180 König Ludwig I. während seiner Regierung.
kehrenden Industrie-Ausstellung, die Austheilung von Medaillen
an die vorzüglichsten Fabrikanten und Gewerbtreibenden,
die fortgesetzte Ertheilung von Privilegien für wichtige Erfindungen
und manches Andere brachte neues Leben in die Fabriken
und Gewerbe. Die seit 1833 errichteten Landwirth--schafts=
und Gewerbschulen, so wie die drei polgytechnischen
Schulen zu München, Nürnberg und Augsburg steigern und
erweitern die landwirthschaftlichen, gewerblichen und technischen.
Bildungskreise der vaterländischen Jugend. Auf die Belebung
des Handels wirkte König Ludwig durch Aufstellung von
Consuln oder Agenten für Bayern an allen bedeutenden Handelsplätzen,
durch die schon erwähnte Gründung des Zollvereins,
durch die im Jahre 1838 geschehene Münzeinigung
zwischen allen Zollvereinsstaaten, durch Herabsetzung der Durchgangszölle
und des Weggeldes, durch Herstellung des Ludwigskanals,
des schon oben berührten Riesenbaues, durch Errichtung
von Eisenbahnen u. s. w. Den eigentlichen Glanzpunkt
in der Regierung Ludwigs I. bildet aber die Kunst; er ist
nicht nur ein großer Kenner, sondern auch ein großer, eifriger
Förderer derselben. Die Künstler wurden zunächst durch eine
Menge Ruhm fördernder Arbeiten in den Königlichen Prachtbauten
unterstützt und angeeifert.
Vielen' großartigen Bauwerken in Bayern hat Ludwig
Entstehung und Vollendung gegeben; wir nennen hier nur:
das Odeon (für musikalische Kunstproduktionen und Bälle),
die Pinakothek zur Aufstellung der Meisterstücke der verschiedenen
Malerschulen, die Glyptothek zur Aufstellung
plastischer Kunstwerke in antikem, klassischem Style aus vorchristlicher
und neuerer Zeit (erbaut von 1816 bis 1830), den
neuen Königsbau, die neue Universität, das Hofund
Staatsbibliothekgebäude, die Allerheiligenhofkirche
an der Ostseite der neuen Residenz, die Ludwigskirche
und die Basilika in München, die Mariahilfskirche
in der Vorstadt Au, die Bavaria, das Siegesthor,
das Denkmal für König Max I., die Ruhmeshalle
bei München, die Befreiungshalle bei Kelheim, die