Full text : Reichs-Gesetzblatt. 1876. (10)

1273—1274.  19

(Original  sagen  MVGAH)  im  Thurn-  und  Taxisschen  Archiv  zu  Scheer  mit
dem  Datum  MCCLXXIH,  IH.  kalendas  Augusti,  also  30.  Juli.  Letzteres  bildete
ohne  Zweifel  die  Vorlage  des  Cod.  Sal.  in  Karlsruhe,  auf  Grund  dessen  die
Reg.  in  ZGORH  und  Weech,  Cod.  Sal.  mit  ihren  Abweichungen  gedruckt

5  wurden.  (Vielleicht  wäre  auch  MCCLXX,  III.  kal.  Aug.  zu  lesen).  Daran  ein
Malthasiegel  gut  erhalten  (Abb.:  MVGAH  III,  Siegelbilder  Nr.  5).  v.  Weech
fügt  bei:  Der  Besitz  des  Klosters  Salem  in  Beiskofen,  zu  dessen  RBechtstiteln
  vermutlich  vorstehende  Urkunde  gehörte,  ist  wohl  auch  nur  vorübergehend
gewesen.  —  Es  dürfte  mit  dem  WUDB.  jedenfalls  Her.  de  Evcha  su  lesen  sein

10  anstatt  mit  Cod.  Sal.  Göcha  und  mit  MVGAH  Svocha.  Evcha  =  Eichen
0A.  Saulgau,  schon  1175  Eicha?  1278  Aichach  genannt,  das  nach  v.  Alberti
5.  156  und  Das  Königreich  Württemberg  a.a.  O.  5.457,  um  diese  Zeit  einen
Ortsadel  hatte.  Vergl.  auch  Cod.  Sal.  II,  Nr.  516.  Eichen  bei  Stafllangen
OA.  Biberach  wird  wohl  kaum  gemeint  sein.

15  71.  1273.  28.  November.  Saulgau.  Amman  Heinrich  und
Büryerschaft  von  Saulgau  beurkunden  die  Beilegung  eines  Streites
zwischen  der  Abtissin  Aldelheid]  von  Heiligkreuztal  im  Namen  ihres
Konrentes  und  den  beiden  Brüdern  Werner  und  Heinrich  von  Ebenweiler
  über  verkaufte  Güter  in  Andelfingen,  genannt  Martorfs  güt.
Ritter  Ulrich  von  Altshausen  und  der  Bruder  genannt  Girsteling
waren  bei  dem  Verkauf  und  Vertrag  von  Anfang  an  (primitus)  anwesend
  gewesen  und  hatten  ‘als  Schiedleute  in  das  Haus  des  Konrad
genannt  Vunden  berufen  ofen  ausgesagt,  Abtissin  und  Konvent
dürften  ihre  Rechte  an  den  Gütern  ruhig  besitzen.

Ra)  WUB.  VII,  264.

A

72.  Zwischen  1273.  25.  Dezember  und  1274.  24.  September.
Landau.  Der  Edle  Heinrich  der  Ältere  von  Gundelfingen  schenkt  im
Einverständnis  mit  seinem  Sohn  Heinrich  und  den  übrigen  Erben  der  Abtissin
  Adelheid  und  dem  Konvent  von  Heiligkreuztul  folgende  Besitzungen:

3%  Zicei  Mansus  unter  Beuren  gelegen,  ferner  die  Sennewise  die  Burkhard
dem  Fischer  von  Blochingen  gehörte,  eine  Wiese  in  Wiulvelingener
winkel,  im  Ort  Wilflingen  vier  Mansus,  nämlich  in  Kleinwilflingen
sei  und  in  Grosswilflingen  zwei,  die  Eigentum  Graf  Wolfrads  des
Älteren  von  Veringen,  seiner  Söhne  und  des  Grafen  Mangold  von

35  Nellenburg  waren  und  von  diesen  aufyesayt  wurden,  ferner  eine  Wiese
am  Ertinger  stig  gegen  Friedingen  zu,  ferner  die  Kirchwise,  ferner  alle
Wiesen  im  Ried  (alga),  das  genannt  wird  in  der  Tachowe,  einen
Wald  in  der  Staingräbe,  den  Sön  acker  dei  Reinhartshusern,  einen
Teil  des  Riedes  bei  Dollhof  (Tollendorf),  woselbst  ein  Graben  (?)

&  (und  Damm  (?)  angeleyt  wurde  (fossus  fuit  vallus  in  alga),  mi!  dem