126 Johann Herolt
schliessen und inen bevolhen von der mesz abzustehn, das evangelium
lautter unnd rein zu predigen, das sacrament in beeder gestalt
den begerenden reichen. Dis hat der decann® zu Comberg®, weil er
lehenherr diser pfarr ist, nit wollen gestatten, die von Hall fur das
cammergericht geladen unnd® procedieren lassen°), bis sie in acht
kommen. Der kayser hat sie aber absolviert, da er inen Limpurg
geliehen ').
Der Combergisch würt zu Tungenthal ® hat uber deren vonn
Hall gepoth ein tantz unersucht® bey innen gehalten, derwegen die
vonn Hall anno 1540% den württ und pfeiffer® gen Hall in den
thurn gefürt.
Anno domini 1542» hat ein landtsknecht dem decan zu Comberg
ein raisigen knecht erstochen. Der hett mit einer fewerbüchsen
uff den landtsknecht abgetruckht, aber die püchsen im versagt.
Disen landtsknecht haben die Combergischen uff einer Hällischen
wiszen gefangen, gen‘ Comburg gefurt”. Sie haben aber ine denen
vonn Hall wider an dasselbig ort” antwortten müssen. Also hat
man in gen Hall in den thurn gelegt. Als aber der könig Ferdinandus
gen Hall kommen), ist er erpetten unnd ausgelassen.
Anno domini 1544, nachdem ein erbar rath zu Hall das umbgelt
durch kaysserliche freyheit uff dem land uffgesetzt°), wolt
her ? [Gernand”) von Schwalbach *), der zeit decan zu Comberg, nit
gestatten, das sein undersessen das umbgelt geben, hatt” an Thungenthaler
kirchwey°) dis oberzelten jars selber wein gen Thungenthall
uff die kirchwey gelegt, die alten mas schenckhen wöllen. Aber man
hat das nit gestatten wöllen, sonnder wider zuschlagen ® müssen.
a) Jdechandt 7”. b) Comberg mit hülff des bischoffs zu Wurtzburg If. c—c) fehlt T.
d) Lamparter genant Hi, e) uners, fehlt T. f) 1642 T. g) würtlı samt dem pfarrberru
7; pfeiffer mit dem schultheissen 41. h) 1642 am montag nach Sebastiani umb
8 ulır gegen der nacht /I!, i—n fehlt T. k) solches ort 7". !) landt die hohen obrigkeit
ufsetzen wolte, der von Schw. 7". m) Ernand St1,; wolte obernanter decan H! (in
einem vorangehenden Abschnitt ist genannt: Gernoldt von Schwalbach). n) sondern hat H!.
vo) zuschlugen unnd ungeschenckt lassen bleiben 7‘
hesondere urkundlich nachıies, dass er mit seinem Weih in wirklicher Ehe
verbunden sei, 8. IHaspel, 8. I. und Hartmann, Brenz I. |.
1) Der kayserliche Leh:nbri:f Limburg betreffend ist rom 39. Okt. 1540.
») 30. Jun. 154. (s. unten); der von II! angegebene Tay der That, Montag
nach St. Sebastian, ist der 23. Jan.
% — hinaufgesetzt, erhöht, und zwar durch Verringerung des Masses,
s. unlen „Umbgelt*.
*) Nach dem Verzeichnis der Comburger Dekane in H!: Gernandus von
Schwalbach, zuvor Chorherr zu Brüssel, Dekan in Comburg seit 1536.
d) Thüngenthal war Comhurgisches Patronat,
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