Metadata : Archiv für öffentliches Recht.Sechzehnter Band. (16)

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Ehrenzeichen  entsprechende  Anwendung  finden  müssen.  Auch
bei  den  Titeln  haben  deshalb  die  neueren  strafgesetzlichen  Bestimmungen
  das  Entziehungsrecht  des  Königs  nicht  geschmälert,
ebensowenig  wie  es  die  älteren  Vorschriften'!?!  gethan  haben.
Das  ist  offenbar  auch  die  Meinung  der  Staatsratskommission  von
1846  gewesen,  wie  aus  einer  Andeutung  des  erwähnten  Immediatberichts
  hervorgeht!??.  Derselbe  weist  darauf  hin,  der  eigentliche
Grund,  der  für  die  Beibehaltung  der  alten  Vorschriften  bezüglich
der  Orden  und  Ehrenzeichen  angeführt  zu  werden  pflege,  bestehe
darin,  „dass  ihre  Entziehung  ebenso,  wie  ihre  Verleihung,  eine
Allerhöchste  Prärogative  sei“.  Der  Bericht  fährt  dann  fort:
„Dies  kann  jedoch  schon  darum  nicht  als  entscheidend  betrachtet
werden,  weil  sonst  ganz  dasselbe  für  die  Allerhöchst  verliehenen
Titel  und  Würden  behauptet  werden  müsste,  was  doch  nie  die
Absicht  gewesen  ist.“  Es  soll  damit  gesagt  werden,  dass  man
bei  Titeln  und  Würden  nie  daran  gedacht  hat,  Schwierigkeiten
"wegen  ihrer  Aufnahme  unter  die  Ehrenrechte  im  Sinne  des
Strafgesetzbuchs  zu  erheben,  und  das,  wiewohl  für  sie  dasselbe
behauptet  werden  müsste,  wie  von  den  Orden  und  Ehrenzeichen,
nämlich  „dass  ihre  Entziehung  wie  ihre  Verleihung  eine  Allerhöchste
  Prärogative  sei“.  Deshalb,  folgert  der  Bericht,  sei  der
Umstand,  dass  eine  Prärogative  der  Krone  vorliege,  auch  bei
den  Orden  und  Ehrenzeichen  nicht  entscheidend.  Die  Staatsratskommission
  nimmt  somit  den  Standpunkt  ein,  dass  die  Entziehung
  von  Titeln  ein  Vorrecht  des  Königs  sei,  das,  trotz  der
teilweisen  Uebertragung  der  Entscheidung  an  die  Strafgerichte
zufolge  der  alten  wie  der  neuen  Bestimmungen,  als  solches  fortbestehe.


Nach  alledem  kann  kein  Zweifel  daran  sein,  dass  auch  das
Reichsstrafgesetzbuch  dem  Könige  im  wesentlichen  sein  Recht
zur  Entziehung  der  von  ihm  verliehenen  Titel,  Orden  und  Ehren-181

  Vgl,  $.  549.

182  Verhandlungen  der  Kommission  «.  a.  O.  S.  100.
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