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Bisher war es gewoͤhnlich, daß bei groͤßeren Kirchen und
angesehenen Klöstern Schulen eroͤffnet waren, wo die Wissenschaften,
in welchen der Mduch und Kleriker selbst etwas verstand,
betrieben wurden. Der Unterricht ging also, außer der
Theologie, auf Grammatik, Dialektib, Musik und etwa auch
auf Sprachen. Nach und nach schickte es sich, daß nach einer
großen Stadt verschiedene Männer hinzogen, die, ohne
gerade Kleriker bei der Kirche dieser Stadt zu seyn, öffentlichen
Unterricht zu geben aufingen, und ihr Unterricht wurde.
bald auch viel ausgebreiteter, erstreckte sich auf die Rechte,
endlich auch auf die Medicin, weil besonders die erstere Wissenschaft
den Weg zu den angesehensten Aemtern öffnete. —
Die Menge der einzelnen Lehrer und der Haufe der Fremden,
welche an einem solchen Ort zusammen kamen, wurde dann
endlich so groß, daß man eine gewisse Ordnung veranstalten.
und Gesetze entwerfen mußte. Alle diese Lehrer zusammen
wurden als ein Korps betrachket, und bei der oft außerordentlich
großen Anzahl der Studirenden theilte sich die Menge,
was auch das Nakürlichste war, in Landsmannschaften, in
Nationen. Man gab endlich denjenigen, welche sich an einem
solchen Ort Studirens halber aufbielten, besondere Privilegien,
nahm bei Besetzung der Beneficien besondere Rücksicht auf
dieselben, und besonders trug zur Reputation von Bologna
sehr viel bei, daß Kaiser Friedrich 1. drei der dasigen Rechtsgelehrten
zu Schiedsrichtern der wichtigsten Staatsangelegenheiten
genommen hatte, und denjenigen, welche daselbst studirten,
durch eine besondere Verordnung (die authentica habita)
ein wichtiges Privilegium verstattete. Auch die Ertheilung der
akademischen Grade gab diesem Iustitute ein ganz neues.
Lüstre. Keiner, der bei einer bloßen Kloster= oder Kirchen-Schule
siudirt hatte, konnte zu dieser Ehre gelangen; also
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