Aummer 20
Die Tũtlel m Belches
Im Kaukasus.
Konstantinopel, 24. Jan. Die Russen
berichten unter dem 23. Januar: „Der eilige
Rückzug der Türlen aus Erzerum dauert an.
An vielen Stellen werden noch Artilleriemunition,
Telephonmaterial und Lebensmittel aufgesammelt.
Unsere verfolgenden Abteilungen
marschieren auf den mit zahlreichen erfrorenen
Veichen dedectten Wegen vor. Viele Gefangene
wurden noch in den besetzten Ortschaften gemacht.
Eine unserer von der Mandschurei nach
dem Kaukasus gelommenen Abteilungen griff
mit einer ihr zugeteilten Halb-Esladron drei
Kompanien Türken an, die ein Dorf verteidigten.
Sie töteten einen Teil und nahmen
den Rest gesangen. Südlich des Sharianflusses,
fdist nördlich Dutackh, vernichteten wir
eine ganze Kurdenakbteilung. In der Gegend
von Melasgert rerwickelte sich unsere Kavallerie
in ein Gesecht mit stärleren Kurdenkräften
und nahm ihnen 6000 Stück Vieh ab.“ Mir
crwähnen auch heute wieder, daß die russischen
Berichte noch immer verlogene Mitteilungen
enthielten. Ein türkischer Bericht über die Vorgänge
im Kaukasus liegt nicht vor.
Kriegsfleuern.
Der Berliner Korrespondent der „Kölnischen
Volkszeitung“ stellte eingehende Erwägungen
an, ob es notmendig und zweckmäßig sei, gemäß
der vom Staatssekretär des Reichesschatzamtes
in der Dezembertagung des Reichstages gemachten
und lürzlich bei der Beratung des Vertagungsantrages
wiederholten Anlündigung zu
Kriegssteuern zu greisen. Die Gründe, die für
die Astandonahme von Sieuerrorlagen ins
Feld geführt werden, sind teils taltischer, teils
sachlicher Natur. In taltischer Beziehung wird
auf die Bedrohung des Burgfriedens lingewiesen
und die Meinung ausgesprocke en, daß unter
den Parteien Uneinigleit in der Frage der Behandlung
der Kriegssteuern herrsche; ferner sei
es vollspsychologisch ein Fehler, bei der herrschenden
Teuerung im Volle mit neuen Steuern
zu kommen. Sachlich sei die Notwendigkeit neuer
Stenern nicht obne weileres einzusehen, da der
endgültige Bedarf des Reiches zu neucn Sleuern
noch nicht feitstehl; es wäre ein Fehler, wenn
jetzt einzelne Steuerprojelte vorweggenommen
würden. Zudem versprach der Reichsschatzsekretär
dem deutschen Volle in seiner Rede vom 10.
März 1915, daß er ihm während des Krieges
keine neuen Lasten bringen wolle.
Hierzu schreilt die „Nordd. Allg. Ztg.“: Wir
stellen zunächst die dem Reich schatzselretär zugeschriebene
Aeußerung richtig. Nach dem stenographischen
Bericht führte der Reichsschatzsekretär
am 10. März 1915 aus, daß der Etat
für das Finanzjazr 1914 15 mit einem Ueberschuß
alschließe und sich für das Finanziahr
1915 16 im Gleichgewicht halten lasse. Unter
diesen Umständen glaulten die verbündeten Regierungen
zurzeit von der Einbringung ron
Kriegssteuern Albstand nehmen zu können; sie
glautten, dem Lande das Tragen der ohnedies
schweren Kriegslaften nicht durch neue Steuern
oder Steuererhol ung noch schkwerer machen zu
sollen, solange aus der Gestaltung des Reichshaushalts
heraus die Notwendigkeit hierzu nicht
vorliegt. Ein Versprechen, daß Kriegssteuern
auch kei jeder beliebigen Dauer und Entwickelung
des Krieges nicht eingeführt werden sollten,
ist in diesen Worten nicht enthalten, im Gegenleil;
die Ausführungen des Reichsschat selrelärs
vom 10. März. v. Is. bezeichnen genau und be—-stimmt
die Grenze, bis zu der von der Einfüh—
rung von Kriegssteuern Abĩtand genommen werden
lann. Diese Grenze wird mit dem Etat für
1916 17 überschritten.
Wie der Reichsschatzsekretär in der Dezembertagung
des Reichstags mitteilte, kann der Reichshaushalt
für 1916 17 ohne neue Einnahmen
nicht ins Gleichgemicht geLracht werden. Hier
liegt eine zwingende Notwendigkeit vor. Angesichts
des mit aller Sicherheit vorauszusehenden'
Fehlbetrages des Etats für das kommende Rechnungsiahr
wäre ein Verzicht auf Kriegssteuern
nicht länger zu vertreten. Jeder andere Weg,
sei es eine Defizitanleihe, sei es die Deckung
der Zinsen der Kriegsschuld aus den neu aufzunehmenden
Anleihen, wäre eine unverantwortliche
Finanzgebahrung, die überdies von unseren
Feinden als Zeichen finanzieller Un Wuläng.
lichkelt zur weiteren Aufpeitschung derne riegsleidenschaft
mißbraucht werden würde. Wir müssen
auch im Kriege die Ordnung in unserem
laufenden Reichshaushalt aufrechterhalten. Das
deutsche Volk hat so glänzende Proben seiner
finanziellen Kraft in der Zeichnung auf die
Kriegsanleihen abgelegt, daß Zweifel an der
Fähigkeit, die für die Bilanzierung des ordentlichen
Reichshaushaltes erforderlichen Mittel
trotz der Kriegsteuerung im Steuerwege aufzubringen,
keinen Augenblick gestattet sind, edensowenig
Zweifel an der Bereitwilligkeit.
Ueber das Wie wird eine Einigung erzielt
werden; wo ein Wille ist, da ist auch ein Weg.
Die Vorschläge der verbündeten Regierungen
werden im Zusammenhang mit den Steuermaßnahmen,
die in den SEielttoaten und Komnu.
nen notwendig gewor d, eine gerechte, die
Lwücheren Schultern gr Woglichkeit schonende
Verleilung der Lasten bringen. Es wäre eine
lieinmütige Einschätzung des im Kriege geborenen
Gemeinsinnes der Parteien, wenn man annehmen
wollte, daß die Parteien unfähig ueren,
sich über die notmendig gewordenen Kriegssteuern
zu einigen, und es wäre ein schlechter
Burgfrieden, der nur durch die Preisgabe von
Staatsnotuendigleiten erhalten nerden würde.
Die Tatsache, daß erst nach Friedensschluß über
den Neurau der Reichsfinanzen endgültig zu beschließen
sein wird, beseitigt nicht die Notmendigleit,
während des Krieges die Reichsfinanzen
vor dem Fall zu bewahren. Dagegen wird
diese Tatsache den Parteien die Verständigung
unter sich und mit den verbündeten Regierungen
erleichtern; denn es handelt sich auch jetzt
nicht um die Schaffung dauernder Verhältnisse,
sondern um Notbehelse, die einer Nachprüsung
und Einordnung in die endgültige Reichssinanzverfassung
unterliegen, nicht um Grundsätzee, sondern
um Kriegsmaßnahmen.
JAln]ine — «-.«,
EDITIONS-see JUNGE-di
Dresden, Jan. Sonntagabend et
eignete sich in erdi ein Frauenmord. Ein
Radsahter fand an einer Straßenlreuzung die
Leiche einer jungen Frau, die zwei tiefe Wunden
am Halse aufwies. Alles deutet darauf
bin, daß ein DLefliger Kampf stattgefunden hat.
Die Tote war etme 25 bis 30 Jahre alt.
Eger, 23. Jan. Vor 25 Jahren wurde
ein 2.] jähriges Bauernmädchen von Bielotin
irn Wald bei Dobrawa verbrannt aufgefunden.
Der Mörder halte sein Opfer mit Petroleum
übergossen und die Leiche angczündet. Nun
hat ein uegen Doppelmordes verhafleter Mam
namen? Karl Kaspar das Gefsländnis abgelegt,
vor 25 Jahren das Mädchen ermordet
zu haben.
Rom, 24. Jan. Der „Secolo“ meldet aus
Florenz: Auf der Linie EFlorenz-Bologna ereignele
sich gestern abend ein schweres Eisen
balnunglüuck. Ein Schnellzug, der von Florenz
algefalren war, sltieß auf dem Bahnhof von
Pioppe di Salvard? mit einem dort haltenden
Güterzug zusammen. Genauere Nachrichten über
die Ausdebnung des Unglückes liegen noch nicht
vor. Man spricht ron vielen Vermundeten und
einem sehr grosen Materialschaden.
Münchener Neuigkeilen.
München, 24. Jan. Heute morgen zeichnete
der Seismograph der Münchener Erdbebenwarte
ein zerstörendes Erdbeben auf. Die
Bodenbewmegung begann um 7 Uhr 59 Min.
44 Sek. und erreichte um 8 Uhr 1°) Min. mit
Schwingungen über einen halben Millimeter
ihren Höchstwert und dauerte über eine Stunde
an. Der Herd des Bebens liegt in westöstlicher
Richtung 2200 Kilometer von München
entfernt.
München. 24. Jan.
Münchener Polizei-Direktion herausgegebenen
Kriminalstatistil betrug die Zabl der 1915 behandelten
Anzeigen 11 584, darunter 1019 Anzeigen
gegen Ingendliche: lehtere Ziifer be—
Leutet gegen die Vorjahre eine br denküche M1=rung
der Straftaten Jugendlicher. Die Zahl
der an die Staalsanwaltschaft geleiteten Anseigen
betrug 5504, darunter 5½8 gegen Jugendliche.
Die Nahl der Unfälle, welche im
vergangenen Jahre behandelt urden beirug
2131, darunter 271 lodliche. Die meisten Un
fälle ereigneten sich im Monat August (210).
Die Selb Rmordstatistil von 1915 berichtet, daß
107 Personen durch Sell umord aus dem Leden
schiepen, und zwar 50 männliche und 43
weibliche Persoren. Im Jahre 1913 betrugen
die Selb Ktmorde 148.
Nach einer von der
Grenzlande.
Kufstein, 24. Jan. Die Bierpreiserhöhung
beträgt im allgemeinen 5 Kronen für den Hektoliter;
für Tirol wurde sie im Einvernehmen
mit dem k. k. Handelsministerium auf 6 Kr.
per Hekloliter festgesetzt, weil für die tirolischen
Brauereien höhere Spesen (Zufuhr u. dgl.)
in Betracht kommen. Die Erhöhung der Bierpreise
soll am 1. Februar in Kraft treten. Zu
welchem Einzelpreise die Tiroler Wirte lünftig
den Liter Bier abgeben, steht noch nicht sest;
doch muß man sich darauf gefast machen, daß
von obigem Tage ab der Liter Bier im Kleinausschank
76—80 Heller kostet.
sE Bberiuus
RNaubling, 24. Jan. Ein mit der Aussicht
über ein einjähriges Nachbarokind in Raubling
betrauter Junge wollte in Abuesenheit der
Eltern seinen Schützling reinigen und setzte ihn
deshalb in ein selbstbereitetes Bad. Das Wasser
war aber so heiß, daß das Kind berbraht
wurde und einen qualvollen Tod fand.
Vab Mibling, 24. Jan. In der letzten
Quartalsversammlung der freien Handwerker-Jnnung
ab fer Obermeister bekannt, daß die
orstandschaft bemüht war, Arbeiten für die
Innung zu sant u So konnten bei der Sa-
nierungsanstalt ungefähr für 100 000 Mk. Arbeilen
an hiesige Innungemitglieder vergeben
werden. Auch vom Magistrat Aibling erhielten
hiesige Jmnungsmitglieder ansehnliche Arbeiten
zugewiesen. Ebenso erhielten die Jaangeinun.
gen der Schneider, Schmiede und Wagner M
litärlieferungen. Aiblinger undernseniedet
gelen 11 und vom Vezirk 15 Mitglieder im
eld
Baxrischzell, 24. Jan. Dieser Tage stattete
ein Hirsch vom Zellerberg unserem Dorf
nachts einen Besuch an, wobei er auch durch
das ossene Tor in den Friedhof jam. Auf dem
Grab des vor einem Jahr verstorbenen Jägers
Matthäus Hummel ragte aus dem Neuschnee
Nelkengrün und Eseu hervor. Der hungrige
Hirsch sättigte sich am Grabe des Jägers und
äste alles herausragende Grün ab, worauf er
in die Berge zurückeilte.
,Birnsberg, 24. Jan. Am vergangenen
Somntag wurde das Kriegegefangenen- „Arbeitsdepot
Hirnsberg mit 50 gesangenen Ukrainern
belegt und am Montag mit den Straßenbauarbeilen
zur Umlegung der Vergstraße begonnen.
Wie wir erfahren, wird auch die Gemeinde
Biellm die Straße in ihrer Gemarlung durch
das Depot Hirnsberg durchführen. Da die Gemeinde
Mauerlirchen seit sast 4 Wochen an
der Durchführung der Straßenregulierung arbeilet,
lann die Gesamtdurchführung der zirka
10 Kiometer langen Verbindungsstraste als
gesichert gelten.
Segachrusne#
Rosenheim, 25. Jannar.
Aus dem Felde der Ehre gesallen:
Willi Flaschenträger, Sohn des Bürgermeister?
und Jiegeleitesitzers Flaschenträger von Engelschalling,
Absolvent des Gymnasiums Nosenleim,
Kriegsfreimilliger im 15. Inf.-Rgt.
Ausjeichnungen im Felde. Der Schristseber
Nupert Liebl aus Rosenheim ist mit dem
Militärverdienstlreuz 3. Klasse mit der Krone
und mit Schwerlern ausgezeichnet uorden; er
siehl als Gefreiter im 1. Inf.-Reg.; das
Eiserne Kreuz erhielt er früher schon. Dem Feldmetbelleutnant
Josef Feil in der 1. Landfturm-Pionier-
Kompanie, Sohn der verwitmeten Hebamme
Karolina Feil in Rosenheim, ist das
Militärverdienstkreuz 1. Klasse mit Schwertern
verliehen und nom König persönlich überreicht
worden. Der Hafnergehilfe Siewie aus Rosenheim,
Oberjäger im 1. Jäger-Bat., ist mit dem
Eisernen Kreuz 2. Klasse ausgezeichnet worden;
Sieuie ist das 30. Mitglied des Kampfgenossen-
und Veteranen Vereins Rosenheim, das
in diesem Kriege bereits das Eiserne Kreuz
erworlen hat, ein Mitglied ist auch im Besitze
des Eisernen Kreuzes 1. Klasse.
Laßt Euch nicht ausfragen! Eine
Kriegemahnung an die deutschen Arbeiter wird
jetzt auf den Bahnhöfen veröfsentlicht. Der Inhall
lautet: „An die deutschen Arleiter! Seid
verscwiegen! Keine deutsche Ersindung, kein
tecknischer Fortschrit! darf unseren Feinden zudute
lommen. Das Wohl des Vaterlandes
rängt von Eurer Geheimhaltung ab, denn Ihr
seid die Hüter dieser Geheimnisse. Wer über
das, mas er auf der Arbeitestälte sieht oder
hört, Mitteilungen macht, schädigt das Vaterland
und begeht Landesverrat. Feindliche Spione
sind bemüht, Euch unter der Maske des
Vaterlandsfsreundes auszufragen. Darum seid
versckwiegen und laßt Euch nicht ausfragen!“
Die Eisenbahner im Dienste des
Aalerlandes. Der Landesverein der baeriscen
Lokomotioführer hat bis jetzt die slattliche
ZIumme von 70000 Ml. gesammelt und
den Hilfovcreinen überwiesen. Der Deutsche
Lolomotiv führerverein hat bereits 112 Millionen
Mark aufgebracht. Außerdem wurde ein
eigener Lazarettzug gestliftet.
Die Preise für Speiseöle. Aus Verlin
2 uns amtlich berichtet: Die Preise für
Speiseöle haben in letzter Zeit eine durch die
Sachlage nicht gerechtfertigte Steigerung erfahren.
Wie das WI/TB. hört, wird seitens der
Reichsregierung die Frage der Preisbindung
für Speiseble eingehend erwogen.
Vaterländischer Abend. Die für
Mitltwoch, den 26. Januar angekündigte vaterländische
Veranstaltung im Flötzinger Löchl
lann wegen Verhinderung Mituärkender nicht
slatlfinden.
Französisches Papiergeld haben wir
in e Schaufenster ausgestellt. Es ist nach
et des baren Geldes aus Karton gefertigt
und umfaßt Stücke von 5 und 10 Centimes
(d und 8 Pfg.) Die Große entspricht den früheren
französischen großen Kupfermünzen, die als
Sou= und Zwei-Soustücke bekanm sind. Dieses
Papiergeld ist von der Stadt Lille Frausgen.
ben; es zeigt auf der Rückseite das Wappe
Lille. Wir machen auf die bnteressonken“ Etbe
besonders aufmerksam.
Für die Familie Eimannsderger
in Fürstätt sind uns von verlchiedenen. Seiten
wellere Spenden im Gesamtbetrage von 9 M
zgangeen, für zeh —. im Da## t
armen Familie herzlich da Der Betr
8 inzwischen * rrs 2 zuefabre
Mittwoch, 26. Januar 1916
Zwei Frühlingsboten wurden uns
überbracht. Es sind zwei Schmetterlinge, die
lustig in der Redaktion herumflogen. Wir fürchten,
daß den munteren Tierchen das frühe Erwachen
zun Verhängnis wird.
Kürchliche Nachrichlen.
In der prot. Pfarrkirche findet am
Donnerstag, den 27. Januar, vormittags 3/19
Uhr, anläßlich des Geburtsfestes des Deutschen
Kaisers ein Bittgottesdienst slatt.
Der Welkrieg.
DerUmfall der englischen Arbeiter.
aag, 25. Jan. Das poländische Se Meurer
Budean meldet aus London: Zeichen
mehren sich, daß die Bewegung gegen die militärische
Dienitpflicht unter den Arbeitern an
Stärle einbüßt; die Möglichkeil, daß die Bergarbeiter
bei Einsührung des Gesetzes zum Streik
schreiten, ist kleiner geworden. (3.)
Die Angst in London.
London, 25. Jan. Der Herald teilt offiziell
mit, daß die britische Regierung beschlossen
habe. alle Museen und öffentlichen Sammlungen
der Hauptfladt zu schließen, um die
Schätze der Nationalkunst gegen die Angrisfe
der Aeroplane und Lenkballone zu schützen. (3.)
Gegen die engl. Blockade-Politik.
Haag Jan. „Het Vaderland“ legt
in einer Pelseur gegen den „Telegraaf“ dar,
daß eine Verschärfung der Blockade durch Eng
land, zu der der „Telegraas“ England aufzu
reizen versuche, icht im Interesse Holland
gelegen sei und auch mit Englands Interessen
schwer vereinbar wäre, da dadurch die M hlich
leit eines Konflikte mit den nordischen Reichen
oder mit Holland geschaffen und der Krieg
dadurch verlängert würde. (3.)
Das Gelbgesicht.
Stockholm, 25. Jan. „Rietsch“ gibt ein
in Petersburg umlaufendes Gerücht wieder,
Japan habe mit England ein geheimes Ablommen
geschlossen, wonach Japan, falls Ruß.
land einen Sonderfrieden mit den Mittelmäch
ten abschliehe, Rußland in der Mandschurei
angreifen soll. (3Z.)
Der Kaiser in Orsowa.
Budapest, 25. Jan. Kaiser Wilhelm traf
von Belgrad kommend am 20. Januar morheus
mit Begleitung, darunter Herzog Johann
Albrecht von Mecklenburg, in Bazias ein. Er
begab sich auf die nächste Berghöhe und ließ
sich den Verlauf des Ueberganges der Truppen
über die Donau bei Rama erklären. Der Kaiser
begad sich hierauf auf den Dampfer „Sofia“,
melcher ihn nach Orsoma brachte. Auck
bei Orsowa wurde dem Kaiser die Geschichte
des dortigen Donauüberganges der verbündeten
Truppen berichtet. Um 3 Uhr ging der
Kaiser in Orsowa an Land, wo er mit großen
militärischen Festlichkeiten empfangen wurde.
Nach einem herzlichen Abschied bestieg der Kaiser
das Automobil, um nach Bazias zurückzu.
lehren, von wo er alends die Weiterreise im
Hoszug fortsetzte.
Russische Dolumente.
Budapest, 25. Jan. Nach einer Meldung
aus Sofia hat man unler den in Nisch gefundenen
und nach Sofia gebrachten Schriften
des serlischen Thronfolgers eine Depesche und
zwei Briefe des Jaren entdeckt. Diese Dokumente
befanden sich in einer Reisetasche, die bei
der raschen Flucht vergessen worden war. Die
Briefe und das Telegramm enthalten die strenge
Weisung, daß Serbien, wenn es seine Ideale
erreichen wolle, allen Vesehlen Rußlands gehorchen
müsse. In dem einen der Briefe wird
dem Thronfolger aufgetragen, unter keinen
Umständen die Narodna Odbrana aufzulösen.
Die Depesche enthält den Befehl, das ulit.
matum Oesterreich-Ungarns zurückzuweisen, da
Nußland bereit sei, Serbien mit den Waffen
beizustehen. Im zweiten Schreiben sind alle
jene Ersolge aufgezählt, die Serbien erreichen
könne, wenn es sich den Anordnungen Nußlands“
süge. Der Zar beruft sich auf die bewaffnete
Macht, die Rußland bereithalte, und
fordert Serbien auf, bis zum äußersten -
lämpfen. (3.)
Das Ende eines Attentäters.
Theresienstadt, 25. Jan. In der Militär-Strafanstalt
ist der serbische Anarchist Gabrinovic,
der in dem Prozeß gegen die Alantäter
von Serajewo zu 20 Jahren schweren
Kerkers, verschärst. mit hartem Lager in einer
Dunkelzelle am 28. Juni eines jeden Sr
verurteilt worden wör, an Lungentuberkulose
geslorben. Der damals 19 jährige Buchdrucker
auf der Fahrt des
Franz Ferdinand in Sptose gegen das Automobill
eine Bombe warf, d enpbodierte,
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