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sichern. Sie wollten also Deutschland wehr= und waffenlos,
mit gebundenen Händen, den Franzosen über—
liefern. Das ist der Sinn des Verhaltens der Herren
Liebknecht und Bebel am 21. Juli 1870! Und für dieses
Verhalten giebt es nur ein bezeichnendes Wort: Vaterlandsverrath.
Mit diesem Worte sind die beiden Herren behaftet
und gezeichnet bis an ihr Endel
Ihr Verhalten erscheint aber um so verächtlicher, wenn man
damit die früher wörtlich mitgetheilte Rede des Herrn Liebknecht
vom 17. Oktober 1867 vergleicht! Damals schäumte der Herr über
in angeblich deutschester Empfindung, weil Preußen sein streitiges
Besatzungsrecht in Luxemburg ausgegeben hatte, ohne sofort an
Frankreich den Krieg zu erklären, damals bezeichnete er es als
„Schmach“", daß Deutschland nicht losschlug — und jetzt, wo Frankreich
unter den nichtigsten, erlogensten Vorwänden an Deutschland
den Krieg erklärt hatte, und für Deutschland nur zur Wahl stand,
entweder sich zu wehren oder unterzugehen, da versagten die Herren
Liebknecht und Bebel uns die Mittel zur Kriegführung — warum?
sonn, seben weil sie wollten, daß Deutschland untergehen
ollte!
Herr Liebknecht ist ja nie verlegen um Gründe für sein
Thun — sie sind ihm so billig wie Brombeeren —, und so hat er
denn auch in dem Schriftstück, „an dessen Einreichung Präsident
Simson die beiden Herren nicht hindern konnte“', Gründe für der
Beiden Verhalten anzugeben vermocht, oder eigentlich nur einen
Grund, welchen Herr Bebel am 26. November 1870 von der Tribüne
des Reichstags verkündete?): „Wir haben damals (im Juli 1870) die
Ansicht ausgesprochen, daß wir den Krieg trotz alledem für einen
dynastischen betrachten.“ Nun, wer so etwas von der Lage, in
welcher Deutschland im Juli 1870 den Krieg mit Frankreich aufgezwungen
erhielt, schreiben oder sagen kann, ohne zu erröthen,
der — vermag Wahrheit und Lüge nicht mehr zu unterscheiden.
Aber die beiden Herren und ihr Anhang begnügten sich bekanntlich
nicht mit diesem einen Vaterlandsverrath vom 21. Juli 1870.
Wir haben noch mehrere von ihnen zu berichten.
Ihr Verhalten im Juli erregte selbst bei ihren Parteigenossen
Entrüstung. Wilhelm Bracke in Braunschweig, welcher an der
Spitze des „Verwaltungs“-Ausschusses der Partei stand, erließ in
seinem und der übrigen Ausschußmitglieder Namen am 24. Juli
ein Manifest an die gesammte Partei, welches zwar verworren,
aber doch erkennbar patriotische Empfindung und Hingebung verräth.
Herr Liebknecht gerieth darüber in grimmigen Zorn. Er
*) Sten. Ber. S. 9, Sp. 2.