Full text : Spittler’s sämmtliche Werke. Elfter Band. (11)

171.

wenn,  nach  völliger  Erlöschung  des  Lüneburgischen  Stammes,
die  Campen'schen  Descendenten  das  ganze  Fürstenthum  angesprochen
  hätten.  Diese  ganze  Familiengeschichte  blieb  immer
nur  für  das  Lüneburgische  Haus  wichtig.

So  konnten  also  Otto's  Brüder  wohl  nachgeben,  denn
sie  gewannen  für  sich  und  ihre  Nachkommen  den  vollen  Drittheil
  eines  schönen  Fürstenthums.

Man  verwilligte  etwas  für  Otto's  und  Mettens  Söhne,
was  sie  für  sich  nie  hätten  ansprechen  dürfen,  und  was  also
auch  ihr  Vater  jetzt  bloß  mit  einem  großen  Opfer,  das  er
brachte,  für  sie  erkaufen  konnte,  daß  sie  nämlich  den  Namen
der  Herzoge  von  Braunschweig  und  Lüneburg  als  Unterpfand
gewisser  Hoffnungen  führen  dürften;  aber  wie  entfernt  und
fast  unwahrscheinlich  waren  nicht  diese  Hoffnungen!  Wie  viel
dagegen  erhielten  die  Brüder  Otto's,  die  Herzoge  Ernst  und
Franz,  als  baaren  und  gegenwärtigen  und  wahrscheinlich  lange
fortdauernden  Gewinn,  und  welche  Hoffnungen  gaben  sie  dagegen
  bloß  auf  solche  Jeiten  hin,  wo  für  sie  und  ihre  Nachkommen
  weder  Verlust,  noch  Gewinn  mehr  möglich  war.

Metta  selbst  scheint  wohl  gefühlt  zu  haben,  wie  nachtheilig
  dieser  Familientraktat  (1527),  bei  allem  scheinbaren
  Gewinne,  für  sie  und  ihre  Kinder  sey.  Sie  unterschricb
also  auch  die  Notel  nicht,  die  ihr  zur  Unterschrift  vorgelegt
wurde;  fie  weigerte  sich,  dieselbe  mit  ihrem  Siegel  zu  bekräftigen,
  sie  ließ  die  Akte,  so  weit  es  bei  ihr  stand,  unausgefertigt.
  )  Doch  ihre  Einwilligung  oder  Nichteinwilligung  war
im  Grunde  hier  gleichgültig,  denn  Recht  an  die  Erbfolge  hatten
  ihre  Söhne  doch  nie.

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*)  So  erzaͤhlt  es  Pfeil  1.  c.  p.  134.