Inhaltsverzeichnis : Realienbuch nebst einem Anhange für Deutsch und Raumlehre.

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besteht  aus  einem  geriebenen  Körper  a  (Glasscheibe),  dem  Reibzeugeg  (weiche  Kissen
mit  Amalgamoa  bestrichen)  und  Konduktor:  (Messingkugels.  Wird  die  Glasscheibe  wischen
den  Kissen  gedreht,  so  entwickelt  sich  in  ihr  Elektricität.  Diese  wird  in  den  Konduktur  geleitet
  und  sammelt  sich  hier  an.  Berührt  man  den  Konduktor,  so  erhält  man  den  Entladungsschlag.
  Befestigt  man  an  dem  Konduktor  eine  Kette  und  giebt  sie  einem  Menschen
in  die  Hand,  der  auf  einer  Bank  steht,  die  Glasfüße  hat  (Isolierschemel),  so  wird  er
elektrisch,  und  man  kann  aus  allen  Stellen  seines  Körpers  elektrische  Funken  erhalten.
54.  Gewitter.  Im  höchsten  Maße  zeigen  sich  die  elektrischen  Erscheinungen
in  der  Natur  beim  Gewitter.  In  den  Wolken  sammelt  sich  die  Elektricität  verschiedener
  Art,  diese  vereinigt  sich  in  einem  gewaltigen  Funken,  dem  Blitz,  mit  der
ungleichen  Elektricität  einer  andern  Wolke  oder  der  Erde.  Der  Donner  entsteht,
indem  die  Luft  in  den  luftverdünnten  Raum  eindringt,  den  der  Blitz  verursacht.
Warun  schlägt  der  Blitz  gewöhnlich  in  hohe,  spitze  Gegenstände  ein?  Benjamin
Franklin  ersand  1750  den  Blitzableiter.  Er  besteht  aus  einer  Auffangestange
mit  vergoldeter  Spitze  und  der  gleichfalls  metallenen  Leitstange.—  Die  Blitze  sehr
entfernter  Gewitter  verursachen  das  Wetterleuchten.  Befinden  sich  spitze  Gegenstände
  in  einer  niedrig  schwebenden  Gewitterwolke,  z.  B.  in  Gebirgen,  so  erscheinen
an  denselben  oft  kleine  Flämmchen,  St.  Elmsfeuer,  wodurch  sich  wahrscheinlich  die

verschiedene  Elektricität  in  der  Wolke  ausgleicht.

54.  Galvanismus.  Berührungselektricität.
Der  Arzt  Galvani  entdeckte  zuerst,  daß  durch
gegenseitige  Berührung  zweier  verschiedenartiger
  Körper  (Metall  und  Metall  oder  Metall
  und  Flüssigkeit)  auch  Elektricität  erzeugt
wird.  Man  nannte  sie  nach  ihm  Galvanismué.
Taucht  man  in  ein  mit  verdünnter  Schwefelsäure  fast
gefülltes  Glas,  Fig.  21,  eine  Zink=  und  eine  Kupferplatte
  so  ein,  daß  sich  beide  nicht  berühren  können,  so
ist  das  Kupfer  an  dem  nicht  eingetauchten  Teile  +,
das  Zink  —  elektrisch.  Verbindet  man  beide  Platten
oben  durch  einen  Kupferdraht,  so  geht  durch  diesen  vom
Kupfer  zum  Zink  die  F,  vom  Zink  zum  Kupfer  die
—  Elektricität  (Galvanischer  Strom).  Beide  gleichen
  sich  aus,  und  man  hat  ein  galvanisches  Element.
  Mehrere  galvanische  Elemente,  die  so  mit
einander  verbunden  sind,  daß  von  der  Kupferplatte  des
einen  nach  der  Zinkplatte  des  andern  Kupferdrähte

gehen,  bilden  eine  galvanische  Batterie.
Fio.  21.  55.  Elektromagnetismus.  Galvanische  Elektricität
kann  auch  durch  Metalldrähte  aufgefangen  und  fortgeleitet
  werden.  Diese  Leitung  geschieht  mit  einer  Geschwindigkeit  von  450000  km  in  der
Sekunde.  Umströmt  der  galvanische  Strom  weiches  Eisen,  so  macht  er  dasselbe  magnetisch.

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Fig.  77.

Elektromagnet.  Darauf  beruht  die  Einrichtung  des  elektromagnetischen  Telegraphen.
Fig.  22.  Die  Hauptteile  desselben  sind  die  Batterie,  der  Leitungsdraht  (b),  Elektro-