Die Krönung. 311
Stadt Köni gsberg aus den Bildern ihr vor: so empfing diese noch einen
besonderen Dank. Mit freumdlichen Dankesworten „zur lieben Erinnerung“
nalm die Bohe Frau all die schönen Blumensträuße entgegen, die fast
jede der jiungen Damen für sie mitgebracht hatte. So säumte auch die
Abschiedsst#ande noch sich mit freundlichen Eindrücken, als unter den lange
schallenden Hurras der auf dem Bahnsteig Surückbleibenden der Sug sich
in Bewegung setzte, der aus der Krönungsstadt das Königspaar wieder
heimrwärts führen sollte.
Über Danzig und Bromberg, wo der König der Grundsteinlegung
des Denkmals Friedrichs Hes Großen beiwohnte, ging die Beimfahrt.
Berlin rüstete unterdessen sich zu dem großartigsten Empfange. Die alte
Sitte bestimimte, daß durch das Frankfurter Thor der Einzug stattfände.
50 wurde dem bis zu diesem von der Station Rummelsburg aus eine
Eisen bahn gebaut, damit der Sug des Königs bis an das Thor freien
Weg hätte , und ein Stationsgebäude am Ende der Eisenbahn mit Empfangssälent,
Coilettezimmern und einem zeltartigen Speisesaal errichtet.
In golden en gettern prangte hier an der Eingangshalle die Inschrift:
„Willkommen dem gekrönten Königspaar.“ Dom Thore ab waren paarwe
ise mächhtige Mkastbämme, deren Spitzen goldene Adler trugen, aufgerichtet;
mit Klaggen geschmückt, durch Guirlanden verbunden, bezeichneten
sie Den Weg der festlichen Einholung. Auf dem Alexanderplatze
erhhob sich ein herrlicher Triumphbogen; und über dem Ganzen strahlte
— es war am 2Z2. Ostober — der blaue Himmel eines sonnig-warmen
Herbsttages. .
Zu beiden Seiten des langen Einholungsweges hatten die Gewerke
mit ihren Fahnen Aufstellung genommen; Kopf an Kopf drängte sich
hinter ihne n mabsehbar die Menschenmenge: als um Mittag Kanonendomner
und Glockengeläute und wie in Wogen sich fortpflanzendes Hurra—
geschrei den Einzug des Königspaares verkündigte. Der König ritt im
fest lichen Suge sein Cieblin gsroß, den Jano, die Königin fuhr mit der
Kronprinze ssin im achtspänmigen Krönungswagen, auf dessen Tritten Leibpagen
stan Den:
Am Frankfurter Thore begrüßte an der Spitze der städtischen Behörden
der Cberbürgermeister der Residenz, Krausnick, den König, indem
er der „freien Derehrung“, welche die Stadt für den König empfände,
beredten Ausdruck gab. Bewegt reichte ihm der König die Band. „Ich
sage Ihnem,“ erwiderte er, „meinen innigsten, wärmsten und herzlichsten
Dank für Den Empfang, den Sie mir bei dem Einzuge in meine Daterstadt
bereit en. Ich komme soeben von der andern Residenz mit Gefühlen,