Metadata : Deutsches Wörterbuch. Dritter Band R-Z. (3)

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auch  von  sängenden  Müttern:  cn  geschwaigung
o.  schenkung  der  kind  ebd.;  nach  schenken  2,  jetzt
allein  geblieben:  die  juden  hic  theten  der  stat  im  kricg
ein  erung  und  schankung  D.  Städtcechr.  2,  321;  schenkungen
  machen,  annchmen;  das  kloster  hutte  den
Llanta..  manehe  schenkung  zu  verdanken  C  FMeyer
Jenatsch  180;  frei:  wie  ist  es  denkbar,  cine  ewige
schenkung  an  einc  wandelbare  meinung  zu  machen?
Schiller  5,  15.

Scherbe,  s.  Stück  von  etwas  Zerbrochenem,  altsächs.
scerva.  ahd.  scirbi,  mhd.  schirbe.,  scherbe  (Masc.  und
Fem.);  mud.  scherve.  Scherbe,  Schale;  wahrscheinlich
wic  scherf  (s.  d.),  zu  altengl.  sceorfan  abbrechen  gehörig,
  das  sich  auf  den  Begriff  abnagen,  abbeißen  nur
eingeengt  hat;  nhd.  Nebensorm  landschaftlich  der  seherbel
Adelung,  auch  der  scherben,  Belege  unten.  In
älterer  Spr.  allgemein  von  Bruchstücken:  die  schildes
schirben  logen  enbor  Wolfram  Willeh.  77,  23;  auf
Glas=  oder  Thongefäße  eingeengt,  wie  jetzt:  dö  hie;  er
iegelichez  sinen  krucc  die  schirbe  2esamen  lesen
und  machte  si  ganz  alsam  6  Kindheit  Jesu  1425;  wer
einen  narreu  leret,  der  flicket  scherben  zuramen  Sir.
22,  7;  sie  ist  von  thon,  cs  gibt  scherhen  Goethe
Fanst  l;  umgab  mich  mit  alten  untertassen  und  tellern,
In  scherben  woren  bei  uns  nicht  zu  Inden  Keller
Werke  1,  151;  srei,  bildlich:  dieser  kopf  .  wird  in
scherben  gehen  Heyse  5,  38;  bezogen  auf  den  unzerbrochenen
  Thontops:  wem  diu  gelider  we  tuon
der  hilzig  (mache  beiß)  rauten  in  uinem  scherben
Megenberg  417,  30;  der  scherben  (hadert)  mit  den
toplern  des  thons  Jer.  45,  9;  brunzscherben  Luther
S,  §;  von  eincm  Naps:  seifenscherben  Adelung;
besonders  Blumentopf:  die  scherben  vor  meinem  feuster
Goethe  Faust  1;  wir  (Blumen)  in  der  bunten  scherbe
Freiligrath  1,  43;  in  Vergleichen:  meine  kreste  sind
vertrockent,  wie  eine  scherbe  Pf.  22,  16;  zu  scherben
die  lippen  ausgedörrt  Wieland  Ob.  7,  55;  meine  zunge
trocken,  wie  cine  seherbe  Schiller  Räub.  3,  2;  —
nach  Campe  auch  Maß  im  Bergwesen.

Scherc,  t.  Werlzeng  zum  Scheren,  zweiarmiges
Schneidewerkzeug;  boch=  und  niederdeutsches  Wort,  in
der  alten  Spr.  doppelformig,  ahd.  scera  und  scära.  mit
der  pluralen  Nebenform  scäri,  dem  der  altnord.  Plur.
Neutr.  skiuri  nahe  sicht;  mhd.  scherc.  scher  und  schare,
scheer;  mnd.  schere;  uhd.  sind  die  Formen  in  einc  zusammengeflossen,
  bis  in  heutige  Zeit  viclsach  auch  schcere
gechrieben.  Als  Schneidegerät:  J/ore  scher,  schyr

ief.;  scheer,  Jorceps  Schottel;  nach  Art  und  Gebrauch
  tuch  -,  papier-,  baum-,  garten  -,  bart-,  huar-,
schneider-,  schrot-,  lichtschere  u.  a.;  her  scherarr,
strichdt  scharsach  unde  scher,  ebent  bür  und  scheret
bort  SHelbling  1,  678;  soll  mir  kein  kind  mehr  ein
messer  oder  cinc  schcere  .  in  die  bünde  kriegen
Schiller  Näub.  1,  3;  die  scheere  schleilen  zu  lassen
Rosegger  Waldheim.  2,  16;  der  blosz  die  schere  zu
nehmein  und  dic  coupons  abzuschneiaden  .  .  braucht
Bismarck  Red.  10,  71;  schere  der  parze:  möne  die
parzc  dir  nahn  mit  der  scheere  .  Leuthold  Ged.  19;
lasz.  wenn  du  willst.  die  todienschecre  klirren  Schiller
1,  235;  bildlich,  mit  Bezug  auf  das  Verbum  scheren
(l.  d.):  leute,  die  sich  der  steuerschere  in  HBerlin  entzichen
  Bismarck  Rcd.  13,  24;  sie  kommen  aus  der
scherc  der  exekution  nicht  heraus  25;  —  übertragen
auf  Scherenähnliches:  der  kreb,  ..  hüt  sehrr  an  der
hende  siat  Megenberg  219,  22;  krebse  .  wenn  in
wuth  sie  ihre  scharfen  schreren  kreuzten  Schessel
Tromp.  71,  vgl.  krebsschere:  Deichsel  mit  zwei  Stangen,
zwischen  dic  das  Pierd  gespannt  wird,  sonst  gabel  (s.  d.),
Gerät  bei  manchen  Gewerken,  im  Bergbau,  in  der  Landwuntscha#t
  am  Leiterwagen,  bei  Maurern,  Töpfsern,  Öl
müllern,  an  einer  Wage,  u.  f.  w.  —  Zusammensetungen:
  schercnarlig,  förmig,  von  Art  eder  Form

Scherbe  —  scherenartig.

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ciner  Scherc.  —  Scherenschleiser,  u.  Handwerler  der
Scheren  schleist;  als  geschwätzig  und  klatschsüchlig  verrusen:
  hetrenschwatzer,  sturnstörer,  scherenechleifer
Garg.  21.

Scheren,  1)  eine  Obersläche  glatt  oder  kahl  schneiden;
gemeingerm.  Wort,  ursprünglich  mit  der  Bed.  abschneiden,
  trennen  (vgl.  schar  und  schurte),  im  Goth.
nicht  bezengt,  altnord.  skera,  altengl.  ahd.  sccran,  mhd.
scheren,  schern,  urverwandt  zu  dem  griech.,  mit  einfacherem
  Anlaute  versehenen  Klrein  beschneiden,  abscheren;
  starlsormiges  Verb,  mit  dem  Prät.  mhd.  schar,
das  auch  im  16.  Ih.  noch  vorhanden  ist:  dem  ritter
schar  cr  auch  das  har  ab  Galmy  72-;  später  in  die
heutige  Form  übergeht:  schor,  Conj.  schörc  Schottel;
seltene  Nebenform  schur:  schwert,  welchbes  haar  schure
Simpl.  1,  416;  vor  diescm  war  es  brauch,  dasz  man
dic  bauren  schur  ((nur!  Günther  1023;  die  neuere
Spr.  hat  dazu  auch  schwache  Conjugation  herausgebildet,
im  Präsens  er  schert  für  er  schiert:  dasz  man  die

Scherenschleiser  —  scheren.

..ocken  sich  scheert  Voß  Oddyss.  4,  198;  was  schert

mich  dein  edelgestein?  HHeine  15,  37;  Prät.  seberte:
Pervonte,  den  das  allcs  wenig  scherte  Wicland  Perv.
1,  223;  der  knollfink  scherte  sich  gar  nichts  drum
Eichendorsf  Tangen.  39.  Bed.  a)  im  eigentlichen
Sinne,  als  Wirtschafts=  und  Gewerkswort:  volle  von
den  schafen,  begrisstauschend  seit  alter  Zeit  schafe:  sinin
scäl  sceren  Genesis  in  d.  Fundgr.  2,  15;  Laban  aber  war
gungen  seine  berde  zu  schercn  1.  Mos.  31,  19;  schor
damit  (mit  dem  Messer)  von  den  häuptern  der  lammer
die  woll  ab  Bürger  Jl.  3,  273;  ähnlich  hunde,  pudel
scheren;  bei  Landwirten  wiesen  scheren,  das  Gras  kur
abmähen;  sie  eilten  durch  die  geschorenc  wiesc  Vo

Luise  1,  803;  auch  vom  Vieh  gesagt:  das  vich  schert
die  wiese,  wenn  es  sie  lahl  frißt  Adelung;  den  rasen
scheren,  kurz  geschoren  hulten;  bäume,  hecken  scheren;
bei  Handwerkern  häute,  tuch;  liefert  dicse  fabrik  nichtgeschorne
  und  hochgeschorne  teppiche  auf  sammetart
Goethe  13,  386;  man  webte  schlicht,  geköpert,  hatte
lodige,  geschorche,  gepresste  stoffe  Freytag  Bild.
1,  280;  besonders  vom  menschlichen  Haar  und  Bart:
tundi  meo  capf#ff,  skir  min  fahs.  radf  neo  parba,
skir  minan  part,  begrifftauschend  rack  me  meo  colll,
skir  minan  hals  Casseler  Gloss.;  den  bart.  das  haupt
scheren,  sich  den  kopf  scheren  lassen  Skeinbach;
bald  will  ich  mir  cine  glatze  schceren  Schiller  Fiesko
2,  4;  die  silberfarbe  seines  kurz  geschorcnhen  haarcs
CFMeyer  Jenatsch  275;  in  diesem  Sinne  absolut
scheren.  das  Schererhandwerk  versteben:  sin  padknecbt.
der  lest  (Ader  läßt)  und  schirt  Fastn.  Sp.  6°9,  12;  in
älterer  Spr.  cinem  scheren,  ihm  den  Bart  abnehmen:
ich  hicz  im  twahen  unde  schern  g.  Gerh.  4162;  später
mit  Acc.,  noch  im  18.  Ih.  auch  vom  Barbieren  gesagt:
Sic  haben  keinen  barbier  im  dorke  .  ich  will  ew.
gnaden  umsonst  scheren.  nach  dem  striche  und  wider
den  strich  Rabener  3,  11,  jetzt  auf  das  Kurzschneiden
der  Haupt=  und  Barthaarc  eingeschränlt;  —  scheren
als  Schimpf  und  Strase  (JGrimm  Nechtsalt.  702):
ẽ  liez  ich  mich  scheren  unde  villen  (geißeln)  Minnes.
Frühl.  311,  25.  b)  in  mancherlei  Bildern:  scheeren.
Stunrare  Frisch;  sein  schäfchen  seheren,  Vorteil
machen:  sein  schöälchen  verstcht  er  zu  schceren  Geibel
5,  104;  alle  uber  einen  kamm  scheren.  einem  wic  dem
andern  begegnen  Adelung;  mit  dem  Nebenbegriff  des
Vevorteilens  oder  Plagens:  die  unterthsnen  scheren,
der  wirth  schert  (sehierl)  seine  guste,  wenn  er  sie  zu
vicl  bezahlen  läßt  ebd.;  wer  nicht  schiert,  der  wird
geschoren  Günther  940;  es  schiert  mich  im  leibe,
doluribus  alui  riminies  üSteinbach;  über  den  kumm
scheren,  attondere  per  hectinem  ebd.,  schmeicheln  und
dakei  schaden  Frisch;  mit  einem  geschoren  sein.  maleals
  ###brbrl  ub  %%%  %-Da“  ebd.:  um
Ansruse:  lasz  mich  unge-chorcn!;  macht  was  ihr  wolll!

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