Die deutsche Grundübereignung, besonders zu München. 250
welches nur durch gerichtliche Verlautbarung und
Verbriefung des Vertrages, welche eine traditio
licta ct symbolica enthielt, überging. — In dem
bayr. Landrechte von 1756 (Th. II, Kap. 3, §. 7;
Th. IV, Kap. 3, §. 9, 10) herrschen durchaus die
römisch-rechtlichen Grundsätze über EigenthumsüÜbertragung.
Sie geschieht durch wirkliche traditio
in Folge des ihren Titel bildenden Uebergabsverkrages.
Die über den Vertrag der Uebergabe
zu gebenden Brief und Siegel der Gefreiten oder
des Gerichts haben nicht die Bedeutung einer ficta
et symbolica traditio, oder wie sich Baron
Schmid auödrückt, traditio brevi mann, sondern
dienen nur zur Solennisirung und Beglaubigung
des an sich giltigen Uebergabs-Vertrages
½). Brief und Siegel haben nicht mehr die
Bedeutung der Einantwortung der Wehre; sie konstatiren
nur den Titel, sofort die Rechtmäßigkeit
des durch wirkliche Einweisung anzutretenden Besitzes
). Der Codex Dlaximiliancus kennt somit
die gerichtliche Auflassung oder die resignatio
judicialis mit der ihr angehörigen wesentlichen
Folge des Eigenthumsüberganges als landrechtliches
Institut nicht mehr. Er hat sie aber
auch nicht abgeschafft, wo es sich durch Herkommen
oder Lokalstatut erhalten hatte ).
4) Lanrr. Th. IV, Kap. 1, S. 6, Biff. 1, 8. 7, Biff. 3.
) Kreittmayr's Anmerk. zum Landr. Th. II. Kap. 3,
S. 7, Biff. 6— 10; Th. IV, Kap. 3, S. 10.
6* ) Landr. Th. I, Kap. 1, 8. 12; Th. IV, Kap. 1, F. 6,
Ziff. 2. Kreittmayr's Anmerk. zu Th. II, Kap. 2,
□ 6, Biff. 4° lit. 6 Uu. Th. IV, Kap. 3, 6. 9 u. 10,
Ziff. 3. Das Hypothekengesetz vom 1. Mai 1822 befiehlt
eine Reinstellung der Besitzobjelte und der Beliger
als Vorbedingung eines gecordneten Hypothekenwesens
in den Hypothekenbüchern und die Einschreibungen in der
I. und II. Nubrik des Hypothekenbuches und die ihr
vorhergehenden Akte können als Nachfolger der frühern
reslgnalio judicialis betrachtet werden.