er—
höhung  des  Gelhalts,  der  im  Jahr  für  die

Orasschaft  chtießh  über  100  0000  Marl  ausmachen
  wiro.  Die  nalionale  Gewerlichait  der
Volisschult  ehrer  verdankt  diesen  Sieg  vor  allem
dem  notorischen  Mangel  an  Lehrtriten,  der
seinerfeits  cine  Folge  ihrer  schlechten  Bezahlung
ist.  Andere  Graischaften  werden  sich  vald  geamungen

  sehen,  dem  Beiryiel  Heresotdjbires  zu
solgen.

Derschkedene  Nachrichken.

Verlin,  26.  Fehbr.  Bei  der  Erviorir:
trorhe  in  *r  m  incetan  m  der  AMitienge

 

 
  

bag  sind.  *“  nun-  endaü#  ig  se  ant:  hen
insgesarit  zehn  Menschenle  ben  vernichtet  morden.

Bei  der  Relognos:ierung  der  teee  bis  zur
Unlennklichteit  Zugerich  teren  Verunglüdten  durch
Arbeitolollegen  sieliten  sich  zunäch  fl  verschiedene

Jrrtümer  ein,  die  erst  behoven  werden  lonaten,
em  sich  die  Angehörigen  eingesteilt  hatlen.

Die  Leichen  zweier  Arbeiter  ruhen  noch  unter  den
ranche  iden,  mit  Wasser  durchträntten  Trämmein.
  er  Materialschaden  ist  bedeutend,  da
san  auce  Gebäude  beschädig!  sind.

Berlin,  26.  Febr.  V##  Eucorechern,  die
ihren  Weg  durch  bie  Decke  nahmen,  wurde  in  der
vergangenen  Nacht  das  Scidenband-E  Engcgeschäst
  von  S.  Graf  in  der  Charlottenstraße
beingesucht.  Hiertol,  der  Geschäftoräume  der
Firma  besindet  sich  ein  Weinrestaurant,  während
  die  obere  Etage  Terstehl.  In  die  leren
Näume  drangen  die  Einbrecher  ein  und  bebrten
in  den  Fußboden  eine  „Oessnung  von  einem  Quadratmeter
  Umf#ang.  Den  abfallenden  Putz  und
Mörtel  fingen  sie  mit  einem  Schirm  anf.  Dann
lieben  sie  sich  an  einem  Strid  in  die  Grafschen
  Geschäftsräume  hinab.  Um  Mmöglichst  ungestört
  arbeiten  zu  lonnen,  breitelen  sie  auf
dem  Fußboden  wertvolle  Sammetstosse  aus,
damit  ihre  Trikte  nicht  in  dem  Weinrestaurant
gehört  werden  konnten.  Auz  den  Lagerbeständen
luchten  die  Diebe  seidene  und  Sammetbänder,

—.

 

 

Vorditren  und  Stoffe  im  Werte  von  etwa  20  000

Marl  aus  und  packten  sie  zusammen.  Ihre
Bemühungen,  den  Gekoschrank  auszubrechen,  waren
  ersolglos.  Die  Diebe  kietterten  mit  ihrer
Beute  an  dem  Strick  wieder  in  die  obere  Etage

und  verschwanden.  unbemerkt.  Es  fehlt  von  ihnen
bis  jetzt  jede  Spur.

Mainz=  26.  Febr.  Oberhalb  Mainz  wurde
im  Rhein  eine  verkorkte  Flasche  aufgefunden,
deren  Inhalt  darauf  schlieben  läßt,  daß  vier
Deutsche  in  die  Fremdenlegion  geraten  sind.  Die
Flaschenpost  enthielt  einen  zettel  mit  folgendem
  Wortlaut:  „Sind  zur  Fremdenlei  on  verscheppt
  worden,  besreit  uns!  Wilhelm  Sxponheimer,
  Adam  Rauschlolb,  Ludwig  Götz,  Karl
Hartenlurg,  sämtliche  aus  Worms.“  Der  Zettei
  uar  aus  Straßburg  vom  1.  Dezember
1913  datiert.  Einer  der  Genannten,  Ludwig
Götz,  wird  nach  Angaben  von  Verwanelen  bereits
  seit  September  vermißt.

Köln,  26.  Febr.  Die  Kölner  Kriminalpolizei
  verhaftete  drei  Personen,  denen  zur  Last
gelegt  wird,  Brandstistung  verübt  zu  haben,
um  sich  eines  5jährigen  Knaben  zu  entledigen.
Die  Mutter  des  Kindes  ist  eine  ledige  Schausvielerin,
  die  angeblich  den  Unterhalt  für  den

Knaben  nicht  menr  bestreiten  lonnte  und  das
Kind  deehalb  m  einem  Kaufmann  brachte.  in
dessen  Gesellschaft  sich  eine  Jreundin  der  Schau.
spieierin  besand,  Dort  wurde  das  Kind  ins
Bett  gelent,  die  Türe  verriegell  und  dann  verließen
  die  drei  das  Häus.  Bald  darauf  brach
in  dem  Hause  Feuer  aus.  Ald  di:  Tür  e#
walisam  gesprengt  wurde,  sand  man  das  K#d
erstick  vor.

Brüssel,  26.  Febr.  Die  Untersuchung  gegen
  den  belannten  belgischen  Schwindler  und
Allienfälscher  Nestor  Wilmart  hat  bisber  ergeben,
  daß  dieser  etma  C0  6000  salsche  Altien
einer  Eitenbahngezellsch  ift  herausgegeben  und
so  seine  Kunden  um  17  Minionen  betrogen  hat.
Diese  kalschen  Aklien  waren  jahrelang  aufs  doPt
Marn-  e  aß  der  Betrug  entdeckt  murde.  D

Zaudel  mi#  den  Pavieren  hat  dem  Bestuger
noch  einmal  11  Millionen  eingebracht.  Wilimart
  hat  diese  Summen  für  sein:  verschiedenen
dreßen.  Privatunternehm-  gen  und  seine  aus
schweitende  Vevensführung  bereubet.

Sdinburgh,  26.  Febr.  Die
Kirche  in  Whitelirk,  Castlathian,  wurde  heute
vormittag  durch  ein  Feuer  zernbört.  Dabei
gingen  Reliquien  von  hohem  Werte  verlre““
An  der  BVrandsielle  wurden  Aufrufe  für  das
Frauenstimmrecht  gefunden.

  

  

bifrorische

 

———
Eln  tödlichro  Duell.

Menz,  26.  Febr.  Heute  morgen  fand  im
Walde  von  Orly  bei  Metz  ein  Duell  zwischen
dem  Leutnant  von  La  Valette  St.  Geocrge
im  Iisanterie  Regiment  Nr.  98  und  dem  Lentnant
  Haagen  im  gleichen  Regiment  itatt.  Vetzlerer
  jiel.  Der  Grund  liegt  in  einer  schmeren
Bcleiigung.  Nach  Gerüchten,  die  in  der  Stadt
umlauken.  gaben  zu  dem  Zueilampf  Beziehungen
  Anlaßz.  die  während  der  Karnevalstage
michen  dem  Leutnant  von  La  Valette
cGeatge  und  Frau  Haage  aufgenommen  waren
und  m  einer  so  schweren  Ehre  nlräniung  des
Leutnants  Haage  iührten,  daß  sie  angeblich
seibn  uner  Rückiichtnahme  auf  die  beim  Karneval
  herrschende  Stimmung  nicht  in  einem  milderen
  Lichte  erscheinen  lonnten.  —  Also  iint
auch  in  diesem  Duell  wieder  der  unschuldige
Teil  das  Onyfer  geworden.  Wann  wird  endltich
dae  Duell  aus  der  Armee  verbannt  sein?

St.

Ein  ZSwischenfall  in  Strahburg.

Straßburg,  28.  Febr
Uceber  einen  in  der  Presse  verbreileten  Zuischenrall
  zwischen  Unteroft##ieren  und  Ztofliften,

  

der  sich  hier  in  der  Nacht  zum  Montag  erei
nete,  wird  von  den  mfländigen  Stellen  mitgeteilt:
  Aur  dem  Heimuege  zur  Kaserne  wurden

3  Unlerosfi  iere  vom  Juf.-Regt.  126  am  Ausgang
  der  Langenstraß:  von  einer  Gruppe
Iirilisien  mit  den  Worten  „Ihr  Sauschwoben“
beleidigt.  Als  ein  Unteressitier  einen  der  Beleidiger
  zur  Rede  sielite,  holten  diefe  aus  einem
nahen  Wirtsh  me  noch  10—20  junge  Vurschen
herbei  und  gingen  zum  Teil  mit  offenen  Messern
gegen  die  Unteroffiziere  vor,  welche  nun  zur
Abwehr  blank  zogen.  Dabei  erhielt  einer  der
Angreifer  einen  Hi:b  über  das  Gesicht.  Bei
dem  Bersuch.  zmei  Vurschen  feitzuhalten,  erhielt
ein  Unteroffitier  einen  leichten  V  .  besserstich  in
den  Hinterkopf.  Als  sich  die  Unterofsiziere
verteidigend  nach  der  Kaserne  zurückzegen,  war
die  Menge,  die  sie  verfolgte,  schliehlich  auf
40—50  Köpfe  angewachsen.  Die  herbeigeeilte
  Polizei  stellte  mehrere  Namen  fest.  Die
meitere  Untersuchung  ist  im  Gange.  Außerdem
steilte  das  Kommando  des  Inf.-Regts.  126

Strafantrag  wegen  Beleidigung  nach  Art.  194
des  ReichsStrafgesetzbuches.

munchener  Nenigleilen.

München.  26.  Febr.  Die  slädtischen  Kollegien
  haben  sich  in  geheimen  Sihungen  beriit
crklärt,  auf  Kosten  der  Stadtgemeinde  für  die
Handelshochschule  München,  welche  bis  jeht
Privaträume  an  der  Ludwigsstraße  hepachtet
hat,  einen  Neubau  an  der  Tengstrase  auf  dem
Areal  des  alten  nörolichen  **  zu  er- 



 

hten.

—  —  —  –

Samstag,  28.  Februar  1014

der  Mäünchener  Karneval.
#nünchen,  26.  Februar.

Ueber  den  nunmehr  zu  Ende  gegangenen
Münchner  „rnevab,  rna.  lich  die  Polirei.
direktion  Münche

Während  0*i  rn  7tr  woorjährigen  Kar.
nevals  die  K.  Polizeidirektion  sich  zur  Aeutßerung
  schwerer  Bedenken  und  zu  ernsten  Vorstellungen
  genöligt  sah,  führen  die  Erjahrungen
des  heurigen  Karnevals  entschieden  zu  günstigeren
  Betrachtungen  und  lassen  hoffen,  daß
der  Münchener  Fasching  enogültig  über  seinen
  Tiesstand  hinweg  ist.  Die  Inhaber  der
Vergnügungsstätten  und  die  Veranftalter  der
öffentlichen  Fesie  waren  aufs  ehrlichste  bemüht,
  den  polizeilichen  Anregungen  und  Weisungen
  gerecht  u  werden;  sie  setzten  sich  gut
der  Behörde  ins  Benehmen,  um  sich  die  O
nung  im  eigenen  Hause  zu  sichern.
lonnten  Unstimmigleiten  zueischen  Polizei  und
Publilum  zvermieden  nerden,  dadurch  war  #
auch  Möglich,  einzelnen  Unternehmungen  wei,
tergehende  Vergünstigungen  als  im  Vorsah#:
einmräumen.

So  wurde  eigentlich  den  gqroßen  Festen  der
vornehne  Charalter  gesichert,  den  man  ilnen
im  Interesse  des  alten  guten  Ruses  Münchener
Feste  wünscht.  Uebrigens?  waren  es  gerade  die
Künstler,  die  als  Veranstalter  der  wirklich
lünnlerischen  Feste  betonten,  daß  ihnen  di
Drang  nach  freier  Kostümierung  und  der  damit
zusammenhängende  „frei:  Ton“  bei  der  Durch.
führu:  ig  ihrer  Ideen  durchaus  nicht  erwünscht
sei.  Wer  diese  Künstlerfeste  besuchte,  konnte
sehen,  wie  diese  Anschauung,  in  die  Tat  umgesetzt,
  den  belannten  lünstlerischen  Erfolzen
durchaus  nicht  im  Wege  sland.

Wenn  gleichwohl  einzelne  logenannte'  lünn-.
lerische  Fesie,  von  denen  jene  Künstier  sich  ausdrucklich
  fernhielten,  ausarteten,  so  ist  das  ein:
ledauerliche  Erscheinung,  die  auch  die  ansländigen
  Besucher  mißbilligten.  Die  K.  Po##zeidre,
lion  wird  nicht  versehlen,  diesen  Fesien  im  10„
menden  Jahre  ilre  besondere  Aufmerkfamlei#
munenden,  um  sie  gegebenenfalls  ganz  abz#-siellen.


Das  unanständige  Tanzen  isl  leider  noch  nickt
röllig  verschnunden.  Es  wurden  auch  hene#r
einzelne  Personen  beanstandet  und  in  m  inm
4  werwiegen  iden  Fällen  zur  Anzeige  aebta

Der  Tango  mar  auf  den  Kangtanten  und  in  dei
Tanzsälen  sellen  zu  jinden.  Das  gute  Pullilum
gab  der  Warnung  der  Politeioireltion  vot
anstößigen  Tanzarten  recht  und  darin  m
nicht  zulent  der  Grund  für  die  Abnahme  eilet
Modectonheit  liegen.

Bayerische  Nachrichen.

Ereing,  26.  Febr.  Der  Raubmord  in
dorf  uird  voraussichtlich  schon  das
Schwurgericht  beschäftigen.  Der  Ztuaa-  #anKa
am  Lendgericht  München  II  hat  negen  den
r  hweizer  Anton  Graf,  der  am  6.  Norembe:
seine  Pflegemutter,  die  Zimmerma  *lzl
ide  Nosamunde  Schmidbauer,  in  Oberndeus
bei  Walpertslirchen  gelötet  und  ihr  eine  Uhr
und  Vargeid  geraubt  hat,  Anllage  wegen  Naubmord
  erhoben.  Gras,  der  nach  der  Tas  illunei
gegangen  ist,  wurde  in  Jenbach  (Tirol)  verhattet
  und  nach  Bayern  au:  sgeliesert;  er  hat  im
der  Voruntersuchung  ein  lteilu  eit  Genanznis
  abge

“  26.  Febr.  Der  Taglöhner  L.
in  Augsburg-  Pfersee,  Vater  von  neun  Kinderhat
  mit  einem  Los  der  Nürnberger  Ge#mlotterie
  5000  Marl  gewonnen,  lann  an
Geld  nicht  erheben,  wiil  das  Los  nickt  à
bar  ist.  Wahrscheinlich  haben  die  kleinen  Kinder
  das  „Bild“  in  die  Hände  belommen  unzetrijsen.


Straubing,  26.  Febr

Navallerielaserne  bef  findlichen

  

 

 

  

   

  

 

  

t

  
  

In  der  Nähe  der
Lehmgrul  äir

   
  

Iiraneschen  Ziegelei  wurden  gestern  zwei  verbetratete

  Taglöhner  von  einem  in  VGem  eaung

gelommenen  Lehmberg  verschüttet.  Wälrend
.

der  eine,  Vater  von  vier  Kindern,
tot  war,  sonnte  der  andere  noch!  ebend  be:
geschafft  werden.  Er  hat  jedoch  so  schwere  Ver
ictzungen  erlitten,  daß  er  im  Kranleuhan  beisnungslos
  darniederliegt.

 

Jur  Frage  der  sSchuleeform
wurde  in  der  Gesamtvorstandschaft  des  chrifllichen
  Bauernvereins  folgende  Resoluion  deschlofen
  en

„Die  Ausbildung  der  ländlichen  Jugend  joll
einc  möglichst  gute  sein,  damit  die  heranwach
sende  Generation  auch  auf  dem  flachen  Lande
den  vielgestaltigen  An#orderungen  des  Lebens
gewachsen  sei.  2.  Gleichzeilig  aber  ist  man  der
Ueberzeugung,  daß  die  Unterrichtszeit  so  q#"
ordnet  werden  müsse,  daß  den  hygienischen  Ansorderungen
  und  den  solalen  und  wirtschaftlichen
Interessen  der  bäuerlichen  Bevölkerung  in  den
bingelnen  Begenden  gebührend  Nechnung  9°“
nagen

La  landingeergenrdnter  Dr.  Schlittenbauer  .
in  seiner  Eigenschaft  als  Generalsekretär  des
Vanernvereine  beauftragt  worden,  in  dieser
Angelegenheit  mit  dem  Kultusminister  N4,

prache  zu  nehmen.  Dr.  Schlittenbauer  reoe
  nun  einen  Artikel,  worin  er  nähere

Mitteibungen  über  das  Krgehnie  dieser  Unter,

*