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die peinliche Ungewißheit lösen. Der König wartete
auf Botschaft hinter Gravelotte an einer Gartenmauer;
aus der Leiter eines Bauernwagens, die
auf einen toten Grauschimmel und eine Brückenwage
gelegt war, hatte man ihm einen Sitz bereitet.
Da trat Moltke, von den Pommern zurückkehrend,
mit den Worten heran: „Majestät, der Sieg
ist unser, der Feind zieht sich zurück.“ Der dreiundsiebzigjährige
Kriegsfürst wollte das Schlachtfeld nicht
verlassen, in einer Bauernstube in Rezonville, angekleidet,
mit dem Mantel gedeckt, nahm er sein Nachtquartier.
Nach Berlin an die Königin ging um 9 Uhr
die erste, von Bismarck in das Taschenbuch eines
Hauptmanns mit Bleistift niedergeschriebene und
vom Könige unterzeichnete Meldung: „Die französische
Armee in fehr starker Stellung westlich von
Met heute unter meiner Führung angegriffen, in
neunstündiger Schlacht vollständig geschlagen, von
KT##ii Wilhelm an Abend der Schlochi ihren Verbindungen mit Paris abgeschnitten und
con Gravelotte. gegen Metz zurückgeworfen“.
Noch wußte der König, als er zur spärlichen Ruhe ging, nicht, daß St. Privat er--
stürmt und erst dadurch der volle Sieg errungen war. Länger noch dauerte es, ehe die Ver--
luste festgestellt waren, und die Rechnung wuchs stetig schauerlicher an: auf 899 Offziere,
19,231 Mann. Diese traurige Summe verteilte sich wesentlich auf vier Korps: Garde, 8., 9. und 12. Das 7.,
das ganz im Süden auch gefochten hatte, büßte 900 Mann ein, das 3., das in anbetracht seiner Heldenthaten
von Vionville in der Reserve blieb, stellte nur seine Artillerie, das 10. kam erst zum letzten Schluß. Jene vier
Korps waren ungleich an den Verlusten beteiligt. Am meisten brachte die Garde dem Altar des Vaterlandes dar:
307 Offiziere, 7923 Mann, fast den dritten Teil ihrer Gesamtzahl. Das 12. Korps verlor 106 Offiziere,
2113 Mann, das 2. 54 Offiziere, 1193 Mann. Alle drei waren zum ersten Male im Feuer, das 8. und 9. zum
dritten Male. Auch sie ließen wiederum überaus viele Leute auf dem Platz, das 8.: 178 Oifiziere, 3085 Mann,
das 9.: 199 Offiziere, 3888 Mann. Dennoch betrug bei keinem von ihnen die bisherige Gesamteinbuße (4600
und 5400) so viel, wie die der Garde in dieser einzigen Schlacht.
Die Franzosen gaben ihre Verluste auf nicht ganz 12,000 Mann an, wohl richtig, da sie meist gute Deckung
besaßen. Jedenfalls hatten auch sie sich mit heroischer Hingebung geschlagen. Zwar ließen sie in den erstürmten
Ortschaften 2500 Gefangene, doch weder Fahnen noch Geschütze zur Beute. Bazaine war abends der frohen
Überzeugung, gesiegt zu haben; da belehrten ihn die Unglücksbotschaften vom rechten Flügel eines andern. Unzweifelhaft
hatte er für diesen nicht genügend geforgt, indem er denselben Fehler wie bei Vionville machte. Nur
zögernd beorderte er seine Garden nach St. Privat, so daß dorthin nur ein Teil und auch der nicht früh genug
kam. Jedenfalls hatte er sich als Feldherr den Deutschen nicht ebenbürtig gezeigt. Schrieben die Franzosen ihre
bisherigen Niederlagen der übermacht der Feinde zu, bei Metz durften sie es nicht. Die Gesamtzahl der deutschen
Armee betrug 209,000 Mann, von der jedoch das 10. Korps mit 20,000 fast ganz abzurechnen ist, ebenso das
3. mit 17,000. Die Franzosen hatten über 180,000 Streiter zur Verfügung, und wenn sie nicht alle verwerteten,
so war das ihre Schuld; außerdem hatten sie die mächtige Position für sich.
Sehr groß war auf deutscher Seite die Zahl der gefallenen Offiziere. Während nach der Normalziffer immer
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