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Von 1059 bis 1075 ging Alles in Rom durch ihn unter
sechs Päbsten; nicht nur die wichtigsien Affairen von Rom,
sondern auch auswärtige Legationen versah cr. Er ging wieder
nach Deutschland, bekam die genaueste Kenntniß von der
Verfassung deurscher Kirchen, ging nach Frankreich, kirchliche,
hierarchische und dogmatische Srreitigkeiten zu schlichten; er
verstand sich daher auf die ganze Lage der Dinge. Der Schalk
machte sogar den Wunderthäter. Dogmatische Steitigkeiten
sab er für Spinnengewehe scholastischer Raffinements an, an
welchen im Grunde nichts liege. Wenn er es ohne Unbequemlichkeit
thun konnte, half er immer dem bessern Kopfe
durch. In den Streitigkeiten Berengars mit Lanfrank
z. B. war Berengar der klügere Kopf in der Lehre von der
Transsubstantiation. Gregor ließ die Sache in Frankreich untersuchen,
und half dem Berengar durch; aber nur so lange,
bis er merkte, es könne ihm schädlich werden. Dann zwang
er ihn als Pabst, eine harte Abschwèrungsformel zu unterschreiben.
M0on lernt Gregor nicht besser kennen, als in seinem abwechseluden
Betragen gegen die sechs Päbsie, unter deren Regierung
er noch als Subdiakonus lebte. Der erste von den
Paͤbsten war Leo IX. (1048 — 1054). Hier mußte er sich
erst in Positur setzen und daher tractirte er ihn höflich. Ueberdieß
war er ein Vetter von Kaiser Heinrich III., und diesen Hof durfte
er nicht gegen sich einnehmen. Er brachte ihn aber doch zum
ersten wichtigen Schritte, daß die Anni lmperatorum in den
päbstlichen Urkunden weggelassen wurden. Auf ihn kam Viector
II. (1054 — 1057) Mit diesem ging er liberaler um,
aber Victor konnte ihn nicht ausstehen. Gregor zwang ihn,
Pabst zu werden. Es war eincs der vortrefflichsten politischen
Meisterstücke, das Gregor hier machte. Der Pabst sollte in
Deutschland gewählk werden. Hier kannteer alle Bischdfe und hohe