186 Preuß. Gesetz über die freiwillige Gerichtsbarkeit. Artikel 138 bis 144.
Artikel 138.
Soweit in Gesetzen auf Vorschriften
verwiesen ist, welche durch dieses Gesetz
außer Kraft gesetzt werden, treten an
deren Stelle die entsprechenden neuen Vorschriften.
Artikel 139.
Soweit nach den Uebergangsvorschriften
anderer Gesetze die bisherigen Vorschriften
noch künftig maßgebend sind,
gilt das Gleiche auch für die durch dieses
Gesch aufgehobenen oder abgeünderten
Vorschri
Bis zu dem Zeitpunkte, in welchem das
Grundbuch als angelegt anzusehen ist, bleiben
in den im Artikel 119 Abs. 1 Sag 2
bezeichneten Gebietsteilen die Vorschriften
unberührt, welche die Mitwirkung der
Ortsbehörden bei der Führung der öffentlichen
Bücher über die Rechtsverhältnisse
an Grundstücken, insbesondere die Zuständigleit
zur Beurkundung der darauf bezüglichen
Rechtsgeschäfte, betreffsen.
Die neuen Vorschriften über das Verfahren
bei der Aufnahme gerichtlicher oder
notarieller Urkunden kommen auch danun
zur Anwendung, wenn für das beurkundete
Rechtsverhältnis das bisherige Recht maßebend
bleibt. Das Gleiche gilt von der
orschrift, wonach die Amtsgerichte und
die Notare in Bezug auf die Zuständigkeit
zur Aufnahme von Urkunden einander
gleichstehen.
Soweit nach den Uebergangsvorschriften
die Zuständiglkeit von Ortsbehörden beründet
bleibt, kann der Justizminister die
Faständigkeit auf andere Behörden oder
Beamte übertragen. In diesem Falle
findet die Vorschrife des Artikel 126
Abs. 1 entsprechende Anwendung; der
Justizminister kann über die zu erhebenden
Kosten Bestimmungen treffen.
Artikel 140.
Für die Anfechtung einer Entscheidung,
die vor dem Inkrafttreten des Bürgerlichen
Gesepbuchs erlassen ist, bleiben die
bisherigen Vorschriften maßgebend; dies
gilt auch dann, wenn nur die Enischeidung
erster Instanz vor dem bezeichneten
Zeitpunkt erfolgt ist.
Artikel 141.
Auf ein zur Zeit des Inkrafttretens
des Bürgerlichen Gesetzbuchs anhängiges
Verfahren nach den Artikeln 5, 6 des
Einführungsgesetzes
zum Handelsgesetzbuche
vom 24. Juni 1861 (Gesetz-Samml.
S. 449) finden die Borschriften 5*135
Abs. 2 Sat 2 und des § 136 des Reichsgesetzes
über die Angelegenheiten der freiwilligen
Gerichtsbarkeit Auwendung. Im
übrigen bleiben die bisherigen Borschriften
maßgebend.
Artikel 142.
Die Berichtigung einer Eintragung in
dem Standesregister erfolgt auch dann
nach den Vorschriften des neuen Rechtes,
wenn die Eintragung aus der Zeit vor
dem 1. Januar 1876 herrührt.
Artikel 143.
In dem Oberlandesgerichtsbezirke Cöln
gelten für die bei dem Inkrofttreten dieses
Gesetzes im Amte befindlichen Notare die
Vorschriften des Artikel 102 Abs. 1 mit
solgender Maßgabe:
aus dem Amte ausscheidende oder
in einen anderen Amtsgerichtsbezirk versetzte
Notar kann bis zum Ablaufe von
drei Monaten nach dem Tage des Ausscheidens
oder der Versetzung dem Amtsgerichte
seines bisherigen Amtesitzes zur
weiteren Aufbewahrung der Papiere einen
Notar bezeichnen, der in dem Bezirke
dieses Gerichts seinen Amtssitz hat. Die
gleiche Befugnis steht im Falle des Todes
eines Notars den Erben zu. Das Amtsgericht
hat die Papiere dem ihm bezeichneten
Notar zu Übergeben.
Auf Grund der Vorschriften des vorigen
Absatzes kann die Uebergabe der Papiere
an einen anderen Notar nur einmal
verlangt werden. Im Falle des Ausscheidens,
der Bersetzung oder des Todes
des anderen Notars findet die Abgabe
der diesem auf Grund der Vorschriften
des vorigen Absayes übergebenen Papiere
an einen anderen Notar nicht statt.
Artikel 144.
Die nachstehenden Vorschriften werden,
soweit sie nicht schon infolge Neichsgesetzes
außer Kraft treten, unbeschadet der
Uebergangsvorschriften, aufgehoben:
1. Teil 1 Titel 44 bis 46, 52, Leil 2
Titel 1 bis 5, Teil 3 Titel 7 der
Allgemeinen Gerichtsordnung für die
Preußischen Staaten, Teil 1 Titel 46
jedoch nur insoweit, als er sich nicht
auf die Auseinandersetzung zwischen
einem Lehns- oder Fideikommißfolger