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7. October.
Friedrich Augutt reilt mit Uapoleon nach Leipjig.
Wie das Jahr 1813 für unsern guten König so viele merkwürdige
Augenblicke und so höchst. verwickelte. Lagen herbeiführte;
wie wir ihn schon am 11. Mai in größter Rathlosigkeit und Angst.
gesehen haben: so war es auch am Morgen des. heutigen Tages, am
7. October 1813. Napoleon's und der Franzosen Zustand in Sachsen
wurde immer bedenklicher, da von allen Seiten Russen, Preußen)
Oestreicher und Schweden in großen Massen herandrangen und einen
immer engern Kreis um die eingeschlossenen Franzosen zogen.
Die deutschen Bundesgenossen Napoleon's waren bis auf Sachsen
alle abgefallen; auch die sächsischen Krieger beseelte der sehnliche Wunsch,
zu den Verbündeten übertreten zu dürfen; der Weg nach Frankreich
und die Möglichkeit, sich dorthin zurückzuziehen, ward immer unsicherer.
Das Alles erkannte Napoleon, und darum brach er endlich am
7. Ockober früh sieben Uhr von Dresden auf und zog sich mit seiner
Armee nach Leipzig hin. Dorthin mußte ihm nach einer Viertelstunde
auch unser König, der Tages zuvor noch nichts von der bevorstehenden
Reise gewußt hatte, nachfolgen. Welch' eine schwere und
verhängnißvolle Reise! Die treuesten Nathgeber des Königs widerriethen
sie; Friedrich August solle, meinten sie, sich lieber auf den
Königstein zurückziehen und dort den Gang det" Dinge abwarten.
Allein er war der Meinung, ein Einschließen auf dem Konigstein
werde zwar wohl seiner Person Sicherheit gewähren, das arme Land.
aber noch mehr Preis geben. Darum ging er mit schwerem, blutendem
Herzen von Dresden hinweg, dem Schauplatze der Schlachten
entgegen: ach, es war der Gang zu seiner Gefangennehmung,
zur tiefen Erniedrigung! Nach wenig Tagen (siehe den 18. Octo--ber)
erfolgte die Volkerschlacht, mit der der königliche Greis seine
Freiheit verlor.
8§. October.
Johann Georg I. ltirbt.
Von Johann Georg's I. Regentenleben hörten wir schon-Vieles
unter dem 5. März, so wie bei der Erzählung der
meisten Begebenheiten aus dem dreißigjährigen Kriege. Heute an
seinem Todestage laßt uns nur der letzten Tage seines Lebens gedenken
und seinen Charakter, wie seine Regierung flüchtig überblicken.
Nach dem verheerenden dreißigjährigen Kriege und dem.