66. Jahrgang. M 24. 2. November 1901.
Dr. J. A. Seuffert-Blätter
für Rechtsanwendung.
Herausgegeben von
Dr. Julius von Staudinger.
Inhalt: l. Einfluß des Zwangsversteigerungs= und Zwangsverwaltungsverfahrens auf die Wirksamkeit
der Abitretung von Mieth= und Pachtzinsforderungen dem ÖSypothekolänbiger gegenüber.
II. Die Ertheilung vollstreckbarer Ausferligungen von Alimentenversprechungen. III. Rechlsprechung:
Bayr. Oberstes Landesgericht in München (Civil, und Strassachen). IV. Literatur.
I. Einstuß des Zwangsversteigerungs-- und Zwangsverwaltungsverfahrens
auf die Wirksamkeit der Abtretung von Mieth- und
Pachtzinsforderungen dem Hypotheliglänbiger gegenüber.
(Recht der Uebergangszeit.)
Von k. Notar Oskar Schmidt in Münnchen.
I. Bevor ich der angeregten Frage näher trete, möchte ich vorausschicken,
daß dieselbe lediglich dem materiellen Rechte angehört. Ich
glaube, dies besonders hervorheben zu müssen, um von vorneherein dem
möglichen Einwande zu begegnen, daß in fraglicher Beziehung eine
Aenderung des bisherigen Rechtes durch das Ausführungsgesetz zu der
Grundbuchordnung und zu dem Gesetz über die Zwangsversteigerung und
die Zwangsverwaltung vom 9. Juni 1899 hätte getroffen werden müssen.
Die Bayr. Subhastationsordnung vom 22 Pekruer und hat sich streng jeden
Eingriffs in das bürgerliche Recht enthalten (Verhandlungen der Kammer
der Abgeordneten vom Jahre 1878, GGA. Beil.-Bd. 5 S. 478 und 484);
es können sohin insbesondere aus Art. 8 Abs. 1 der Subh.-Ordn. keinerlei
Anhaltspunkte für die Entscheidung gewonnen werden. Art. 8 bestimmt,
daß bewegliche Zubehörungen und alle nach der Beschlagnahme aufallenden
Erträgnisse (sowohl die fruclus naturales als auch die kructus civiles)
mit dem Zeitpunkt, in welchem die Beschlagnahme bewirkt ist, in Ansehung
der Zwangsvollstreckung und ihrer Wirkungen der beschlagnahmten
Hauptsache gleichstehen. Die Gleichstellung der Zubehörungen
und Früchte gilt also nur in Ansehung der Zwangsvollstreckung
und ihrer Wirkungen; was nach dem Bürgerlichen Rechte mit Wirksamkeit
gegen den Hypothekgläubiger aus dem Vermögen des Schuldners ausgeschieden
ist, wird durch die Beschlagnahme dem Gläubiger in keiner
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