Volltext : Spittler’s sämmtliche Werke. Fünfter Band. (5)

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dem  Reichsrath')  bestimmten  Schrift,  manches  geradehin
  niederzuschreiben,  was  bisher  nur  im  freieren  gesellschaftlichen
  Kreise  besprochen  worden  seyn  mochte,  war  der  Anfang
  einer  Verändcrung,  deren  Ende  freilich  kein  Mensch
noch  sicher  berechnen  konnte,  weil's  oft  vorkommt,  daß  zuletzt
  desto  weniger  geschieht,  je  lauter  man  anfangs  gesprochen
  hatte,  der  aber  vielleicht  doch  schon  ziemlich  klar  bewicß,
  daß  die  Revolution  —  in  den  Gemüthern  bereits  geschehen
  sey.

Wer  auch  die  Schrift  las,  konnte  fürwahr  nicht  sagen,
daß  irgend  eine  Parthie  darinn  geschont  worden  sey.  Sie
lautete  wie  ein  politisches  Testament,  und  Sterbende  haben
selien  mehr  Ursache,  sich  nach  Convenienzen  zu  richten.  Nur
unstreitig  dem  Adel,  als  der  herrschenden  Parthie,  *
am  meisien.

So  draugen  sie  gleich  Anfangs  recht  ernsthaft  darauf,
daß  das  Krondomanialgut,  dessen  schönste  und  ergiebigste
Stäcke  der  Adel  gegen  eine  kleine  firirte  Geldsumme  nutzte,
dem  Adel  vllig  genommen  und  pachtweise  jedem  Meisibietenden
  überlassen,  oder  mit  genauer  Berechnung  des  gewissen
  und  ungewissen  Ertrags  zum  Besten  des  Reichs  administrirt
  werden  sollte.  Selbst  die  Reichsräthe  und  alle  hohen
Minister  des  Landes  sollten  künftighin  blos  baare  Geldbesoldung
  genießen,  und  nicht  mehr  wie  bisher  mit  dem  freien
Genuß  schdner  Domanialstücke  belohnt  werden.  Fast  spottend
  ward  hinzugesetzt:  so  können  sie  alsdann  auch  ihrer
Amtgeschäfte  ungehinderter  warten.

Es  war  auch  wohl  wenig  gegen  das  zu  erinnern,  was

*)  Die  Anrede  in  der  Schrift  ist  wirklich  folgende:
Großmächtigster,  Hochgeborner  Fürst,  Allergnädigster  König
und  Herr  sammt  Däumarks  hochweisem  Rath.