Metadata : Württembergische Geschichtsquellen. Fünfter Band. (5)

138  1379  Juni  11.

Streit  wegen  Einsammlung  und  Verteilung  der  Präsenzgelder  bestimmen:

jede  Partei  bestellt  einen  Altaristen  als  Prokurator,  die  die  Schlüssel
und  Register  der  Präsenz  haben;  beide  Parteien  miteinander  und,
wenn  sie  nicht  einig  werden,  die  Prokuratoren  oder  der  Pfarrer  mit
ihnen  oder  einem  von  ihnen  einen  Bursarius  zur  Einsammlung  und
Verteilung,  die  er  nach  Belieben  vornehmen  kann;  die  Verteilung  hat
aber  mindestens  zweimal  wöchentlich  stattzufinden.  Die  Prokuratoren
dürfen  dem  Bursarius  nichts  dareinreden  und  sollen  ihm  bei  der  Einsammlung
  und  Eintreibung  behilflich  sein.  Bis  Oktau  von  Epiphanie
findet  wegen  der  Nachlässigkeiten  bei  Zahlung  der  Präsenzgelder  keine
Verteilung  statt,  damit  von  da  an  die  Distributionen  an  den  Jahrtagen
  und  zu  ihrer  Zeit  erfolgen  können.  Der  Bursarius  soll  nicht
mehr  als  5  Pfund  currentis  pagamenti  bei  sich  behalten,  sondern  die
Gelder  in  die  Klausur  thun,  dem  Pfarrer  und  den  Altaristen  Redlichkeit
  bei  Einsammlung  und  Verteilung  versprechen  und  an  Andreä  und
Johannis  Baptistä  Rechnung  ablegen.  Die  Kosten  dieses  Streits  trägt
die  Präsenz.  Die  Schiedsrichter  behalten  sich  die  Entscheidung  vor,
wenn  über  diese  Bestimmungen  Streit  entstünde.  —  Datum  et  actum
1379  (die  sabbati  post  diem  corporis  Christi)  Juni  11.

Heilbronn  Lade  23,7.  Or.,  Pg.  mit  2  Siegeln.

317.  Herzog  Friedrich  von  Bayern,  oberster  Landvoyt  in  Oberund
  Niederschwaben,  mit  Ulrich  dem  Bessrer,  Bürger  zu  Ulm,  von
seiner,  Graf  Rudolf  von  Sulz  und  Jleinrich  von  Freyberg  zu  Leipheim
  von  Eberhards  von  Wirtemberg,  und  Hans  dem  Ehinger  von

Mailand,  Bürger  zu  Ulm,  und  Itel  Huntpis,  Stadtamman  zu  Ravens-  :

burg,  von  des  Städtebunds  Seite  entscheidet  1)  in  der  Klage  der  Stadt
Heilbronn  für  ihren  Bürger  Hans  von  Riexingen  wegen  (rütern  zu
Meinsheim  (Memmentzhein):  dieser  solle  bis  in  3  Tagen  und  6  Wochen
cor  Ulrich  Bessrer,  in  dessen  Abwesenheit  vor  Hans  Ehinger  oder
dem  Ulmer  Bürgermeister  Lutz  Kraft  erweisen,  dass  er  seit  14  Jahren,
seit  ihm  die  Güter  ausstehen,  jährlich  Anspruch  erhoben  habe,  und
Ulrich  Bessrer  das  Urteil  anheimgegeben  werden,  andernfalls  die  Güter
Eberhard  bleiben;  2)  in  der  Sache  des  Kunz  von  Neipperg  und  wegen
des  Zehnten  zu  Laufen  und  Zimmern:  es  solle  bis  in  dreimal  vierzehn

  und  drei  Tagen  durch  Kundschaft  erwiesen  werden,  ob  die  strit-  :

tigen  Güter  wirtemberyisches  Lehen  oder  Eigenyut  dieses  Heilbronner
Bürgers  seien,  und  Bessrer  das  Urteil  sprechen;  3)  in  der  Klage
der  Witwe  von  Urbach  von  Heilbroun  und  Albrechts  des  alten,  seines

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