406
schon, noch ehe die ständische Versammlung
eröffnet wurde, vier Hauptpartien gebildet. 1) Die,
welche die Scheidung der drei Stände behaupten wollten,
und diese Scheidung selbst noch als ein Mittel ansahen, um
der werdenden Anarchie zu steuern. 2) Die, welche vorerst
eine Reunion aller. Stände zu einem Konvent wünschten,
aber unter freier Mitwirkung des Königs, und durch über,
redungsvolle Darlegung ihrer Ucberzeugungen endlich dabin
zu kommen hofften, daß für die Zukunft eine dem englischen
Parlamente ähnliche Organisation des Konvents eingeführt
werde. 3) Solche, die für ein nordamerikanisches Foͤderativ-Spstem
waren, und das neue französische System noch philosophischer
einrichten wollten, als ihr Original in Nordamerika.
Ihr Zweck mußte also sepn, die königliche Macht, deren
völlige Aufhebung sie noch nicht hoffen kennten, kaum noch
im Schatten übrig zu lassen, um künftigbin auch diesen
Schatten desto leichter verschwinden lassen zu können. 4) Eme
zwar nicht zahlreiche aber durch die Hülfsmittel, die sie
hatte, sehr gefährliche Partie, deren Absicht war, unter Begünsiigung
der ausbrechenden Unruhen einen andern K enig
zu machen, unter dessen Namen sie regieren könnten. Diese
beiden letztern Partien hatten schon mehrere Monate
vor Eröffnung des Reichstages ihre Komités und
geheime Korrespondenz, und so verschieden ihr Ziel war, so
war doch offenbar ein groher Theil des Wegs, den jede dieser
beiden Partien zurücklegen mußte, gemeinschaftlich. Beide
mußten durch eine recht große Anarchie hindurch zu ihrem
Jiel kommen. Gewiß fanden sich aber im Anfange der Versammlung
nicht, fünfgig solcher Deputirten, die cinen ganz entschiedenen
Anarchieplan hatten; also nicht 5 des Korps war
angesteckt. Allein wie Manche merkten, zu welchem Schein
von Autorität man gelangen könne, wenn man sich mit dem