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Preußens Volk ein wahres Volk in Waffen fühlen! Unsere
Gegner täuschen sich, wenn sie wähnen, Preußen sei durch innere
Streitigkeiten gelähmt. Dem Feinde gegenüber ist es einig
und stark: dem Feinde gegenüber gleicht sich aus, was sich entgegen
stand, um demnächst im Glück und Unglück vereint zu bleiben.
Ich habe Alles gethan, um Preußen die Lasten und Opfer
eines Krieges zu ersparen, das weiß Mein Volk, das weiß Gott,
der die Herzen prüft. Bis zum letzten Angenblicke habe Ich,
in Gemeinschaft mit Frankreich, England und Rußland die
Wege für eine gütliche Ausgleichung gesucht und offen gehalten.
Oesterreich hat nicht gewollt, und andere deutsche Staaten haben
sich offen auf seine Seite gestellt. So sei es denn. Nicht Mein
ist die Schuld, wenn Mein Volk schweren Kampf kämpfen und
vielleicht harte Bedrängnisse wird erdulden müssen; aber es ist
uns keine Wahl mehr geblieben! Wir müssen fechten um unsere
Existenz, wir müssen in einen Kampf auf Leben und Tod
gehen gegen Diejenigen, die das Preußen des großen Kurfürsten,
des großen Friedrich, das Preußen, wie es aus den Freiheitskriegen
hervorgegangen ist, von der Stufe herabstoßen wollen,
auf die es seiner Fürsten Geist und Kraft, seines Volkes Tapferkeit,
Hingebung und Gesittung empor gehoben haben. Flehen
wir den Allmächtigen, den Lenker der Geschicke der Völker, den
Lenker der Schlachten an, daß Er unsere Waffen segne! Verleiht
uns Gott den Sieg, dann werden wir auch stark genug
sein, das lose Band, welches die deutschen Lande mehr dem Namen
als der That nach zusammenhielt, und welches jetzt durch
Diejenigen zerrissen ist, die das Recht und die Macht des nationalen
Geistes fürchten, in anderer Gestalt fester und heilvoller
zu erneuen. Gott mit uns!“
(gez.) Wilhelm.
Dieser Aufruf kam kurz vor dem Beginn der Feindseligkeiten
in Böhmen in die Oeffentlichkeit und machte einen höchst
würdigen Eindruck gegenüber den prahlerischen Armeebefehlen