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trug. Was an Volksunterricht in England vor der Reformation
vorhanden war, das fegte diese hinweg. In Deutschland war die
Wirkung eine andere. In Folge der Reformation wurde ein Theil
der ehemaligen Kirchengüter lediglich für die Zwecke des Unterrichtes
verwendet.
Das also entstandene und beförderte Schulwesen fand der
preußische König Friedrich II. vor. Die Wichtigkeit des Unterrichtes
für das Volk leuchtete ihm ein. Schon unmittelbar nach
dem zweiten schlesischen Kricge sprach er das inhaltsschwere Wort:t)
„Keine Sorgfalt ist eines Gesetzgebers würdiger, als diejenige für
die Erziehung der Jugend.“ Von praktischer Bedeutung scheint
indessen dies Wort nicht geworden zu sein. Dann riefen Vorfälle
des siebenjährigen Krieges in dem Könige den Wunsch einer besseren
Volksbildung hervor. ) Die Unteroffiziere mußten lesen und
schreiben können. Nun war man aber bei den märkischen und
pommerschen Regimentern oft genöthigt diese Posten Ausländern
anzuvertrauen, weil sich keine geeigneten Inländer fanden. In
Sachsen dagegen erkannte Friedrich die Wirkungen eines besseren
Volksunterrichtes. Ueberhaupt erschienen die sächsischen Bauern
ihm gebildeter 3) und gewandter, als diejenigen von Pommern
und der Mark Brandenburg. Besonders lobte er die Altenburger
Landleute als ordentlich und vernünftig. Er suchte von dort Lehrer
zu gewinnen, und es gelang ihm acht derselben hinüber zu
führen: vier für Hinterpommern und vier für die Kurmark. Diese
acht sollten als Beispiele dienen und die anderen Lehrer unterrichten.
Später begnügte der König sich mit dem Wunsche: wenn
man von Sachsen her Schulmeister kriegen könnte, die nicht so
theuer wären, so würde das sehr gut sein.
Der Gedanke war indessen einmal angeregt, und es erfolgte
1) Oeuv. J. 151.— 2) Mirabeau und Mauv. Bd. IV. 677. -- 3) Dehm
IV. 442. Oeuv. XXVII. 3. 255.