III Naturgeschichte. 83
4. Krucht. Wie der Weinstock wird auch die Rose durch Dögel verbreitet. Dem—
entsprechend färbt sich der schwellende Blütenboden scharlachrot (Anlockung der Vögel!)
und wird fleischig und wohlschmeckend (Nahrung der Verbreiter!). Im Innern des fleischigen
„Kruges“ finden sich die zahlreichen behaarten und hartschaligen Früchte (Schutz gegen
Derdauungssäftel). — Nach Entfernung der Früchte wird „die hagebutte“ auch vom
Menschen genossen.
5. Die edle Rose ist die prächtigste unsrer Blumen. An ihren gefüllten Blüten ist
oft deutlich zu erkennen, wie Staubblätter in Blumenblätter übergehen. Der Duft rührt
von einem Gle her, das sich leicht verflüchtigt und auf Hapier keinen bleibenden vettfleck
zurückläßt (flüchtiges Ol). Dieses wertvolle „Rosenöl“ wird besonders in der Türkei, sowie
in DPersien gewonnen und zur herstellung wohlriechender Wasser, Seifen, Jalben u. dgl. benutzt.
Die Wwald= und die Gartenerdbeere treiben lange Kusläufer, aus denen sich später
selbständige Dflan zen entwickeln (Dermehrungl). Die weißen Blüten sind nachts und bei Regenwetter
nickend (Bedeutung?). Uach dem Derblühen vergrößert sich der Blütenboden immer mehr,
indem er zugleich fleischig und saftig wird. In ihm sind die zahlreichen Früchte zum Teil eingesenkt.
Das so entstehende scharlachrote, duftende Gebilde nennen wir bekanntlich „Erdbeere“. — In Wäldern
finden sich oft die ausgedehnten Bestände (Schößlingel) des Himbeerstrauches. Die Stämme
sind dicht mit Stacheln besetzt (Bedeutung?). Jeder der zahlreichen Fruchtknoten, die auf dem
stielförmig verlängerten Blütenboden stehen, entwickelt sich bei der Reife zu einer kleinen Steinfrucht,
ähnlich wie sie der Kirschbaum besitzt. Sämtliche Hrüchtchen bilden die „Himbeere“
(Derwendung?). — Ebenso gebaut ist die Frucht des Brombeerstrauches, die wie Erdbeere
und Himbeere von zahlreichen Dögeln gern verzehrt wird (Derbreitung!). — Die Früchte der
genannten Pflanzen werden vom Menschen hochgeschätzt. Dies gilt auch von denen des
Johannis= und des Stachelbeerstrauches, die beide allerdings ganz abweichend gebaute
Blüten tragen.
9. gamilie. Schmetterlingsblütler.
1. Die Gemüsebohne.
1. Jame. Die Samen der Pflanze, die sog. Bohnen (Derwendung?), sind von einer
verschieden gefärbten haut umgeben. Diese Samenhaut besitzt einen matten Sleck (J.),
d. i. die Stelle, an der die Bohne durch ein Stielchen an der Sruchtwand festsaß. Läßt
man die Bohne im Wasser aufquellen, so ist die JDamenhaut leicht zu entfernen. Dann
werden zwei große, halbnierenförmige Körper, die Keimblätter (Kb.), sichtbar (zweikeimblättrige
Dflanzen!). Beseitigen wir eins davon, so sehen wir deutlich das zukünftige
Dflänzchen: wir erkennen einen winzigen Stiel (St.), der unten in ein Würzelchen
(W.) endigt, die großen Keimblätter trägt und oben eine kleine Knospe (K.) besitzt.
2. Keimung. Lerfolgen wir, wie aus diesem NKeime die junge Pflanze entsteht!
Die Bohnen, die wir zu diesem Swecke zuerst in Wasser legen, saugen bald
so viel davon ein, daß sie größer und schwerer werden. Nach einigen Uagen wird die
Samenhaut gesprengt, und das Würzelchen kommt zum Vorscheine. Bringen wir die
Bohnen jetzt in lockere Erde, so dringt die Wurzel abwärts in den Boden und sendet
bald nach allen Seiten Uebenwurzeln aus. Der Stengelteil unter den Meimblättern
wächst stark in die Länge, krümmt sich hakenförmig, durchbricht den Boden und zieht
schließlich die Keimblätter samt der Knospe aus der Erde hervor. Die Keimblätter
tun sich jetzt auseinander; die ersten Laubblätter entfalten sich, und alle oberirdischen
Teile ergrünen. Mährend die Pflanze kräftig weiter wächst, verschrumpfen die Keimblätter
und fallen endlich ab. — Diese Vorgänge geben uns mancherlei zu denken:
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