wickelt. Nun giebt es auch Beamte, welche ihr Staatsamt
nur als Nebenbeschäftigung verwalten und die Kenntnisse
ihres Hauptberufes im Staatsdienste verwenden;!)
zum Beispiel richterliche Personen als Mitglieder des
Gerichtshofes zur Entscheidung von Kompetenzkonflikten,
Kaufleute als Handelsrichter. Es wäre merkwürdig, wenn
man etwa bei diesen handelsrichterlichen Beamten das
„volle Beamtenverhältnis“ nicht anerkennen würde. Das
wesentliche Merkmal des Staatsdienstbegriffes ist allein
das öffentlich-rechtliche Dienstverhältnis: das heisst die
Verpflichtung, für den Staat Dienste zu leisten.
Da die Dienste für den Staat und seine Zwecke bestimmt
sind, so sind die Hofdiener und Hofbeamten
des Inhabers der Staatsgewalt nicht als Staatsdiener zu
betrachten,?) weil sie „der privatrechtlichen Persönlichkeit
des Königs“ dienen?) und nicht zur Ausübung von Verrichtungen
der Staatsgewalt berufen sind. Schon in einem
Edikt vom 2. Juli 1812 wird der Hofdienst dem Civildienst
ausdrücklich gegenübergestellt.
Auch die sogenannten mittelbaren Beamten der
Kommunen und Kommunalverbände, soweit ihnen keine
Staatsgeschäfte übertragen sind, welche ihre Thätigkeit
nicht dem Staate direkt, sondern einer dem Staate untergeordneten
Gemeinheit widmen, wie die Volksschullehrer,
werden nicht zu den Staatsdienern gezählt. *‘)
Ebenso wenig können die evangelischen und katholischen
Geistlichen als Staatsdiener angesehen werden. ?°)
Wenn auch noch das allgemeine Landrecht in Teil I
Titel ır $ ıg dieselben so bezeichnet hat, so ist doch
schon durch die Unabhängigkeitserklärung der Kirchengemeinschaften
in Artikel ı5 der preussischen Verfassung,
i) Bornhak, a.a.O. S. 24.
9) Bornhak, a.a.O. S. 2;
3) Hue de Grais, a.a.0. S. 73.
4) Preussische Beamtengesetzgebung, S. VII.
») Schulze, a. a. OÖ. S. 305.