Der Etat der Societät. Nene Auflagen. 231
lagen 1036 Thlr. zu zahlen habe! und ihr ausserdem die Unterhaltung
der Gewächse im Apothekergarten und andere extraordinäre
Lasten oblägen.
Durch Nachdrucke und durch die Einschleppung fremder Kalender,
ferner durch säumige Buchhändler, die die von ihnen vertriebenen
Kalender nicht bezahlten, erlitt die Societät empfindliche
Verluste. Sie trug deshalb wiederholt auf Einschärfung ilıres Priviless
an. Endlich im December 1723 theilte ihr Gunpuine im
Auftrag des Königs mit, das Privileg werde erneuert werden.
Wirklich erschien das königliche Ausschreiben am 14. December
1723°. Jener Brief GuspLıne’s an den Vicepräsidenten ist auch
sonst von Wichtigkeit. Er zeigt, dass der König — durch den
Chirurgen HoızEnporrFr bestimmt — zeitweilig ein freundlicheres
Urtheil über die Societät gewonnen hatte, und dass man allen
Ernstes damit umging, ein chemisches Laboratorium nebst Auditorium
zu bauen. Der König, heisst es, habe beschlossen, das meldicinische
und physikalische Departement zu erweitern.
»dieweilen anch ein Laboratorium soll gebanet werden und das Haus des
Hrn. ScuÜzens dazu soll genommen werden, so wäre das Laboratorium loco congruo
zu bauen, das IHlans aber zum Auditorio zn aptiren. wobei in Acht zu nehmen,
dass solches mit den mindesten Kosten geschehe, von dem Hausbau aber ist gänzlich
zu abstrahiren. Die Öperationes Chymicae werden zwar Impensas machen,
jedoch aber dürfen wir dafür Douceurs zu gewarten haben. wann wir die Praeparation
und den Debit des Siegel-Lacks unice werden erhalten... .«
»Die Conchylia, so Hr. v. Guspensneın nachgelassen. wird unsere Naturalien-
Kammer erhalten; wir werden aber 200 Thlr.. so ehemalen der Factor gehabt,
der Chymie widmen müssen. Ich suche Alles zu menagiren ... Den grössern Riss
vom Hause bitte zurückzuhalten. Im sondern es ist genug, wann das Laboratorium
und Auditorium maius et minus wol angeleget wird. S. K. Maj. haben durch Hrn.
Chirurgum HoLzexvorrr ein gnädiges Concept von dein Fleiss und Treu der Societät
erhalten; redeant in aurum secula prisca! Die Collection der Niscellanea bitte
gehorsamst zu urgiren; denn dieses wird hier pressiret.«
GuxpLisne berichtet weiter, der König werde demnächst konmen
und alle Räume, Naturalien und optische Instrumente der Societät
besichtigen; Alles soll daher in guten, reinlichen Stand gesetzt
werden. Man soll Alles thun. »so das Anschauen Potentissimi
Regis vergnügen kann. Ich verspreche fest der Societät etwas Gutes,
! 500 Thlr. dem Professor der Anatomie, Hexrıcı, 200 für die anatomischen
Bedürfnisse, 50 für den Anatomie-Diener, 100 für Levrorp zu Leipzig. 186 für
den Gärtner AlıcnELmann.
? Geichzeitig wurde erst jetzt die Fundation der Societät durch eine Urkunde
bestätigt (doch s. schon zum Jahre 1717). — Der Kalenderpreis ist im Jahre
1724 etwas erhöht worden (s. den Bericht des Secretars vox JARIGES an VON VIERECK
vom 8. Juni 1740).