Full text : Blätter für Rechtsanwendung. XLIX. Band. (49)

60.  Jahrgang

Nr.  158

:  Ermits  #p  12.  Juli  1914

Rosenheimer  Anzeiger

 

iDer  „Nosenheimer  Anzeiger“  mit  dem  texillch  und  K#ttrait  reich  ausgestatteten  "echlselligen
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ti

Uhr  (mit  Ausnahme  der

nzeiger  Rosenhelm.

 

 

 

 

 

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80  Pfennig;  bei  Wlederholungen  oder  Zellenabschlüssen  Rabo#  nach  aufliegendem  Tarfs.

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Nmen

 

 

Rosenheimer  Tagblakt

Amtliches  Bublikasions-Organ

Arnahme  von  Inseraten.  Neklamen  und  Beilagen  durch  die  Annoncen.  Erpedition  Hacsenstein  4  s#  Voler.  —  Nosenheim,  Moanchen,  ###

enberg,  Berlia,  Bern.  Chemnih,

Amsbrack,  Karlsruhe#,  uc.

nen,  Erfurt,  Frankfurt  a.  M.  Ha#ndury,  Danmover,
Schluß  der  m———  1  Ubr  mittags  ·  Noch  dlelem  Jeitpunkt  kann  far  Aufnahme  l  in  dle  lausende  —  nicht  mehr  genen  werda.  9  ervn  Mnseip  wird  keine  Berantwortung  Übernommen.

die  heutige  Kummer  umfaßt  8  Seiten.

Leues  vom  Tage
11.  Juli.

Die  Auoschußberatung  des  Armengesetzes  ist  am
Freitlag  beendet  worden.  Das  Gesetz  umfaßt
102  Artitel.  Die  Sozialdemokraten  slimmten
dagegen.

Die  Kammer  der  Reichvräte  hält  ihre  zchseen
Sitzungen  am  16.,  17.  und  18.  Juli

Im  englischen  Unterhaus  wurde  wieder  rna
die  Rüstungsfrage  aufgerollt.  Neues  ist  dabei
aber  nicht  hecausgekommen.

In  Belfast  hielt  am  Freitag  die  neue  Uisterregierung
  ihre  erske  Versammlung  ab.  Vierhundert
  vollständig  bewaffnete  Freiwlllige  bewachten
  die  Versammlungshalle.

In  Albanien  haben  die  Epiroten  alle  Gebiete,
welche  auf  Grund  der  Londoner  Abmachungeräumt

  werden  mußten,  wieder  besebt.

  Die  albanischen  Streitlrafte  rämmten

die  Püätze  wegen  Aussichtslosigleit  der  Verteidigung:


Bolit#che  RNundschan.
Deutschlansé.
Preußens  Wehrbeitrag.

Die  Veranlagung  für  den  einmaligen  außerordentlichen
  Wehrbeitrag  für  den  gesamten  Bereich
  der  preußischen  Monarchie  hat,  wie  bereits
  berichtet,  einen  Betrag  von  608  Milülcnen
  Mark  ergeben.  Die  „Verliner  Politischen
Nachrichten“  schreiben  hiezu:  „Wenn  das  Ergebnie
  den  bochgespannten  Erwartungen  nicht
entspricht,  die  im  vorigen  Jahre  und  bis  nach
vor  kurzem  vielfach  gehegt  wurden,  so  ist  d
auf  das  Zusammenwirken  #on  drei  Monenten
zurückuführen,  deren  Einfluß  und  Tragweitzur
  Zeit  der  Verabschiedung  des  Gesetzes  weder
  mit  Sicherheit  vorausgesehen  noch  nach
ihrem  tatsächlichen  Amfange  eingeschätzt  werden
  2onnte.  Das  erste  Moment  war  die  schlechte
Situation  des  (beldmarkles  am  31.  Dezember
1913,  dem  Stichtage  für  die  Beitragspflicht
und  die  Ermittlung  des  Vermögenswertes.

Herrscher  Geist.

Noman  von  W.  Magnap.

 

 

ob

„Da  unten  stehen  übrigens  noch  eine  ganze
Menge  solcher  alter  Kasten,  die  sich  unter  den
modernen  Mietskasernen  wunderlich  genug  ausnehmen.
  Die  Dinger  sehen  zum  Teil  geradezu
lebensgefährlich  schief  und  baufällig  aus,  und
man  sollte  wirklich  darangehen,  mit  diesen  Varacken
  gakizuräumen.  “

chieht  ja  wohl  auch,“  meinte  Heyler
Femische  interesselos.  „Habe  davon  gelesen,  daß
man  am  Mühlendamm  und  da  herum  ganze
Straßen  eingerissen  hat  doch  einreißen
will.  Haben  Sie  übrigens  Lust  zu  einer  Partie
Pikett.  Herr  Herter?

Sie  ließen  sich  an  einem  der  kleinen  runden
Spieltische  nieder,  und  es  wurde  nur  mehr  über
Pferde  und  sporkliche  Angelegenkaiten  zwischen
ihnen  gesprochen.  Auch  die  meisten  anderen
setzten  sich,  um  die  BZeittotzuschiag  en,  zum  Spielen
nieder,  bis  Klänge  eines  Küants  herübertönten
  und  Sire  mit  lächelnder  Miene  in
der  Tür  er

„Wir  hoden  einen  kleinen  Ball  improvisiert,“
sagte  sie,  zu  ihrem  Bruder  tretend.  „Vielleicht
opfern  sich  einige  Herren  und  kommen  ein
weni  cerüber;

türlich  solgten  die  meisten  dieser  verlockenden
  Aufforderung,  und  nur  Herbert  von
Rohnstein  blieb  als  höflicher  Wirt  bei  den
älteren  Herren  zurück,  des  sich  von  ihrer  Whistpartie
  nicht  hatten  losreißen  können

Sabine  selbst  2  .  Arme  ihres  Verlobten
  über  das  lanke  Parkett  dahin.
Sie  war  eine  den  Tingeltts  Tängerin,  und  sie

 

 

Das  weite  Moment,  das  auf  die  Ergebnisse
der  Vermögensveranlagung  nachteilig  wirlt,  ist
die  gesonderte  Vermögensveranlagung  der  Kinder.
  Endlich  sind  infolge  der  Beflimmungen
über  die  Vermögenegrenze  erhebliche  Ausfälle
entstanden.  Nach  §  12  des  Wehrbeitragsgesetzes
  haben  diejenigen  Beitragepflis  #inen
einen  Wehrbeitrag  nicht  zu  zahlen,  die  bei  einem
Vermögen  bis  zu  50000  „Mik.  weniger  als  2000
Mark  Einkommen  oder  bei  einem  Vermögen
bis  zu  30  000  Ml.  weniger  als  4000  Ml.  besitzen.
  Auf  Grund  dieser  Vorschrift  find  besonders
  auf  dem  platten  Lande  zahlreiche  Freislellungen
  erforderlich  geworden  und  es  steh:  zu
erwarten,  daß  in  Süddeutschland,  wo  mit  einem
verbreileten  Bauernstand  zu  rechnen  ist,  ähuliche
Erfahrungen  wie  in  Preußen  gemacht  werden.“
Instizrorlagen  für  den  Reichstag.
Dem  im  Herbsft  zusammentretenden  Neichsiag
dürften  füc  die  neue  Session  drei  Vorlagen  zugeben,

hejinden.

Es  i#t  dies  mäcst  der  Gesedentwurf

  zul  Einschränkung  der:  Verjügungen  über
JIn  dem

Micts=  und  Pachtziussorderungen.
Entwurf  wird  rorgeschlagen,  die  Bestimmmagen
des  Bürgerlichen  Gesetzbuches  dahin  alzuändern,
  daß  die  Wirkung  der  Vorausverfügungen

  üüber  Miets=  und  Pachtzinsforderungen,  die

dem  Erwerber  eines  Grundstüdes  oder  den  Hy-#

pothekengläubigern  geqenüber  eintritt,  auf  ca
Ferner

laufende  Vierteljahr  beschränkt  wird.
wird  die  neue  deutiche  Wechselordnung  mieinem

  besonderen  Einführungsgesetz  dem  Reichstage

  zugehen,  und  der  Gesetzentwurf  über  die
Hastpflicht  der  Eisenkahnen,  die  auch  für  Sach
schäden  oeregelt  wird.  Der  in  der  letzten  Seision
  nicht  erledigte  Eutwurf  eines  Jugendgerichtegesetzes
  dürfte  dem  Reichstage  nicht  wieder
  vorgelegt  werden,  da  die  parlamentariche
Behandlung  der  Vorlage  erkennen  ließ,  daß  mit
einem  Zustandekommen  derselben  nicht  ger#net
werden  lann.  ann  ist  bei  dem  zuftändsgen
Ressort  soeben  ein  Entwurf  über  die  Neuregelung
  cer  Arbeitsverhältnisse  der  Rechtsanwaltsangestellten
  fertiggesiellt  worden.  Ob  ein  Enkwurf
  über  Heraussetzung  des  pfandsreien  Einkommens

  ven  1500  Mark  ausgearbeitet  wird

und  dem  Reichstage  im  nächsten  Winter  schnn
zugehen  lann,  steht  dahin.
beteiligten  Resoort=  sind  zurzeit  nach  nicht  al

 

    

die  sich  zurzeit  sämtlich  beim  ynkserzat

Die  Veratungen  dor

geschlossen.  Dasselbe  gilt  von  der  Frage  der
Regelung  des  Zwangpvergleiche  außerhalb  des
Konkurses,  über  die  erst.  Sachverständige  vernommen
  werden  sollen.
Ausland.
Oesterreich  und  Serbien.

Die  „Neue  Freie  Messe“  betont  in  einem
Leitortilel,  der  Mord  in  Serajewo  weie  nicht
bloß  bei  den  Bölkern,  sondern  auch  bei  den
Regierungen  das  nur  zu  lange  zum  Schweigen
gebrachte  und  daher  rermißte  europäische  Gew#ssen.
  Es  lönne  wohl  obne  Uebertreibung  gesagt
  werden,  daß  alle  Kulturmächte  in  dierem
Augenblik  zur  Monarchie  ständen,  und  daß,  auberhalb
  Serbiens  überall  das  schärffte  Urteil  der
Zivilisation  über  die  Verherrlichung  des  Mordes
  und  die  Beschönigung  der  Beweggründe  ausgesprochen
  werde.  Die  moralische  Vereinsamung
  oes  Groß-Serbentume  werde  offenkundig,
das  ganz  deutsche  Voll  ilehe  auf  der  Seile
der  ösierreichisch-  ungariichen  Monarchie,  das
(Croßserbentum  werde  im  Deutschen  Reiche  als
der  Schöädling  des  europäischen  Friedens  ge-Trandmarit.
  Noch  in  jeder  Krise  strele  sich  der
Monarchie  die  Vruderhand  entgegen  und  so
zeie  sich  wieder  das  Bewußtsein  von  de:  Gegenseitiat
  eit  des  sofortigen  Zusammenschlusses.
Das  Blatt  hat  auch  eruue  Gründe  zu  glauven,
daß  Kas  verbündete  Italien  die  Gesinneng  des

Deutschen  Reiches  teile,  deshalb  werde  Italien
vereint  mit'  dem  Deutschen  Reiche  das  Aeußerste
rersucken,  Serbien  zu  bewegen,  daß  es  sich  vom
Eroh-Seibentum  losreiße  und  endlich  dem  Nachbarn,
  der  das  Land  während  des  Balkankrieges
inonte,  Treuc  halte,  England  werde  mit  Recht
seinen  großen  Einfluß  benutzen,  um  Serbien
Jur  Vesinnung  zu  bringen  und  eine  europäüsche
Verfellmung  des  Groß-Serbentums  zu  bewirken.

Ein  neuec  Ausstauo  der  französischen
  Postbediensteten?

Die  Finanzkommission  des  französischen  Senats
  traf  eine  bedeunungerolle  Enlscheidung.
Mit  18  gegen  1  Stimme  lehnie  sie  abermals
trotz  des  Einspruchs  des  Ministers  Tyomson  die
für  den  Wohnungegeldzuschuß  der  unteren  Poubeamten
  ersorderlichen  Kredite  ab.  Die  erste
Ablehnung  dieser  Keedite  durch  die  Kommiff.
sion  und  den  Senat  führte  zu  der  Arbeilseinste
  llung  beim  Pariser  Hauptpostamt.

—0

 

Die  Lage  in  Albanien.
Durazzo,  10.  Juli.

Die  absonderlichsten  Nachrichten  tamen  in  den
letzten  Tagen  aus  Albanien.  Die  wenigsten  davon
  sanden  indessen  eine  Beftärigung.  Für  heute
verzeichnen  wir  zunächst  folgende  Meldung  aus
Valona:

Seit  einigen  Tagen  geht  das  Gerücht,  daß
Jemaec!  RKemal  und  Essad  Pascha  vereinbart
haben,  Albanien  in  zwei  Kantone  zu  teilen,
und  zwar  einen  Nordkanton  swischen  Arzen  und
Slumbi  unter  der  Zerrschaft  Essad  Poschas,
und  einen  Südtanton  zwischen  Skumbi  und
Wio'sa  unter  der  Herrschaft  Jomael  Kemals,
während  da:  Gebie:  nordwestlich  der  Drina
mit  Skulari  den  Montenegrinern.  zwischen  der

Drina  und  Areien  den  Serben,  südlich  der  Wiossa
mit  Valon#a  als  Flottenstation  an  J#alien,  und
der  Epirus  an  Griechenland  fallen  soll.  Ge-Wisie
  Anzeichen  deuten  tatsächlich  auf  das  Bestehen
  eine:  ähnlichen  Projekles  unter  dem
Patronat  Sechiens  und  GEriechenlands  hin.
Ganz  Albanien  mmmelt  von  serbischen  Emissären,
  welche  die  Bevölterung  sostematisch  gegen
Oesterreich  aufreiren,  wozu  auch  won  italienischer
Seile  nicht  menig  beigetragen  wird.

Diese  Meldung  erhält  eine  gewisse  Starluns
auch  durch  eine  Depeiche  des  „B.
Belgrad,  derzufolge  die  serbische  Nmrgi.  n

in  einer  der  letzten  Ministerrat-sitzungen  beschlossen
  haben  soll,  das  von  Europa  aneckannte
Recht  auf  einen  Hafen  an  der  Adria  energisch
zu  wahren  und  ebenso  die  zum  Schuß  der  Grenze
gegen  ein  Uebergreifen  der  albanischen  Revolution
  noticen  Vorkehrungen  zu  meffen.  Die
serbische  Regierung  verlangte  des  weiteren,  bei
der  Cntscheidung  der  Großmechte  über  Albanien
  gehört  zu  werden.  Das  heißt  wohl  also,
da  Serbien  jetzt  von  seinen  bisher  versteckten
Eingriffen  in  die  albanischen  Witren  zur  offe-#nen
  Tat  übergehen  will.

Auch  in  Montencoro  soll  man  nicht  müßig
geblieben  sein.  Die  montenegrinische  Regierung
  soill  vor  einigen  Wechen  eiren  Teil  jenes
  Gebieles,  cas  durch  die  Londoner  Konferenz
Albanien  zugesprochen  worden  war,  nämlich  das
ganze  Gebie  von  Vermoscha  militätisch  besetzt
haben.  Das  Gebiet  umfasse  sehr  gute  Hoch- 



    

kanzte  mu  einer  wunderbaren,
Leichtigteit  und  Anmm.  Herier  war  i,  ein
ebenburtiger  Pariner,  und  mehr  als  ein  bewundernder
  oder  neidischer  Blick  folgte  iunen,
wie  sie  nach  dem  Rhythmus  der  Musit  aui  und
nieder  schmebten.

Rudolf  fühire  sein  Blut  feuriger  durch  die
Adern  rollen,  da  sie  ihm  so  nahe  war,  daß  ihn
der  seine  Dust  ihres  Haares  kosend  umfing  und
er  den  Hauch  ihres  leicht  geöffneten  Mundes
spürte.  Heiße,  leidenschaftliche  Worte  flufterte
er  ihr  zu;  und  mit  einem  leichten  Lächeln,  mit
halb  geschlossenen  Augen  hörie  sie  ihn  an.  Einmal,
  als  er  sie  zu  ihrem  Sessel  geleitete,  drückte
sie  seinen  Uen  selter  an  sich  und  flüsterte  ihm  zu:

noch  ein  wenig,  wenn  die  anderen
  drnbleiet  lind  nicht  wahr?  —  Ich  ha
dich  etwas  zu  fra
sah  ihm  int  ihrem  zwingenden  Vlick
dabel  *  die  Augen,  und  er  sagte  nakürlich
freudig  zu.  Von  diesem  Augenblick  an  aber
konhucg  sie  fast  nur  noch  mit  anderen.

Durch  ein  paar  bittende  Worte  veranlaßte
Sabine  ihren  Brämigam,  sich  einiger  Manerblümchen
  an  zunehmen;  aber  während  er.  ohne
sonderliches  Vergnügen  daran  finden  zu  können,
sich  mit  den  zumeist  gar  zu  ältlichen  oder  auch
gar  zu  jungen  Damen  abquälee,  verfolgte  er
ihre  herrliche  Gestalt  doch  beständig  mit  seinen
verzehrenden  Blicten,  und  es  flammte  jedeemal
elsersüchtig  durch  seine  Seele,  wenn  er  sie  cinem
anderen  zulächeln  oder  mit  einem  anderen
freundliche  Worte  wechseln  sah.  Mehr  denn  je
fühlte  er,  wie  er  sie  liebte,  und  was  es  für
ihn  bedeuten  würde,  sie  zu  verlieren.

22.  Kapitel.
Um  Mitternacht  erst  begannen  die  älteren

be  saubernden

 

Herrischuften  mit  dem  Aufbruch,  und  eima  um
eins  haute  auch  der  letze  der  Gaste  das  z#ral#tvolle
  Palais  verlassen.  Nur  Rudolf  HDerten  leeucte
dem  mude  und  gelangweilt  aussehenden  Hu#oer#t#.
noch  Gesellschaft.  Heria  halte  sich  natürlich  sWon
vor  Stunden  zur  Ruhe  begebrn.  und  Sabine
gab  den  Dienstboten  die  erforderlichen  Anweiliungen.
  Das  Gespräch  schleppte  sich  ganz
bedenllich  schwerfällig  zwischen  den  beiden  hin,
und  es  war  eben  daran,  gänzlich  ins  Stocten
zu  geraten,  als  Sabine  lachelnd  auf  der  Schwelle
erschien.

„Herta  schläft  bereits  sest,  wie  ich  mich  eben
überzeugt  habe,“  sagte  sie  auch  du  siehft
sehr  schlummerbedurfug  aus,  lieber  Herbert!
Ich  möchte  mit  Rudolf  das  Programm  für  die
nächste  Zeit  besprechen;  und  du,  wie  ich
weiß,  doch  nur  den  stummen  Zuhörer  machen
würdest,  wollen  wir  dich  gern  beurlauben.“

Es  war  zwar  nicht  ganz  schicklich,  die  beiden
allein  zu  lassen,  doch  Herbert  fühlte  sich  so
müde  und  abgespannt,  daß  er  der  Ausforderung
seiner  Schwester  mit  Freuden  Folge  leistete.
Mit  einem  Gutenachtwunsch  zog  er  sich  zurück,
und  die  Verlobten  waren  miteinander  allein.

Sabine  blätterte  in  einem  Notenheft,  und
vergebens  wartete  Herler  auf  ihre  Anrede.
Endlich  sag

i  wollten  iiiichetivasfragencabiiiek
—  Ich  stehe  dir  selbstverständlich  mit  jeder  Auskunft
  zur  Verfügung,  die  ich  zu  geben  verma
deb  ih  ich  keine  Geheũnnisse  vor  dir  habe,  wange

u  ja  o  ies.

Er  hatte  das  eigt  nilich  ganz  gedankenlos
Lelazt.  wie  man  eine  Redensart  eben  gebraucht.

ne  aber  wandte  sich  nach  ihm  um  und
sagte  langsam:

 

Wirklich?  —  Du  hast  keine  Geheimnisse
vor  nur?  Ab,  ich  dürfte  wohl  die  Probe  ddarauf
nicht  machen.  —  Uebrigens  —  hast  du  dich
vor  vier  Jahren  nicht  ebenfalls  in  Spanien
aufgehalten?“

Herter  erblaßte  bis  in  die  Lippen  und
haue  Mühe,  seine  Jassung  zu  bewahren.
„Allerdings  —  dorübergebend!“  brne6

r  hainia.  „Aber  wie  kommt  du  dar
Wer  hat  das  imit  deinen  vorhergeh  enden  Bo#en
zu  tum

„Ob  —  wobhl  nichts!“  erwiderte  sie  in

der  gleichen  langsam  lafsgen  Art.  „Es  war
nur  ein  Gedanke,  der  mir  durch  den  Kopf  ging.
Aber  du  haft  mir  noch  Lar  nichts  Nöheres  von
deinem  Auienthalt  in  Spanien  erzahlt.  Wo
warst.  du  doh  damal
n  Madrid  t  sag::  e  er  raich.  „Ich  hatte
allerici  Leschaftliche  Dinge  dort  zu  erledigen.
Und  wenn  ich  zu  dir  davon  nicht  sprach,  war
s  nur,  weil  es  da  eben  auch  gar  nichts  zu  erzählen
  gie  i
Ell-He  jpielte  mit  den  Rosen,
im  Gurtel.  trug.
gekommen?“
„Nein:  Aber  ich  begreife,  ossen  gestanden,
immer  weniger,  was  deine  Fragen  be  zwecken.“
„Müssen  sie  denn  überdaupt  elwas  bezwecken“
  Sie  sah  ihn  mit  seltsamem  Lächeln
an.  „Ich  dachte  eben  nur  an  das  Eisenbahnunglück.
  Es  ereignete  sich  doch  wohl  bei  Tordoba,
  nicht  wahr?:  In  der:  Gegend  da  unten
befindet  sich  ja  auch  wohl.  das  Grab  des  —
des  Abgcordneten  Rayma
en  swohl,  zwischen  erotn  und  Seoillla
ftagen

die  sie
Nach  Cordoba  bist  du  nicht

Wortlegung  kolgt.]