Von gezogenen Wechseln. (Art. 50.) 111
Die vorstehenden Beträge müssen, wenn der Regreßpflichtige
an einem anderen Orte als dem Zahlungsorte wohnt, zu demjenigen
Kurse gezahlt werden, welchen ein vom Zahlungsorte auf
den Wohnort des Regreßpflichtigen gezogener Wechsel auf Sicht
hat. Besteht am Zahlungsorte kein Kurs auf jenen Wohnort, so
wird der Kurs nach demjenigen Platze genommen, welcher dem
Wohnorte des Regreßpflichtigen am nächsten liegt. Der Kurs ist
auf Verlangen des Regreßpflichtigen durch einen unter öffentlicher
Autorität ausgestellten Kurszettel oder durch das Attest eines vereideten
Mäklers oder, in Ermangelung derselben, durch ein Attest
zweier Kaufleute zu bescheinigen).
Zusatz:
Preußen (Frankfurt a. M.): Verzugszinsen in Wechselsachen sind vom
Tage des Protestes, oder, wenn kein Protest erhoben worden ist,
vom Tage der geschehenen Vorladung mit Sechs vom Hundert
für's Jahr zu berechnen.
72) Das rechtliche Fundament des Regreßanspruches des Indossatars,
welcher den Wechsel eingelöst hat, gegen die Vormänner auf Zahlung der
Regreßsumme ist nur das Indossament, durch welches er den Wechsel erworben
hat, sein Recht aus dem Indossamente, nicht der Erwerb des Wechsels
von demjenigen, welchem er die Regreßsumme bezahlt hat; da aber das Nehmen
des Indossaments — wie des Wechsels überhaupt — Rechte gegen den
Indossanten nur begründet, wenn es erfolgte mit dem Willen des Indossatars,
aus dem Indossament als Indossatar berechtigt zu werden, so ist, sobald
dieser Wille gefehlt, irgend ein Recht des Indossatars aus dem Indossamente
und Besitze des Wechsels nicht begründet (XIX. 49). — Der Regreßpflichtige
muß die Wechselsumme — ohne Rücksicht auf den etwaigen Kurs — zahlen,
wenn die Summe mit dem Beisatz „effektio“ (Art. 37) im Wechsel verschrieben
ist, also Goldfranken, wenn der in Genna zahlbare, in Verong von
ihm girierte Wechsel gegen ihn an seinem Wohnorte (Sonneberg in Deutschland)
eingeklagt wird (I. 240). — Betreffs des im Absatze 2 erwähnten
Kurses entscheidet nicht der Ausstellungsort als solcher. Es kommt auf den
Wohnort des Regreßpflichtigen an, wie denn überhaupt aus Art. 91
nichts über die Ortschaft, wo die Präsentation zur Regreßzahlung die Erfüllung
der Regreßpflicht stattzufinden habe, zu entnehmen ist, während nach der Natur
des Geschäftes, dem mutmaßlichen Willen im Wechselverkehre — in Ermangelung
einer darüber in der Wechselurkunde getroffenen Bestimmung — der Ort
der Handels-Niederlassung oder in deren Mangel: der Wohnort des Regreßpflichtigen
als Ort für die Erstattung der unterbliebenen Wechselzahlung,