Metadata : Geschichte der Hohenzollern.

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Der  zweite  schlesische  Krieg,  1744  —  1745.

Maria  Therefia  hatte  sich  indessen  nicht  mit  bloßen  diplomatischen  Schritten
egnuͤgt;  die  Festungen  in  Mähren  wurden  in  Vertheidigungsstand  gesetzt,  Maazine
  angelegt,  Truppen  aus  Ungarn  und  Böhmen  herangezogen,  kurz  alle
lorkehrungen  zur  Abwehr  eines  Einfalles  der  Preußen  getroffen.  Auch  auf  die
ffentliche  Meinung  suchte  man  von  Wien  aus,  und  zwar  mit  allen  möglichen
Eitteln  zu  wirken.  Man  verschmähte  nicht  untergeschobene  Staatsschriften  und
kanifeste  des  preußischen  Kabinetes  durch  öffentliche  Blätter  zu  verbreiten.  Der
krußische  Gesandte  in  Wien,  Graf  Dohna,  setzte  tausend  Gulden  auf  die  Enteckung
  des  Urhebers,  der  König  selbst  erklärte  alle  solche  Gerüchte  für  Lügen,
nd  erließ  deshalb  Rundschreiben  an  alle  Regierungen;  von  öftreichischer  Seite
E##te  man  sich  nichtsdestoweniger  darauf,  um  den  Bundesgenossen  gegen  den
echaßten  Widersacher  aufzubringen.

In  dieser  Lage  blieb  Friedrich  II.  nichts  Anderes  übrig,  als  sich  wieder
Kankreich  zuzuwenden,  obschon  er  auf  die  Anfragen  jener  Macht  in  Bezug  auf
Kne  eung  kriegerischer  Bewegungen  mit  Recht  eingewendet  hatte,  daß  man
ch  nicht  auf  das  Kabinet  von  Versailles  verlassen  könnte,  denn  man  wollte
kebst  nichts  thun,  verlange  dagegen  Alles  von  den  Bundesgenossen.  Freilich
woren  in  diesem  Augenblick  die  Umstände  günstiger,  da  Frankreich  sich  in  der
Vat  bedroht  sah  und  handeln  mußte,  deshalb  wuchs  auch  des  Königs  Vertrauen
  auf  kräftigen  Beistand.

Friedrich  sendete  einen  Botschafter  an  den  französfischen  Hof.  Hierzu  hatte
et  einen  vertrauten  Freund  gewählt,  ihm  von  Rheinsberg  aus  eng  verbunden,

spaͤter  als  Soldat,  namentlich  in  der  Schlacht  bei  Czaslau  glänzend  bewährt
(Februar  1744).  Rothenburg  schien  ganz  zu  dem  schwierigen  Geschäft,  an
dem  ränkevollen  Hofe  Ludwig  XV.  Unterhandlungen  günstigem  Ziele  zuzuführen,
geeignet,  denn  er  war  ein  Mann  von  Geschmack,  Feinheit  im  Umgange,  und
dabei  gewandt  in  diplomatischen  Geschäften.  Er  versäumte  es  nicht,  sich
mit  der  Herzogin  von  Chateauroux,  welche  damals  überwiegenden
Enmstuß  auf  den  König  ausübte  und  Nationalgefühl  besaß,  in  Verbindung
zu  setzen,  da  man  ohne  diesen  Weg  schwerlich  in  Versailles  zum  Ziele
gelangen  konnte.  Auch  den  König  sah  er  auf  diese  Art  häufiger  als  sonst,  und
wußte  ihn  persönlich  für  seinen  Herrn  zu  gewinnen.  So  gelang  es  ihm  durch
seine  persönliche  Einwirkung  den.  Minister  Amelot,  einen  Gegner  der  preußischen
Ferderungen,  zu  beseitigen,  und  in  enger  Verbindung  mit  Belle-Isle,  Noailles
md  Fichelien  die  Sache  dem  Ziele  näher  zu  bringen.  Nach  manchen
Pgerungen,  welche  durch  Friedrichs  Forderung,  nicht  eher  ins  Feld  rücken  zu
wollen,  bis  eine  Tripleallianz  mit  Rußland  und  Schweden  unterzeichnet  worden
wäre,  kam  man  endlich  zum  Abschluß.  Frankreich  sollte  die  Barridreplägz
Upern,  Courtrai,  Furnes  mit  einigen  niederländischen  Landschaften  erhalten,  der
K##  König  von  Böhmen  werden,  dem  Könige  von  Preußen  aber  der  Besitz
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