Contents : Armee-Verordnungs-Blatt Neunundzwanzigster Jahrgang (29)

1879.  407

namentlich  besondere  Fächer  zu  bestimmen  für  die  Schriften,  welche  an  ieden  einzelnen
der  Richter,  an  andere  Abtheilungen  des  Amtsgerichts,  die  Gefängnißverwaltung
u.  s.  w.  von  dem  Gerichtsdiener  abgetragen  werden  sollen.

Den  in  der  geschäftlichen  Behandlung  befindlichen  Schriften  bleiben  die  dazu
gehörigen  Akten  oder  Vorstücke  beigefügt.  Wird  durch  besondere  Gründe,  namentlich
durch  den  Umfang  der  Akten  und  deren  Beistücke,  die  Trennung  geboten,  so  werden
solche  Akten  so  lange,  bis  die  Schrift  damit  wieder  verbunden  werden  kann,  besonders
  aufbewahrt.

Der  Gerichtsschreiber  hat  den  Verbleib  der  bei  ihm  eingegangenen  Schriften
nachzuweisen,  und  muß  sich  bei  Abgabe  derselben,  soweit  es  zu  diesem  Zwecke  ersorderlich
  ist,  durch  Notizen  sichern.

Die  definitive  Abgabe  von  Akten  weist  das  betreffende  Aktenregister,  die  definitive
Abgabe  einzelner  Schriststücke  das  Nummernverzeichniß  nach.

15.
Ausfübrung  der  Verfügungen  und  Beschlüsse.

Die  Schreiben  (Expeditionen),  welche  angeordnet  sind,  müssen  in  bündiger  verständlicher
  Geschäftssprache  abgefaßt  werden.  Jedes  Schreiben  enthält  die  Bezeichnung
  der  Rechtoangelegenheit  und  die  Geschäftsnummer.  Unter  der  Mdresse  ist  die
Art  der  Erledigung  (z.  B.  Zuslellung  durch  Aufgabe  zur  Post,  Zustellung  durch  die
Post,  gewöhnliche  Zustellung,  Einschreiben  u.  s.  w.)  anzugeben,  damit  demgemäß
die  Reinschriften  und  Abschriften  gefertigt  werden.  Dabei  ist  zu  beachten,  daß  der
Gerichtsvollzieher  aus  den  ihm  übergebenen  Schriftstücken  ersehen  muß,  in  wessen
Auftrage  und  an  wen  zuzustellen  ist,  ob  der  Nachweis  der  Zustellung  sörmlich  oder
nach  den  zugelassenen  einfacheren  Formen  erbracht  werden  soll,  ob  eine  Behändigung
mit  oder  ohne  Beurkundung  zu  geschehen  hat,  ob  ein  Eilfall  vorliegt  oder  nicht.
Der  Gerichtsschreiber  hat  darauf  zu  halten,  daß  die  hiernach  nothwendigen  Vermerke
  (nach  Inhalt  der  vom  Richter  getrofsenen  Verfügung  und  der  Expedition)  in
der  Schreibstube  auf  die  Schriften  gesetzt  werden,  und  hat,  soweit  dies  nicht  geschehen
il,  das  Versäumte  nachzuholen.  Die  Art  der  Zustellung  oder  Behändigung  kann
in  verständlicher  Abkürzung  bemerkt  werden.  Ecs  bedeutet  z.  B.  „vereinf.  Zust.“,
daß  der  Nachweis  der  Zustellung  nach  den  zugelassenen  einfacheren  Formen  zu  geschehen
  hat,  „Beh.  mit  Beurk.“  Beh.  ohne  Beurk.“,  daß  über  die  Behändigung
ein  schriftliches  Empfangobekenntniß  beschafft  oder  nicht  beschafft  werden  soll.

Berichte  sind  in  der  Reinschrift  auf  bolbgebrochenen.  Bogen  zu  rde  Beie

Furstl.  Schw.-Ruvolsl.  Gesetzzammlung  XXNN