278 Bourbaki's Rückzug.
näher glaubte als sie wirklich war, und die erschöpften Truppen fanden
in dem Vorsatze, auszuharren, bis jene vergebens stündlich erwartete
Hülfe erschiene, stets neue Kraft zu weiterem Widerstande.
Auf seinem Rückzuge ging Bourbaki mit seiner Hauptmacht bei
Beaume les Dames auf das linke Ufer des Doubs, ihm folgte vom
14. Armeekorps auf dem Fuße die 4. Reservedivision, welche auf die
Straße Besancon —Pontarlier vorging. Mit dem Rest seines Korps
wandte General von Werder sich auf Rioz, und auf dem Schauplatze
der sich nunmehr entspinnenden Kämpfe stand jetzt auch die Südarmee
des Generals von Manteuffel. General Bourbaki hatte, vielfach gehindert
durch den Mangel an Lebensmitteln und durch die immer
stärker einreißende Auflösung seiner Truppen, nicht mehr den rettenden
Ausweg nach Süden erreichen können, nur ein Theil seiner Truppen
gewann die Straße auf Lyon, die größte Anzahl aber verfiel dem
Schicksal, wie das Heer des Marschalls Mac Mahon, es wurde von
allen Verbindungen abgeschnitten, die deutsche Südarmee hatte sich auf
der Straße Besancon—Quingey— Arbois aufgestellt, General v. Werder
kam von Nordwesten her, und nun blieb den Truppen der Loirearmee
nur der Ausweg nach der Schweiz oder die Gefangenschaft übrig.
General Bourbaki führte das Kommando nicht mehr, er hatte einen
mißlungenen Versuch sich selbst zu tödten gemacht, an seine Stelle
war General Clinchant getreten. Um der drohenden Gefangenschaft
zu entgehen, ging derselbe mit seinen Truppen auf das neutrale Gebiet
der Schweiz über und streckte dort die Waffen. Der Uebertritt
erfolgte am 1. Februar bei Verrieres in der Stärke von 80000 Mann,
welche von den eidgenössischen Truppen unter Anführung des Generals
Herzog entwaffnet und bis zum Friedensschluß in der Schweiz internirt
gehalten wurden. In den dieser Kapitulazion vorhergehenden
Tagen hatte die deutsche Südarmee und das 14. Korps 19000 Gefangene
gemacht, eine bedeutende Anzahl von Geschützen, Fahnen und
Fuhrwerken erbeutet und Massen von Vorräthen jeder Art genommen.
In einem Feldzuge von 14 Tagen war also die ganze Armee
von Lyon in ihrer Stärke von 150000 Mann unschädlich gemacht.
In Frankreich existirte nun keine geordnete Armee mehr.
Aber wo blieb denn der große Räuberhauptmann Garibaldi und